Zum Seiteninhalt
News

Internet Ombudsmann Jahresbericht 2012: Mehr Datenschutzprobleme, weniger Abzocke

Gepostet am 05.05.2013 von Internet Ombudsmann

Der Internet Ombudsmann zieht wieder Bilanz: Die häufigsten Beschwerdegründe betrafen im Jahr 2012 Vertragsstreitigkeiten, neue Abzocke-Fallen und Lieferprobleme. Stark gestiegen ist der Bereich Datenschutz, hier vor allem „Fake-Profile“ in Sozialen Netzwerken.

Das Team des Internet Ombudsmann bearbeitet und dokumentiert jährlich mehrere Tausend Beschwerden von österreichischen Online-Konsument/innen. 2012 waren es 5.617 Fälle und somit um 18 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Erfahrungen der wichtigsten österreichischen Online-Anlaufstelle für Konsumentenprobleme im Internet ermöglichen Vergleiche und Prognosen, die jährlich im Jahresbericht des Internet Ombudsmann (pdf, 441 KB) veröffentlicht werden.

Insgesamt ersparten sich die Konsument/innen im Jahr 2012 durch die Arbeit des Internet Ombudsmann Kosten in der Höhe von rund 840.000 Euro. Mit 231,50 Euro war die durchschnittliche Schadenshöhe pro Beschwerde im Jahr 2012 erneut deutlich höher als im Vorjahr (2011: 184,60 Euro pro Fall).

Top-Beschwerden 2012: Vertragsstreitigkeiten, „B2B“-Abzocke und Lieferschwierigkeiten

Die meisten Probleme (37,7 Prozent) betrafen Vertragsstreitigkeiten. Typische Beispiele reichen von ungewollten Vertragsverlängerungen und Vertragsabschlüssen bis hin zu Problemen bei der konkreten Abwicklung des Rücktritts vom Vertrag. Betroffen waren vor allem Dienstleistungen wie E-Mail-Services, Partnerbörsen, Erotik-Abos, Reisebuchungen etc.

Erstmals nur auf Platz zwei der Beschwerdestatistik des Internet Ombudsmann lagen 2012 die vermeintlichen „Gratis“-Angebote mit 15,8 Prozent. Hauptsächlich waren das im Vorjahr die sogenannten „B2B“-Abzockefälle. Beanstandungen zu ausbleibenden oder verspäteten Lieferungen folgten mit 12,1 Prozent an dritter Stelle.

Zuwächse bei Datenschutz-Beschwerden

Die größten Steigerungen bei Beanstandungen waren im Bereich Datenschutz zu verzeichnen: 2012 wurden um 258 Prozent mehr Fälle an den Internet Ombudsmann herangetragen. Das sind bereits 8,8 Prozent der Gesamtbeschwerden im Vergleich zu 2,9 Prozent im Jahr 2011. Hier handelte es sich in vielen Fällen um „Fake-Profile“ in Sozialen Netzwerken, die hauptsächlich in Verbindung mit Cyber-Mobbing beanstandet wurden. Aber auch gehackte E-Mail-Accounts und widerrechtlich veröffentlichte persönliche Daten, wie z.B. Fotos, Adressangaben und Privatnachrichten, waren ein Ärgernis für viele Internetnutzer/innen.

WAP- und WEB-Billing vor allem für Jugendliche problematisch

Auffällig waren 2012 auch Probleme im Zusammenhang mit WAP- und WEB-Billing. Dabei handelt es sich um Zahlungsformen via Mobiltelefon, die von unseriösen Dienste-Anbietern wiederholt für Kostenfallen missbraucht werden. Hier waren vor allem Jugendliche betroffen, da sie z.B. auf entsprechende Werbung in Spiele-Apps klickten und in weiterer Folge unabsichtlich ein Abo abschlossen.

„Lösegeld-Trojaner“ in aller Munde

2012 war das Jahr der sogenannten „Lösegeld-Trojaner“. Cyber-Kriminelle verbreiten über gefälschte Rechnungen via E-Mail eine Schadsoftware, die den Zugang zum eigenen Computer blockiert. Ist das passiert, wird ein Hinweis eingeblendet, dass der Computer vom Bundeskriminalamt oder einer anderen Behörde wegen eines angeblichen Vergehens, z.B. Urheberrechtsverletzungen, Kinderpornografie, Terrorismus etc., gesperrt wurde. Durch die Bezahlung von 50-100 Euro Lösegeld sollen die Daten wieder freigegeben werden. Das ist natürlich nicht der Fall, lediglich die Reparatur des Computers hilft, die Schadsoftware zu entfernen.

Drei einfache Expertentipps, um Betrugs-Fallen im Internet zu vermeiden:

  • Passen Sie bei verdächtig günstigen Preisen besonders auf.
  • Wenn für eine Leistung persönliche Daten verlangt werden, informieren Sie sich über anfallende Kosten.
  • Prüfen Sie die Vertrauenswürdigkeit des Anbieters. Hinweise können z.B. das Impressum, AGB und Bewertungen durch User/innen bieten.

Unterstützt von:

Ein Projekt des:

Internet Ombudsmann