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Jahresrückblick 2020: Diese Themen beschäftigten uns heuer!

Gepostet am 28.12.2020 von Watchlist Internet

Die Corona-Krise hat 2020 die ganze Welt in Atem gehalten. Auch bei der Watchlist Internet blieb die Corona-Krise nicht unbemerkt. Kriminelle nutzten die globale Gesundheitskrise für verschiedene Betrugsmaschen – von Fake-Shops, die Atemschutzmasken in ihr Angebot aufnahmen, über betrügerische Jobangebote bis hin zu Phishing-Nachrichten. Ebenfalls mit verschiedenen Betrugsmaschen in Verbindung steht der wachsende Trend von unseriöser Werbung. Fake-Shops werden dabei ebenso beworben wie dubiose Finanzplattformen oder Dienstleistungen wie nicht-existierende Handwerksbetriebe.

Ein Rekordjahr geht für die Watchlist Internet zu Ende: Noch nie zuvor gingen so viele Meldungen bei uns ein wie 2020. Herzlichen Dank an alle LeserInnen, die uns mit dem Melden von Betrugsmaschen helfen, rasch davor warnen zu können. Durchschnittlich erreichten uns über 1.000 Meldungen pro Monat. Am Jahresende wollen wir nochmal darauf zurückblicken, was unsere LeserInnen und uns heuer beschäftigt hat!

Fake-Shops spezialisieren und professionalisieren sich

Meistens sind Fake-Shops leicht zu erkennen. Es fehlt das Impressum, die Webseite ist im schlechten Deutsch verfasst und auch sonst haben sich die dahintersteckenden BetrügerInnen nur wenig Mühe gemacht. Auch wenn es nach wie vor viele dieser Fake-Shops gibt, können wir derzeit eine Professionalisierung beobachten: Damit wird es immer schwieriger Fake-Shops als solche zu erkennen. Beispiele dafür sind gefälschte Gütesiegel, um Vertrauen zu wecken oder die Nachahmung seriöser Online-Shops. Auch Werbungen auf Facebook oder Instagram überzeugen viele KonsumentInnen und locken auf Fake-Shops.

Neben der Professionalisierung zeigte sich heuer auch zunehmend eine Spezialisierung auf bestimmte Produkte. Insbesondere mit ausverkauften und saisonal stark nachgefragten Produkten versuchen BetrügerInnen ihre Opfer zu ködern: Im März und April poppten vermehrt unseriöse Shops mit Atemschutzmasken auf. Im Sommer entstanden beispielsweise zahlreiche Fake-Shops mit günstigen E-Bikes oder Gartenzubehör. Seit Herbst nehmen BetrügerInnen vermehrt die bereits ausverkaufte PS 5 in ihr Sortiment auf.

Unseriöse Notdienste bewerben ihre Leistungen mit Google

Betrügerische Anzeigen gibt es nicht nur in den Sozialen Medien, sondern auch auf Google. Solche Werbungen werden dabei ganz oben bei den Suchergebnissen gelistet und kommen immer öfter vor. Oftmals nutzen Betrügerinnen und Betrüger dabei Notsituationen aus, in denen es schnell gehen muss. So zum Beispiel Handwerks-Unternehmen, die gar nicht existieren. Da es bei einem Stromausfall, bei einem Wasserrohrbruch oder einem Gasgebrechen, schnell gehen muss, klicken Betroffene gleich auf das erste Suchergebnis. Für die Überprüfung der Webseite bleibt keine Zeit. Genau darauf hoffen die Kriminellen. Die BetrügerInnen kommen zwar tatsächlich, doch es werden viel zu hohe Kosten in Rechnung gestellt, die Schäden oftmals nur oberflächlich repariert und danach ist niemand mehr erreichbar.

BetrügerInnen nutzen angespannten Arbeitsmarkt aus

Durch die Coronakrise ist die Arbeitsmarktsituation sehr angespannt. Viele InternetnutzerInnen suchen daher online nach einem Job. Gerade einfache Nebenverdienste sind dabei sehr gefragt. Auch das nützen Kriminelle gezielt aus, indem sie betrügerische Job-Angebote im Internet inserieren. Solche Fake-Berufe können zu Geldwäsche oder zu Identitätsdiebstahl führen. Dabei kann bereits der Bewerbungsprozess dafür genutzt werden, um im Namen der Opfer ein Konto zu eröffnen und nebenbei noch die Daten der Kriminellen zu klauen. Oder es wird bei der Ausführung des Jobs selbst – beispielsweise als App-Tester – ein Konto eröffnet.

