Fake-Gewinnspiel: Vom gehackten Facebook-Account zum leergeräumten Konto!
Eine hoch aktuelle Betrugswelle zeigt, welche Gefahr von übernommenen Social-Media-Profilen ausgeht. Kriminelle nutzen die Identität der gehackten Person, um ihre Opfer zur Teilnahme an einem Gewinnspiel zu überreden. Ziel ist die Übermittlung von Login-Informationen für Onlinebanking.
So funktioniert die Betrugsmasche
Der Account eines Facebook-Users wurde von Kriminellen übernommen, sie haben die volle Kontrolle. Diese nutzen sie, um sich über den plattforminternen Messenger bei den Kontakten des Opfers zu melden – mit einer vermeintlich tollen Gewinnmöglichkeit. So sieht das Ganze in der Praxis aus:
Damit Sie Ihre Ziele auch sicher erreichen, führen die Betrüger:innen ihr Opfer praktisch durch die gesamte Masche. Sie geben eine Schritt-für-Schritt-Anleitung.
Nach der Bitte um die Übermittlung der Telefonnummer brechen die Kriminellen den Kontakt abrupt ab. Sie reagieren nicht mehr, der Betrugsversuch ist gescheitert.
Das gehackte Facebook-Konto bringt den Betrüger:innen einen großen Vorteil. Nämlich den der Vertrautheit. Meldet sich über den Messenger jemand, den man tatsächlich kennt, löst das keinen inneren Alarm aus. Somit steigt die Gefahr, in die Falle zu tappen.
Hofer-Glücksrad: Bankkonto in höchster Gefahr!
Was wäre passiert, wenn das Opfer die Anweisungen befolgt und tatsächlich am „Gewinnspiel“ teilgenommen hätte? Dann wären seine Onlinebanking-Zugangsdaten in den Händen der Kriminellen gelandet.
Der Klick auf den übermittelten Link führt zu einer Website, die neben einer Eingabemaske für Vorname, Nachname und Telefonnummer noch einen Button mit der Beschriftung „Preis beanspruchen“ enthält. Dazu ein Hofer-Logo, um Seriosität vorzutäuschen.
Wer seine Telefonnummer übermittelt, darf am vermeintlichen Glücksrad drehen. Ein kurzer Blick zeigt: hier gewinnt jeder! Die Spanne reicht von 2.000 bis 6.000 Euro. Aber wie kommt der gewonnene Betrag nun auf das Konto? Indem sich das Opfer mit seinem Bankkonto verbindet. „Wählen Sie Ihre Bank, um Ihren Preis zu erhalten“.
Ein Klick auf die Hausbank öffnet eine weitere Login-Maske. Im Fall von George, dem Onlinebanking der Erste Bank, wird zum Beispiel nach Benutzername und/oder Verfügernummer gefragt.
Das Ziel der Kriminellen: Sie wollen sich über die Glücksrad-Masche Zugang zum Onlinebanking Ihrer Opfer erschleichen und in weiterer Folge das Konto so weit leerräumen, wie möglich.
Auch andere Unternehmen betroffen! Die Drahtzieher:innen hinter der Betrugsmasche nutzen nicht nur Hofer als Deckmantel für ihre Machenschaften. Mittlerweile liegen auch Berichte zu Fake-Gewinnspielen im Namen von Klarna vor. Sehr wahrscheinlich tauchen in den kommenden Wochen Varianten mit weiteren Unternehmen auf.
Account-Takeover: Daran erkennen Sie den Betrug
Meldet sich einer Person aus dem Bekanntenkreis via Facebook-Messenger, ist das zunächst einmal eine schöne Überraschung. (Meistens.) Steckt dahinter allerdings ein Betrugsversuch, ist dieser relativ einfach zu erkennen. Die wichtigsten Anhaltspunkte:
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Ausdrucksweise: Jeder Mensch hat eine bestimmte, ihm eigene Ausdrucksweise. Wurde ein Facebook-Account von Kriminellen übernommen, ist das am gänzlich anderen Schreibstil zu erkennen.
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Test: Stellen Sie dem vermeintlich befreundeten Kontakt persönliche Fragen. Betrüger:innen haben darauf natürlich keine Antworten und werden einen Ablenkungsversuch unternehmen.
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Rückfrage #1: Versuchen Sie, den betreffenden Kontakt außerhalb des Facebook-Messengers zu erreichen. Zum Beispiel per Telefon. Dadurch klärt sich in der Regel alles rasch auf.
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Rückfrage #2: Wer sich noch immer unsicher ist, sollte sich direkt an Hofer – oder jedes andere Unternehmen, das als Tarnung verwendet wird – wenden. Läuft aktuell tatsächlich ein derartiges Gewinnspiel oder handelt es sich um einen Betrugsversuch?
Für den Betrugsversuch setzen die Kriminellen nicht nur auf gehackte Facebook-Accounts. Sie spielen die Masche auch über Instagram und andere Social-Media-Portale aus.
In die Falle getappt? Das können Sie jetzt tun
Ein Dreh am vermeintlichen Hofer-Glücksrad ist unproblematisch. Auch durch die Auswahl der Hausbank ist noch kein Schaden entstanden. Problematisch wird es erst dann, wenn sich das Opfer über die gefakte Login-Seite bei seinem Onlinebanking-Account anmeldet. Wer das getan hat, sollte rasch reagieren!
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Kontaktieren Sie umgehend Ihre Bank und schildern Sie die Situation! Die Berater:innen wissen, was in so einer Situation zu tun ist.
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Behalten Sie Ihr Konto in den nächsten Tag und Wochen gut im Auge! Sollten Sie ungewöhnliche Bewegungen bemerken, wenden Sie sich umgehend an Ihre Bank!
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Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei! Nur wenn die Behörden von einem Betrugsfall wissen, können Sie auch ermitteln.
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Bleiben Sie wachsam! Die Kriminellen verfügen über Ihre Kontaktdaten und werden sehr wahrscheinlich versuchen, Sie mit einer anderen Betrugsmasche zu ködern.