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News

Handy-Abzocke über Facebook

Gepostet am 02.01.2015 von Watchlist Internet

Wenn Facebook-FreundInnen Sie anschreiben und bitten, ihnen Ihre Telefonnummer bekannt zu geben, um Ihnen wichtige Zahlencodes zu senden, sollten Sie darauf nicht reagieren. Es handelt sich um den Beginn einer Betrugsmasche, die Sie viel Geld kosten kann.


Gestohlene Facebook-Identitäten können hohe Handyrechnungen verursachen. (cc) bykst - pixabay.com

Ein Watchlist Internet-Leser berichtet, dass er von einem Bekannten eine Freundschaftsanfrage auf Facebook erhielt. Nachdem er diese akzeptierte, wurde er gebeten, dem Freund seine Telefonnummer zu geben. Der Watchlist Internet-Leser dachte sich dabei nichts und folgte dieser Bitte. Kurze Zeit später erhielt er TAN-Codes auf sein Handy. Sein Facebook-Bekannter bat ihn, ihm diese über Facebook weiterzuleiten. Das tat er.

Gestohlene Facebook-Identität

Kurze Zeit später ahnte der Watchlist Internet-Leser, dass mit seinem vermeintlichen Freund etwas nicht stimmte. Ein Blick in seine Freundschaftsliste bestätigte diesen Verdacht, denn darin sah er, dass er nun zweimal mit der gleichen Person befreundet war. Diese beiden Personen hatten de facto das gleiche Profil, nur dass es sich einmal um ein echtes, ein anderes Mal um ein betrügerisches Fake-Konto handelte. Nach kurzer Rücksprache mit seinem echten Freund wurde dem Watchlist Internet-Leser bewusst, dass er einem Betrüger aufgesessen war, der sich einer gestohlenen Identität bediente, um sein Opfer zu kontaktieren.

Hohe Handyrechnung

Geistesgegenwärtig kontaktierte der Watchlist Internet-Leser seinen Mobilfunkanbieter und teilte diesem mit, dass keinerlei Abbuchungen über seine Rufnummer durchgeführt werden sollten. Doch das war leider schon zu spät, denn der Schaden war bereits angerichtet: Zwischen der angenommenen Freundschaftsfrage und Abbuchungen in Höhe von zweimal 40 Euro durch den Betrüger lagen nur 17 Minuten!

Wie sich später herausstellte, verfügte der Betrüger mit der Telefonnummer und den TAN-Codes des Opfers über wichtige Informationen, mithilfe derer er Einkäufe im Internet tätigen konnte. Sie wurden nicht ihm, sondern dem Watchlist Internet-Leser verrechnet. Eine Leistung sah dieser dafür jedoch nie.

Wie können Sie sich schützen?

  • Um zu verhindern, dass über Ihre Rufnummer kostenpflichtige Dienste verrechnet werden können, setzen Sie sich mit Ihrem Mobilfunkanbieter in Verbindung und lassen diese für sämtliche Mehrwert-SMS/-Dienste sowie WAP-/WEB-Billing sperren. Mehr dazu lesen Sie hier.
  • Schützen Sie Ihr Facebook-Konto mit empfehlenswerten Privatsphären-Einstellungen vor einem Identitätsdiebstahl.Wie Sie das tun können, lesen Sie im Saferinternet.at-Leitfaden: Sicher unterwegs in Facebook (pdf, 3,2MB).
  • Erhalten Sie auf Facebook eine Freundschaftsanfrage und werden nach Bestätigung derselben, von Ihrem/Ihrer neuen FreundIn gebeten, ihm/ihr - aus welchem Grund auch immer - Geld zu überweisen oder die Rufnummer und Codes zu übermitteln, seien Sie stutzig. Klären Sie am besten telefonisch mit dem/der echten FreundIn, ob alles mit rechten Dingen zugeht.
  • Sollten Sie auf ein Fake-Profil hereingefallen sein, brechen Sie jeglichen Kontakt mit diesem ab und warnen das Identitätsdiebstahlsopfer davor, dass in seinem/ihren Namen Verbrechen begangen werden. Melden Sie das falsche Konto Facebook, damit es gelöscht werden kann.

(Die Watchlist Internet bedankt sich bei einem Leser für die Meldung dieses Falles.)

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