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handyortungsofort.net führt zu kostenpflichtigen SMS

Gepostet am 11.03.2015 von Watchlist Internet

Die Website handyortungsofort.net verspricht, jedes Handy orten zu können. Dafür muss die eigene Rufnummer bekannt gegeben und weiteren Aufforderungen Folge geleistet werden. Am Ende fallen nach außen hin nicht kommunizierte Kosten an. Die versprochen Leistung wird nicht erbracht.

Die Website „handyortungsofort.net“ (Screenshot vom 11. März 2015).

Die Domain „handyortungsofort.net“ wurde am 15. Mai 2012 von einer Privatperson aus Deutschland registriert. Auf der Website wird versprochen, jedes Handy orten zu können. Als mögliche Gründe, warum das hilfreich und notwendig sein kann, werden der Diebstahl oder der Verlust des mobilen Endgerätes, die Sicherheit des Kindes, das Überprüfen des/der Partner/in und Spaß genannt.

Was ist zu tun?

Um zu erfahren, wo sich das gesuchte Handy befindet, muss „die Handnummer (sic!)“ des Endgerätes, das geortet werden soll, und die eigene Rufnummer bekannt gegeben werden. In einem weiteren Schritt ist zu erklären, dass der Dienst nur privat und nicht gewerblich genutzt wird. Darüber hinaus sind das Geschlecht und der Name bekannt zu geben. Nachdem diesen Aufforderungen Folge geleistet wurde, soll eine „Facebook Fanpage“ mit einem „Gefällt mir“ markiert und zu guter Letzt ein Beitrag auf Facebook geteilt werden.

Weiterleitung auf ad-spice.net

Schließlich kommt es zu einer Weiterleitung auf die Website „ad-spice.net/(...)“. Die Domain „ad-spice.net“ wurde am 12. März 2014 über einen Anonymisierungsdienst aus Neuseeland registriert, weshalb Rückschlüsse auf die Websitenbetreiber/innen nicht möglich sind.

Die Website zeigt eine Landkarte an und markiert darin den Ort, in dem die IP-Adresse des/der Nutzer/in verortet wird. Auf ihr findet sich nachfolgender Hinweis:

Sende eine SMS mit dem Text ORTUNG an die 31000* und du erhältst sofort die Ortungs-Informationen“

Das für die Dienstleistung Kosten anfallen, wird nach außen hin nicht kommuniziert. Überraschenderweise ist der Sachverhalt anders gelagert, wenn die Adresse „ad-spice.net/(...)“ manuell eingegeben wird und es zu keiner Weiterleitung von „handyortungsofort.net“ gekommen ist. In diesem Fall heißt es plötzlich:

„Sende eine SMS mit dem Text ORTUNG an die 31000* und du erhältst sofort die Ortungs-Informationen  Erwarte eingehende SMS.

(*1,99EUR/SMS, kein Abo, keine laufenden Kosten)“

Was passiert?

Eine Watchlist Internet-Leserin schreibt über ihre Erfahrungen mit „handyortungsofort.net“:

„Um an das Ortungsergebnis zu gelangen, muss man 2 SMS (um) jeweils 1,99€ versenden (...) Dabei erhält man ein Ortungskompendium (...) im PDF-Format zugesandt.“

Daraus folgt, dass die versprochene Leistung – das gesuchte Handy zu orten – nicht erfüllt wird und entgegen der Außendarstellung im Internet Kosten für die Benutzung des Dienstes anfallen.

Keine Handyortung möglich

Mit Anwendungen, die nur über das Internet laufen, können keine fremden Handys geortet werden. Im Falle eines Handyverlusts kann eine Handyortungs-App, wie sie in vielen Betriebssystemen bereits vorinstalliert ist, sehr sinnvoll sein – allerdings sind diese Programme nur zum Aufspüren des eigenen Smartphones gedacht. Das geheime Ausspionieren fremder Handys ist illegal!

Die Watchlist Internet empfiehlt:

Glauben Sie keinen Websites, die Ihnen versprechen, Handys orten zu können. Das ist technisch nicht möglich. Das nicht einhaltbare Angebot dient erfahrungsgemäß nur dazu, kostenpflichtige Dienstleistungen zu verkaufen!

Um ungewollte Handyabrechnungen zu verhindern, können Sie eine generelle Sperre von WEB- bzw. WAP-Billing sowie Mehrwert-SMS bei Ihrem Mobilfunkanbieter beantragen. Meist kann die Sperre selbstständig im Login-Bereich der Anbieter-Website vorgenommen werden (Achtung: WEB- bzw. WAP-Billing wird je nach Anbieter unterschiedlich bezeichnet, z.B. als „Contentdienste“, „Dienste von Drittanbietern“ oder „digitale Güter“). An dieser Stelle wird darauf hingewiesen, dass mit einer generellen Sperre unter Umständen gewünschte Dienste blockiert werden.

(Die Watchlist Internet bedankt sich bei einer Leserin für die Meldung dieses Fallbeispiels.)

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