Finanzielle Unsicherheit sorgt für Zunahme von betrügerischen Investment-Portalen

Mit dem angespannten Arbeitsmarkt geht auch eine finanzielle Unsicherheit für viele Menschen einher. Das ist mit ein Grund, wieso Investment-Portale heuer boomen – allerdings nicht nur die seriösen, sondern auch unseriöse. Hohe Gewinnversprechen und persönliche Betreuung verleiten die Opfer dabei zu großen Investitionen, die Schadenssummen sind dementsprechend enorm und mitunter existenzbedrohend.

Die Opfer stoßen auf verschiedenen Wegen auf diese unseriösen Investment-Plattformen: Die BetrügerInnen verfassen zum Beispiel erfundene Nachrichtenbeiträge oder Videos und bewerben diese auf Social Media Plattformen oder in Apps. Dabei werden Promis sowie die Logos und das Auftreten bekannter Medien genutzt, um Vertrauen zu stiften. Auch Kommentare angeblicher NutzerInnen, die mit kleinen Einzahlungen hohe Gewinne erzielen konnten, werden erfunden - beispielsweise auf YouTube. Zudem wird auch der persönliche Kontakt genutzt – zum Beispiel durch das Versenden von E-Mails oder SMS, durch den Kontakt über Dating-Plattformen oder das Chatten bei Online-Spielen.

Phishing findet neue Verbreitungswege

Phishing ist wohl eine der am stärksten verbreiteten Formen des Internetbetrugs. So haben unsere LeserInnen auch im Jahr 2020 zahlreiche Phishing-Nachrichten an uns gemeldet. Diese wurden beispielsweise im Namen des Finanzamtes oder der Post, verschiedener Banken wie der Raiffeisenbank oder der BAWAG P.S.K oder im Namen von Amazon versendet. Und auch in diesem Bereich spielte Corona eine Rolle. So hieß es in einer Phishing-Mail im Namen von A1, dass KundInnen aufgrund des Lockdowns angeblich einen unbegrenzten Internetzugang erhalten. Betrügerische DHL-Benachrichtigungen behaupteten, dass DHL „aufgrund von CoViD-19-Vorsichtsmaßnahmen nicht liefern konnte“. Tatsächlich ging es jedoch nur darum, Zugangs- und Bankdaten zu bekommen.

Wie auch im Bereich der Fake-Shops lässt sich bei den Phishing-Nachrichten eine Professionalisierung erkennen. Obwohl viele Nachrichten rasch als gefälscht zu entlarven sind, verblüffen andere durch ihre Detailgetreue. Außerdem setzen BetrügerInnen zunehmend auf neue Verbreitungswege. Neben E-Mails und SMS, finden sich Phishing-Nachrichten auf sozialen Medien, außerdem nehmen auch Phishing-Anrufe (auch Vishing genannt) zu.

Und was gab es sonst Neues?

Auf zwei weitere Betrugsmaschen, von denen wir 2020 das erste Mal berichtet haben, wollen wir zum Abschluss unseres Jahresrückblicks noch aufmerksam machen:

Betrügerische Apps (auch Fleeceware genannt): Eine neue Art der Abo-Falle sind betrügerische Apps, die immer wieder im Google Play- oder im App-Store auftauchen. Meist handelt es sich dabei um Anwendungen mit nur wenigen Funktionen, bei denen mit der Installation ungewollte und teure Abos abgeschlossen werden. Die Kosten werden entweder gar nicht oder kaum sichtbar im Kleingedruckten versteckt.

Gefährliche VPN-Dienste: VPN-Dienste erhalten durch das verstärkte Home-Office in Zeiten von Corona Zulauf. Sie ermöglichen beispielsweise sicheren Zugriff auf Firmennetzwerke von zu Hause aus. Die hohe Nachfrage dieser Dienste nutzen Kriminelle, indem sie Webseiten echter VPN-Dienste kopieren und so gefährliche Schadsoftware auf die Systeme der Opfer laden.

Beratung & Hilfe:

Für konkrete Beratungsanfragen wenden Sie sich bitte an die entsprechenden Stellen, die wir auf der Seite "Beratung & Hilfe" für Sie aufgelistet haben: www.watchlist-internet.at/beratung-hilfe

Die Watchlist Internet bedankt sich nochmal bei allen LeserInnen für die zahlreichen Meldungen und wünscht einen guten Start ins Jahr 2021.

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