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Günstige Mode auf fairyin.de, jjshouse.com und vbridal.com, die Probleme verursacht

Gepostet am 17.02.2015 von Watchlist Internet

Auf der Suche nach günstigen Kleidern stoßen Internetnutzer/innen auf die Websites fairyin.de, jjshouse.com und vbridal.com. Auf den ersten Blick nicht ersichtlich, handelt es sich bei diesen Online-Shops um chinesische Händler/innen. Nicht selten werden falsche Größen oder Modelle geschickt, Ersatzansprüche sind in der Praxis nicht durchsetzbar.

Die Website „fairyin.de“ (Screenshot vom 17. Februar 2015).

Die Website „fairyin.de“ wurde am 14. Oktober 2014 von einer Privatperson aus Deutschland registriert. Mit dieser Tatsache passt der Umstand nicht überein, dass sich auf der Website der Copyright-Hinweis „2008-2015“ findet.

Ein Impressum, das Aufschluss über das hinter „fairyin.de“ stehende Unternehmen gibt, fehlt. In der Rubrik „Kontaktieren Sie uns“ findet sich ein Hinweis darauf, dass „fairyin.de“ trotz de-Endung nicht aus Deutschland, sondern aus Hongkong kommt:

„Bürozeiten: Montag bis Freitag - 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr (basierend auf der Zeitzone von Hongkong, UTC+8). Sie müssen 7 Stunden abziehen, um diese in Ihre lokale Zeit (Berlin, UTC+1) umzurechnen.“

In der Rubrik „Zahlung und Lieferung“ findet sich ein weiterer Hinweis darauf:

„Deswegen sind auch Lieferungen in die USA, nach Großbritannien, Kanada, Australien, Deutschland und so weiter jederzeit problemlos möglich.“

Die Website jjshouse.com

Die Website „jjshouse.com“ (Screenshot vom 17. Februar 2015).

Die Website „jjshouse.com“ wurde am 25. Oktober 2010 über einen Anonymisierungsdienst aus den USA registriert. Dieser Umstand konterkariert die Behauptung, dass es „jjshouse.com“ bereits seit 2007 gibt:

Gegründet im Jahre 2007, ist JJ’s House ein globaler Online-Händler für Brautkleider, Kleider für besondere Anlässe, Kleider für Hochzeitspartys und Accessoires.“

Ein Hinweis, von wem die Website „jjshouse.com“ betrieben wird, findet sich auf dem ersten Blick nicht. Erst in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen ist davon die Rede, dass „jjshouse.com“ von einem Unternehmen aus Hongkong betrieben wird:

„As such, these Terms of Use constitute a binding agreement between you, as a user of the Site (“you” or “user”), and ReadMob Technologies (HK) Limited and/or its affiliated entities(collectively referred to as “ReadMob,” “us,” “we,” or “our”)("JJsHouse.com", the "Site").

Die Website vbridal.com

Die Website „vbridal.com“ (Screenshot vom 17. Februar 2015).

Die Website „vbridal.com“ wurde am 4. September 2011 von einem Anonymisierungsdienst aus den USA registriert. Entgegen dieser Tatsache findet sich auf der Website der Copyright-Hinweis „2008 - 2014“.

Die Selbstbeschreibung von „vbridal.com“ klingt bekannt:

Gegründet im Jahre 2007, ist Vbridal ein globaler Online-Händler für Brautkleider, Kleider für besondere Anlässe, Kleider für Hochzeitspartys und Accessoires.“

In den Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Website „vbridal.com“ findet sich der Hinweis, dass sie ebenfalls von einem Unternehmen aus Hongkong betrieben wird:

„Als solche werden diese Nutzungsbedingungen stellen eine bindende Vereinbarung zwischen Ihnen als Benutzer der Website ("Sie" oder "Benutzer") und ZC Holding (HK) Limited (im Folgenden: ZC) und / oder mit ihr verbundenen Unternehmen (zusammen als "ZC", "uns", "wir, "oder" unser ") (" Vbridal.com ", die" Website ").“

Weshalb wir vom Online-Kauf von Kleidern aus China abraten:

Erfahrungen von Konsument/innen zeigen, dass die Modestücke meist mangelhaft gefertigt sind. Nicht selten werden falsche Größen (auch bei vermeintlichen Maßanfertigungen!), Modelle oder Kleider geschickt. Es kommt ebenfalls vor, dass die bestellte Ware trotz Zahlung Kund/innen nicht erreicht.

Rechtsansprüche gegen Online-Shops mit Sitz in China sind in der Praxis kaum durchsetzbar: Gesetzliche Rückgabe- bzw. Gewährleistungsrechte werden einfach ignoriert, oft ist nicht einmal eine Kontaktaufnahme mit dem Shop möglich.

Kurz gesagt: Wurden bereits Zahlungen an den Shop geleistet, ist das Geld weg, auch wenn keine oder nur mangelhafte Ware geliefert wird.

Doch kein Schnäppchen!

Das vermeintlich günstige Brautkleid kostet beim Einkauf auf entsprechenden Online-Shops in Wirklichkeit mehr als gedacht. Denn die Empfänger/innen müssen bei Lieferungen aus dem EU-Ausland (wie etwa China) mit teils erheblichen Zusatzkosten rechnen (Einfuhrumsatzsteuer, Zollgebühren, Serviceentgelte). 

Tipps:

Informieren Sie sich immer zuerst über den Website-Betreiber, bevor Sie einen Kauf tätigen, z.B. über das Impressum. Bei Anbieter/innen außerhalb der EU ist es oft sehr schwierig, zu seinem Recht zu kommen.Bezahlen Sie Waren nicht im Voraus und lassen Sie sich nicht von günstigen Preisen täuschen.

(Die Watchlist Internet bedankt sich bei einem Leser für die Meldung dieser Websites.)

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