Zum Seiteninhalt
News

Identitätsdiebstahl mit gefälschter PayPal-Nachricht

Gepostet am 05.12.2016 von Watchlist Internet

Mit einer gefälschten PayPal-Nachricht wollen Kriminelle die Identität von Empfänger/innen stehlen. Damit sie ihr Ziel erreichen, behaupten sie, dass das Unternehmen das PayPal-Konto deaktiviert habe. Es könne dieses nur reaktiveren, wenn es eine Personalausweis-Kopie der Kund/innen erhalte. Reagieren Sie nicht auf das Schreiben!

In einer gefälschten PayPal-Nachricht fordern Kriminelle Empfänger/innen dazu aus, dass sie ihnen eine Kopie des Personalausweises samt Portraitfoto zukommen lassen. Das begründen sie mit der vorübergehenden Deaktivierung des Kund/innen-Kontos. Wortwörtlich heißt es in dem Schreiben:

Absender: paypal@wiederherstellung-konto.musterdomain123.com
Betreff: Um Ihr Konto zu reaktivieren, antworten Sie auf diese E-Mail mit

PayPal informiert:

Aufgrund der Unfähigkeit, einige Informationen über Ihr PayPal-Konto zu bestätigen, wurde Ihr Konto vorübergehend deaktiviert. (Sie können nicht einzahlen oder zurückziehen)

Um Ihr Konto zu reaktivieren, antworten Sie auf diese E-Mail mit:

1 - Kopie des Personalausweises (vorne)
2 - Kopie des Personalausweises (zurück)
3 - ein Bild von Ihnen, mit dem Personalausweises, in der Nähe des Gesichts .

Wir akzeptieren nur Farbkopien mit lesbarem Text und Bildern.

Das gesamte Dokument sollte sichtbar sein (dazu gehören die Kanten und Ecken).
Ihr Gesicht muss deutlich sichtbar sein, das gesamte Dokument muss lesbar sein.
Um eine digitale Kopie Ihres Dokuments zu erstellen, können Sie einen Scanner, eine Digitalkamera oder ein Kameratelefon verwenden.

Bis zum Zeitpunkt des Eingangs des Dokuments ist Ihr Konto gesperrt.

Grafisch sieht die gefälschte PayPal-Nachricht aus, wie folgt:


Eine gefälschte PayPal-Nachricht, mit der Kriminelle einen Identitätsdiebstahl begehen wollen.

Welche Gefahren drohen?

Wer ein Bild von sich und dem Personalausweis an die Absender/innen sendet, wird Opfer eines Identitätsdiebstahls. Er ermöglicht es Kriminellen, unter fremden Namen Verbrechen zu begehen. Das kann beispielsweise dazu führen, dass sie die Identität des Opfers nutzen, um mit gefälschten Dokumenten Bankkonten zu eröffnen oder Einkäufe zu tätigen. Das Verbrechensopfer bekommt davon zunächst nichts mit. Nach einiger Zeit erhält es Zahlungsaufforderungen und Inkassoschreiben für niemals getätigte Einkäufe oder wird einer Straftat verdächtigt. Es folgen Probleme und weitere Unannehmlichkeiten.

Woran erkennen Sie das gefälschte PayPal-Schreiben?

  • PayPal sendet keine E-Mails an Kund/innen, in denen das Unternehmen diese dazu auffordert, dass sie ihm eine Personalausweiskopie zukommen lassen sollen. Das ist ein Hinweis auf die kriminelle Intention der Absender/innen.
  • Die E-Mailadresse „paypal@wiederherstellung-konto.musterdomain123.com“ zeigt Ihnen an, dass die Nachricht nicht von PayPal, sondern von Unbekannten stammt: PayPal verfügt über eine eigene E-Mailinfrastruktur, weshalb das Unternehmen für den Versand seiner Nachrichten nicht auf einen externen Dienstleister zugreifen muss.
  • Die Nachricht ist fehlerhaft: „Aufgrund der Unfähigkeit, einige Informationen über Ihr PayPal-Konto zu bestätigen“. Seriöse und ernstzunehmende Nachrichten sind lektoriert und sollten Formulierungen dieser Art nicht verwenden.
  • Empfänger/innen der E-Mail werden nicht persönlich angesprochen. Im gewöhnlichen Geschäftsverkehr zwischen Unternehmen und Kund/innen ist das jedoch zumeist der Fall.
  • Die Behauptung, dass „(b)is zum Zeitpunkt des Eingangs des Dokuments (...) Ihr Konto gesperrt“ sei, ist falsch. Das können Sie überprüfen, indem Sie sich auf der offfiziellen PayPal-Website vom Gegenteil überzeugen.

Sie wurden Opfer?

Erstatten Sie Strafanzeige bei der Polizei. Nehmen Sie Kontakt mit Ihrer Bank auf und erklären Sie ihr, dass Kriminelle Ihre Identität gestohlen haben. Besprechen Sie mit ihr das weitere Vorgehen und lassen Sie notfalls Ihre Kreditkarte sperren. Geben Sie bei Kreditauskunfteien eine Betrugswarnung aus. Dadurch können Kreditgeber nicht ohne Weiteres Kredite an Verbrecher/innen ausstellen. Überprüfen Sie in regelmäßigen Abständen, ob es im Internet Einträge zu Ihrer Person gibt. Schreiben Sie gegebenenfalls die Websitenbetreiber/innen an und ersuchen um Löschung der Einträge-

Die Watchlist Internet empfiehlt:

Verschieben Sie vermeintliche PayPal-Nachrichten, in denen es heißt, dass Sie eine Personalausweiskopie an das Unternehmen senden sollen, in Ihren Spam-Ordner. Das bewirkt, dass Sie in Zukunft keine vergleichbaren Betrugsnachrichten in Ihrem regulären Posteingang vorfinden!

(Die Watchlist Internet bedankt sich bei einem Leser für die Meldung dieser Nachricht.)

Ein Projekt des:

Internet Ombudsmann