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Gefälschte Facebook-Zahlungsaufforderungen im Umlauf

Gepostet am 27.08.2014 von Watchlist Internet

Aktuell erhalten Internetnutzer/innen E-Mails, in denen behauptet wird, dass sie eine offene Forderung bei Facebook haben. Weitere Details dazu finden sich angeblich in einer angehängten ZIP-Datei. Diese darf nicht geöffnet werden, da sich ansonsten Schadsoftware am Computer installiert!

Das betrügerische Schreiben wird unter anderem von einem „Beauftragten Rechtsanwalt“ mit der E-Mail-Adresse [email protected] versendet. Der Betreff kann beispielsweise „Konto-Lastschrift konnte nicht durchgeführt werden 27.08.2014“ sein.

In der Zahlungsaufforderung wird behauptet, dass eine offene Forderung bei der Facebook AG nicht beglichen wurde. Es wird eine Frist gesetzt, bis zu der die Überweisung auf ein Bankkonto nachgeholt werden kann. Sollten Unklarheiten über die offene Forderung bestehen, finden sich angeblich eine Telefonnummer und weitere Informationen in einer angehängten ZIP-Datei mit dem Namen „Vorname Nachname nicht gedeckten Zahlung Ihrer Bestellung Facebook vom 27.08.2014.zip“.

Das Schreiben im Original:

Sehr geehrte/r Vorname Nachname,

Sie haben eine nicht beglichene Forderung bei Facebook AG. Das von Ihnen angegebene Bankkonto wurde im Moment der Abbuchung nicht ausreichend gedeckt um die Lastschrift durchzuführen.

Wir erwarten die Überweisung bis spätestens 01.09.2014 auf unser Bankkonto. Für Fragen oder Unklarheiten erwarten wir eine Kontaktaufnahme innerhalb des gleichen Zeitraums. Aufgrund des bestehenden Zahlungsverzug sind Sie verpflichtet dabei, die durch unsere Inanspruchnahme entstandenen Kosten von 58,88 Euro zu tragen. In Vollmacht unseren Mandanten fordern wir Sie auf, die offene Forderung unverzüglich zu begleichen.

Die Telefonnummer und weitere Informationen entnehmen Sie in Ihrer Bestätigung anbei. Es erfolgt keine weitere Mahnung. Nach Ablauf der festgelegten Frist wird die Angelegenheit dem Gericht und der Schufa übergeben Die detaillierte Forderungsausstellung, der Sie alle Buchungen entnehmen können, fügen wir bei.

Mit freundlichen Grüßen
Beauftragter Rechtsanwalt Möller Leonard

Anhang: Vorname Nachname nicht gedeckten Zahlung Ihrer Bestellung Facebook vom 27.08.2014.zip


Eine falsche und betrügerische Facebook-Zahlungsaufforderung.

Achtung, Schadsoftware!

Die angehängte ZIP-Datei darf nicht geöffnet werden. Sie enthält Schadsoftware, die den eigenen Computer befällt und sensible Daten stiehlt.

Es ist davon auszugehen, dass weitere Varianten dieser E-Mail existieren!

Woran erkenne ich den Betrug?

  • Das in der E-Mail Behauptete ist falsch und entbehrt jeglicher Grundlage. Es gibt keine offene Forderung bei Facebook. Das Unternehmen stellt den Usern sein Soziales Netzwerk gratis zur Verfügung.
  • In unserem Beispiel gibt sich als Absender der „Beauftragte Rechtsanwalt Möller Leonard“ aus. Wenn ein beauftragter Rechtsanwalt Kontakt mit Personen aufnimmt, tut er das in aller Regel nicht per E-Mail, sondern mittels eingeschriebenen Briefs. Unabhängig davon stimmt die E-Mail-Adresse [email protected] nicht mit dem Namen Möller Leonard überein, weshalb offensichtlich ist, dass die Betrüger/innen eine gestohlenen E-Mail-Adresse benutzen, um ihre betrügerischen Nachrichten zu verbreiten.
  • In der E-Mail ist von der Facebook AG die Rede. Das Unternehmen Facebook hatin Wahrheit die Rechtsform einer Limited und nicht die einer Aktiengesellschaft.
  • Das Schreiben ist unpersönlich gehalten. Es ist lediglich von „Sehr geehrte/r Vorname Nachname“ die Rede. Seriöse Unternehmen sprechen ihre Kund/innen immer persönlich an (zum Beispiel „Sehr geehrte Frau Musterfrau“ oder „Sehr geehrter Herr Mustermann“).
  • Die Mahnung wird am 27.08.2014 versendet. Es wird eine Frist bis zum 01.09.2014 gesetzt, um die Zahlung nachzuholen. Die eingeräumte Zahlungsfrist ist unüblichund viel zukurz.
  • Die E-Mail enthält Rechtschreib- und Grammatikfehler („Aufgrund des bestehenden Zahlungsverzug sind Sie verpflichtet dabei“).
  • Es ist unüblich, dass Kontaktadressen in einer ZIP-Datei aufbewahrt werden. In aller Regel finden sie sich in einer E-Mail-Signatur und werden in reiner Textform angeführt.
  • Die ZIP-Datei trägt die fehlerhafte Bezeichnung„Vorname Nachname nicht gedeckten Zahlung Ihrer Bestellung Facebook vom 207.08.2014.zip“.

Aufgrund der hier genannten Gründe ist offensichtlich, dass es sich um einen Betrugsversuch handelt, der das Ziel hat, die Neugier der Empfänger/innen zu wecken und ein Öffnen der ZIP-Datei herbeizuführen. Das darf nicht getan werden, da sich der Computer ansonsten mit Schadsoftware infiziert!

Die Watchlist Internet empfiehlt:

Verschieben Sie dieses Schreiben in Ihren SPAM-Ordner. Dadurch kann Ihr E-Mail-Programm/-Provider lernen, dass es sich um eine unerwünschte Zusendung handelt. Je öfter Sie mit unerwünschten oder betrügerischen Schreiben so verfahren, desto besser wird der Anti-SPAM-Filter. Letztendlich kann dadurch die überwiegende Mehrheit an unerwünschten Nachrichten blockiert werden.

Um nicht versehentlich erwünschte E-Mails zu blockieren, ist es wichtig, dass Sie in regelmäßigen Abständen Ihren SPAM-Ordner kontrollieren. Findet sich darin eine wichtige E-Mail, verschieben Sie diese in den regulären Posteingang. Dadurch lernt Ihr E-Mail-Programm/-Provider, dass es sich um ein wichtiges Schreiben handelt und kann solche in Zukunft besser von unerwünschten Benachrichtigungen unterscheiden. Auch das macht den Anti-SPAM-Filter besser!

Falls Ihnen diese Vorgangsweise zu kompliziert ist, können Sie die gefälschten Zahlungsaufforderungen auch einfach nur löschen.

Informationen über die Amazon-Variante dieses betrügerischen Schreibens finden Sie hier.

Informationen über die eBay- und PayPal-Variante dieses betrügerischen Schreibens finden Sie hier.

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