Zum Seiteninhalt
News

Gefälschte eBay- und PayPal-Zahlungserinnerungen im Umlauf

Gepostet am 25.06.2014 von Watchlist Internet

Aktuell werden E-Mail-Postfächer mit angeblichen Zahlungserinnerungen der Firmen PayPal und eBay überschwemmt. Es wird zu Unrecht behauptet, dass eine offene Forderung besteht, die bezahlt werden muss. Für weitere Informationen soll eine Rechnung geöffnet werden. Vorsicht, es handelt sich um Betrug.

Die Beauftragte Anwaltschaft Ebay GmbH [[email protected]]“versendet E-Mails mit dem Betreff „Die Lastschrift konnte von Ihrem Bankkonto nicht durchgeführt werden“. In dem Schreiben wird behauptet, dass eine Kontoabbuchung nicht durchgeführt werden konnte. Dem Schreiben ist eine Datei mit dem Namen „EBay Forderung stornierten Buchung Ihrer Bestellung vom 24.06.2014 Vorname Nachname.zip“angehängt. Sie soll für weitere Rechnungsdetails geöffnet werden.

Die E-Mail im Original:

Sehr geehrte/r Vorname Nachname,

leider konnten wir bis jetzt keinen Zahlungseingang auf unsere Mahnung Nummer AK7631792 vom 07.05.2014 feststellen. Das gespeicherte Konto wurde nicht genügend gedeckt um die Kontoabbuchung auszuführen. Sicherlich handelt es sich nur um ein Versehen in der Hektik des Alltags.

Wir erwarten die Überweisung bis spätestens 26.06.2014 auf unser Konto. Für Rückfragen oder Anregungen erwarten wir eine Kontaktaufnahme innerhalb des gleichen Zeitraums. Zusätzlich wird Ihnen eine Mahngebühr von 16,00 Euro und die Kosten unserer Beauftragung von 32,96 Euro verrechnet. Falls Sie diesen Zahlungstermin nicht einhalten, werden wir Ihnen weitere Kosten des Mahnverfahrens und Verzugszinsen in Rechnung stellen müssen. Die Kontakt Telefonnummer und weitere Informationen finden Sie in Ihrer Rechnung anbei. Es erfolgt keine weitere Mahnung. Nach Ablauf der Frist wird die Angelegenheit dem Gericht und der Schufa übergeben.

Mit verbindlichen Grüßen

Ebay GmbH

Malte von Cili

Variante PayPal

Ein fast identes Schreiben dieser E-Mail gibt es angeblich von PayPal. In diesem Fall ist der Absender „Anwaltschaft PayPal [[email protected]]“ und das Betreff lautet auf „Ihre PayPal Zahlung wurde storniert 23.06.2014“. Der E-Mail ist ebenfalls eine Datei angehängt. Sie trägt den Namen „PayPal Ausgleich stornierten Buchung Ihrer Bestellung vom 23.06.2014.zip“ und soll für weitere Details geöffent werden.

Das Schreiben im Original:

Sehr geehrter Paypal Kunde,

leider konnten wir bis zum heutigen Tag keinen Zahlungseingang auf unsere Forderung Nummer: 048A/2313721 vom 07.05.2014 erkennen. Das angegebene Konto wurde nicht genügend gedeckt um die Kontoabbuchung durchzuführen  

Bestimmt handelt es sich nur um ein Versehen in der Hektik des Alltags.

Zuzüglich wird Ihnen eine Mahngebühr von 13,00 Euro und die Kosten unserer Beauftragung von 37,52 Euro verrechnet. Falls Sie diesen Zahlungstermin nicht einhalten, werden wir Ihnen weitere Kosten des Mahnverfahrens und Verzugszinsen in Rechnung stellen müssen. Die Rufnummer und weitere Informationen ersehen Sie in Ihrer Rechnung im Anhang.  

Die Zahlung erwarten wir bis spätestens 26.06.2014. Es erfolgt keine weitere Mahnung. Nach Ablauf der Frist wird die Angelegenheit dem Gericht und der Schufa übergeben.  

Für Rückfragen oder Anregungen erwarten wir eine Kontaktaufnahme innerhalb des gleichen Zeitraums.  

Mit verbindlichen Grüßen

Paypal GmbH
Jeremy Vogel

Zahlreiche Varianten

Die hier wiedergegebenen Schreiben existieren in zahlreichen Varianten mit unterschiedlichen Absendern und Betreffs. Beispielsweise liegen Meldungen von vergleichbaren E-Mails mit den Absendern

  • Anwalt Rechnungsstelle Paypal GmbH
  • Anwaltschaft Paypal GmbH
  • Beauftragte Anwaltskanalei Paypal GmbH
  • Rechnungsstelle Ebay GmbH
  • (...)

und den Betreffs

  • Automatische Kontoabbuchung konnte nicht durchgeführt werden 24.06.2014
  • Die Kontoabbuchung konnte von Ihrem Bankkonto nicht durchgeführt werden
  • Ihre PayPal Kontoabbuchung ist gescheitert
  • Leider konnte die Paypal Lastschrift von Ihrem Bankkonto nicht durchgeführt werden.
  • (...)

vor.

Woran erkenne ich den Betrug?

Anhand einer hier nur exemplarisch angeführten E-Mail soll erklärt werden, woran Empfänger/innen dieser Schreiben erkennen können, dass es sich um einen Betrug handelt:


Eine gefälschte eBay-Zahlungsaufforderung.

  • Als Absender wird die „Beauftragte Anwaltschaft EBay GmbH“ angegeben. Eine Internetrecherche führt zu dem Ergebnis, dass es eine „Beauftragte Anwaltschaft EBay GmbH“nicht gibt.
  • Als E-Mail-Adresse der „Beauftragten Anwaltschaft EBay GmbH“ scheint [email protected] auf. In diesem Fall ist offensichtlich, dass die unerwünschte Zusendung von einem gehackten E-Mail-Konto versendet wurde, denn seriöse Unternehmen verwenden keine E-Mailadressen von Dritten.
  • Die Betrüger/innen hinter diesem Schreiben verwenden standarisierte Formulierungen. Das zeigt sich beispielsweise bei der Anrede „Sehr geehrt/e …“. Sofern Unternehmen Kund/innen anschreiben, tun Sie das explizit („Sehr geehrter Herr“ oder „Sehr geehrte Frau“).
  • In den kursierenden E-Mails finden sich zum Teil idente Sätze. In beiden oben im Original wiedergegebenen Schreiben heißt es beispielsweise wortgleich: „ Es erfolgt keine weitere Mahnung. Nach Ablauf der Frist wird die Angelegenheit dem Gericht und der Schufa übergeben.
  • Die Rechnung soll in einer ZIP-Datei einsehbar sein. Das ist ein irritierender Umstand, da seriöse Unternehmen niemals Rechnungen in einer ZIP-Datei versenden. Das lässt Rückschlüsse darauf zu, dass sich hinter der ZIP-Datei Schadsoftware befindet, die sich nach dem Öffnen installiert, um sensible Daten von Opfern auszuspionieren und an Kriminelle zu senden.
  • Die in der E-Mail aufgestellten Behauptungen sind erfunden und entbehren jeglicher Grundlage.

Was können Betroffene tun?

Die Watchlist Internet empfiehlt, die falschen Zahlungsaufforderungen zu löschen und keine der angehängten Dateien zu öffnen.

Unterstützt von:

Ein Projekt des:

Internet Ombudsmann