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henrikson-research.de: Umfrage führt zu Geldwäsche in Ihrem Namen!

Gepostet am 05.09.2019 von Watchlist Internet

Auf diversen Job-Portalen stoßen Sie momentan auf Ausschreibungen einer HENRIKSON Research GmbH. Schon bei der Registrierung verlangt man Ihre Ausweiskopie sowie Selfies mit Pass oder Personalausweis. Melden Sie sich hier nicht an! Kriminelle stehlen Ihre Daten und tarnen die Eröffnung eines Bankkontos in Ihrem Namen als bezahlte Umfrage.

Ein Job, der im Homeoffice durchgeführt werden kann und gute Bezahlung bietet? Klingt erstmal verlockend. Genau das wird Ihnen von der betrügerischen HENRIKSON Research GmbH auf henrikson-research.de versprochen.

Die Website selbst ist ansprechend aufgebaut und könnte für vertrauenswürdig gehalten werden. Erst genaue Nachforschungen ergeben, dass beispielsweise die Daten im Impressum gestohlen oder frei erfunden sind und ein Betrug hinter der Seite steckt.

Wie läuft der Betrug ab?

Wenn Sie sich für eine Registrierung entscheiden, um an Umfragen teilnehmen zu können, müssen Sie zuallererst einige Daten zu Ihrer Person bekanntgeben. Das ist bei einer Anmeldung zu Umfragen noch nichts Ungewöhnliches. Im letzten Schritt der Anmeldung werden Sie plötzlich dazu aufgefordert, Ihren Personalausweis von vorne und von hinten abzulichten und zu verschicken.

Im Anschluss folgt unabhängig von Ihrem Upload eine Fehlermeldung und Sie werden dazu aufgefordert, zusätzlich ein Selfie mit dem Ausweis neben Ihrem Gesicht aufzunehmen und zu verschicken.

Später nimmt man per Mail oder Whatsapp Kontakt zu Ihnen auf und teilt Ihnen mit, dass Sie unterschiedliche Identifikationsverfahren testen sollen, die bei Banken eingesetzt werden. Sie sollen die Identifikationsverfahren dafür durchlaufen, wie Sie es auch tun würden, wenn Sie tatsächlich ein Konto bei den Banken eröffnen würden.

In den Whatsapp-Nachrichten heißt es beispielsweise:

Ganz wichtig! Wenn du diese Studie gleich durchführst, ist es unverzichtbar, dass Du Dich als eine Person ausgibst, die die Verifizierung für sich alleine macht. Das heißt: Es kann z.B. sein, dass einige Mitarbeiter dich nach deiner E-Mail Adresse- oder deiner Handynummer fragen. Wenn Du nach Deiner E-Mail gefragt wirst, sage diese:

*Ihre Mail-Adresse leicht abgeändert* und als Handynummer diese: 123456789123.

Merke Dir die beiden Sachen bitte, das ist wichtig. Verhalte Dich bitte genau so, wie ein echter Kunde.

Tu so als würdest Du ein Konto für Dich wollen.

Es mag beim ersten Lesen schlüssig klingen, dass Sie sich verhalten sollen, wie echte Kundschaft, um das Verfahren testen zu können. Doch Vorsicht: Sie eröffnen in diesem Fall tatsächlich ein Bankkonto in Ihrem Namen, ohne davon etwas mitzubekommen!

Wie wird das Bankkonto eröffnet?

Die Kriminellen nutzen die Daten und Ausweisdokumente Ihrer Anmeldung und beantragen mit jener E-Mail-Adresse und Telefonnummer, die in der Whatsapp-Nachricht erwähnt werden, ein Konto bei einer Bank. Bevor das entsprechende Bankkonto freigeschaltet werden kann, muss ein Identifikationsverfahren durchlaufen werden. Im Glauben an einer Umfrage teilzunehmen, führen Sie das echte Identifikationsverfahren durch und stellen den Kriminellen dadurch ein Konto in Ihrem Namen zur Verfügung.

Geldwäsche unter Ihrer Identität!

Die Kriminellen haben hohes Interesse an Bankkonten, die auf fremde Namen laufen, denn diese können für Geldwäsche genützt oder am Schwarzmarkt verkauft werden. Uns liegen beispielsweise Berichte vor, laut denen auf diese Weise ergatterte Bankkonten als Zielkonten für Fake-Shops genutzt wurden.

Geldwäsche ist strafbar! So ist es möglich, dass die Behörden im Rahmen ihrer Ermittlungen auf Ihren Namen stoßen und Sie schwerer Verbrechen verdächtigt werden. Anschließend müssen Sie sich rechtfertigen und glaubhaft machen, dass Sie nichts von den kriminellen Aktivitäten in Ihrem Namen wussten.

Ausweisdokumente mit Vorsicht teilen!

Vermeiden Sie das Teilen von Ausweisdokumenten, wann immer es möglich ist. Sollte es unvermeidbar sein und Sie sich sicher sein, dass Ihr Gegenüber seriös ist, raten wir Ihnen dennoch, dass Sie Ihre Ausweiskopien mit Wasserzeichen versehen. Dadurch sind die Dokumente in den falschen Händen wertlos.

Sie wurden Opfer?

Wenn Sie Opfer dieses Identitätsmissbrauchs geworden sind, müssen Sie sofort polizeiliche Anzeige erstatten. Schildern Sie den Polizistinnen und Polizisten die Geschehnisse möglichst genau. Durch Ihre Anzeige stellen Sie sicher, dass die Behörden im Falle von Verbrechen in Ihrem Namen über den Missbrauch Ihrer Daten Bescheid wissen.

Darüber hinaus müssen Sie sich mit der Bank in Verbindung setzen, bei der Sie das Identifikationsverfahren durchlaufen haben. Lassen Sie das Konto sperren und besprechen Sie weitere Schritte zur Schadensabwehr.

Beratung & Hilfe:

Für konkrete Beratungsanfragen wenden Sie sich bitte an die entsprechenden Stellen, die wir auf der Seite "Beratung & Hilfe" für Sie aufgelistet haben: www.watchlist-internet.at/beratung-hilfe

(Die Watchlist Internet bedankt sich bei zahlreichen Leserinnen und Lesern für die Meldung der HENRIKSON Research GmbH.)

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