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online seit 29.07.2025

„Ihre GLS-Sendung ist fast da!“ – Vorsicht, Phishing-Falle

Mit dem internationalen Paketdienstleister GLS als Deckmantel versuchen Kriminelle an die Kreditkartendaten ihrer Opfer zu gelangen. Haben Sie diese gestohlen, belasten sie die Karte wiederholt mit hohen Abbuchungen. Wie Sie den Betrug erkennen und was Sie tun können, wenn Sie in die Falle getappt sind, erklärt der Artikel.

Endlich hat das Warten ein Ende! Das lang ersehnte Paket ist da! Dieses Gefühl der Vorfreude versuchen Kriminelle immer wieder, für sich zu nutzen. Als Deckmantel setzen sie dabei auf bekannte und angesehene Paketdienstleister –zum Beispiel DHL, die Post oder wie in einer aktuellen Phishing-Welle zu beobachten, GLS. Die Aufregung über die nahende Zustellung eines Pakets lässt viele vermeintliche Empfänger:innen ihre Vorsicht vergessen. Sie laufen direkt in die Falle und geben ihre Kreditkartendaten weiter.

GLS-Phishing: Der Ablauf

Die Kriminellen wenden sich mit einem klassischen Phishing-Mail an ihre Opfer. Diese Nachrichten sind dabei stets gleich aufgebaut:

  • Ein Paket steht angeblich kurz vor der Zustellung. Allerdings ist ein kleines Problem aufgetreten, bei dessen Lösung die Hilfe der vermeintlichen Empfänger:innen notwendig ist.

  • Entweder konnte an der Adresse niemand angefunden werden. Oder aber es muss noch eine Bearbeitungs- bzw. Zollgebühr bezahlt werden, um die Zustellung abzuschließen.

  • Besagte Gebühr ist nicht sonderlich hoch, sie schreckt die Empfänger:innen also nicht ab. Tatsächlich geht es den Kriminellen aber nicht um diese Gebühr. Vielmehr wollen sie sensible Zahlungsinformationen abgreifen. Eine andere Zahlungsart ist laut Phishing-Mail „aus organisatorischen Gründen“ aktuell leider nicht möglich.

  • Durch den Klick auf den in der Nachricht enthaltenen Link gelangen die Opfer auf eine Website mit einer Eingabemaske. Dort geben sie ihre Kreditkartendaten an und liefern den Kriminellen alles, was diese haben wollen.

Die Betrüger:innen versuchen in weiterer Folge, die angegebene Kreditkarte mehrmals zu belasten und so an das Geld ihrer Opfer zu kommen. Wird dieser Diebstahl nicht schnellstens entdeckt, kann sich eine hohe Schadenssumme ansammeln.

GLS-Phishing: Daran erkennen Sie die gefährliche Nachricht sofort

Die Kriminellen geben sich große Mühe, den offiziellen Auftritt von GLS nachzuahmen. Sie nutzen Logos, die üblichen Farben und imitieren das offizielle Wording. Dennoch lässt sich der Betrug relativ einfach erkennen:

  • Absender: Zwar scheint als Absender „GLS Austria“ auf, das ist allerdings nur ein frei wählbarer Name. Die tatsächliche Adresse lautet im konkreten Fall [email protected]. Mit dem tatsächlichen Unternehmen hat diese nichts zu tun.

  • Bearbeitungspauschale: Paketdienstleister wie GLS heben in der Regel keine extra Bearbeitungsgebühr für Standardpakete ein.

  • Link: Der in der Nachricht enthaltene Link führt die Opfer auf eine Seite, die nichts mit dem echten GLS-Webauftritt zu tun hat. Im konkreten Fall lautete sie [https://t.co/ndNCf3v37w], mittlerweile funktioniert dieser Link aber nicht mehr.

Info Icon

Um die tatsächlichen Absenderadressen und links sichtbar zu machen, müssen Sie mit der Maus über den Absender bzw. den zu klickenden Button „hovern“. Also den Cursor dort platziert, aber NICHT klicken! Dadurch erscheinen die gewünschten Infos neben dem Cursor oder am unteren Rand des Browsers. Auf Geräten mit Touchscreen funktioniert es so, dass Sie mit dem Finger lange auf die Adresse/den Link drücken.

In die Phishing-Falle getappt? Das können Sie tun

Wer eine dubiose E-Mail bekommt, sollte die Nachricht einfach ignorieren und löschen. Ganz wichtig: Keinesfalls irgendwelche integrierten Links anklicken! Der Klick selbst ist zwar nicht gefährlich, man gelangt dadurch zu den Fake-Eingabemasken. Wer dort seine Kreditkarten- oder Bankdaten übermittelt, muss schnell handeln:

  • Kontaktieren Sie Ihr Kreditkartenunternehmen und erklären Sie die Situation! Sehr wahrscheinlich ist die Sperre Ihre Karte notwendig.

  • Kontaktieren Sie Ihre Bank und schildern Sie die Situation! Die Expert:innen dort wissen, was zu tun ist und ob eine Sperre des Kontos notwendig ist.

  • Behalten Sie in den kommenden Tagen und Wochen Ihre Kreditkarte bzw. Ihr Konto genau im Auge. Achten Sie auf ungewöhnliche Bewegungen!

  • Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei!

  • Bleiben Sie wachsam! Die Kriminellen werden höchstwahrscheinlich versuchen, Sie in naher Zukunft mit einer anderen Masche zu ködern.

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