Zum Seiteninhalt
News

Gefälschte A1-Nachricht: Mobilfunknetz Frequenzupdate

Gepostet am 30.05.2016 von Watchlist Internet

Kriminelle behaupten in einer gefälschten E-Mail, dass der Mobilfunkanbieter A1 neue Frequenzen einführe und deshalb Störungen zu erwarten seien. Die Installation eines Updates könne diese verhindern. Es handelt sich um einen Versuch, Schadsoftware auf fremden Smartphones zu installieren.

Das Schreiben im Original:

Information an Kunden des A1-Mobilfunknetz

Sehr geehrte Kunden,

zur Sicherung der Netzqualität sind wir gezwungen unser Netz stetig auszubauen und auf den neuesten Stand der Technik zu halten.

Da wir in den nächsten Wochen einge Änderungen in unserer Infrastruktur vornehmen werden, unter anderem die Einführung neuer Frequenzen, müssen wir Ihnen leider mitteilen dass es während der Einführung für Sie zu Einschränkungen kommen kann.

Um diese zu umgehen, haben wir ein Update für betroffene Geräte entworfen.

Damit Sie weiterhin ungestörten Netzempfang haben, ist es notwendig das Sie das Update auf Ihrem mobilen Endgerät installieren.

Weiter zum Update

Wir hoffen auf ihr Verständnis und entschuldigen uns sehr für die Unannehmlichkeiten.

Mit freundlichen Grüßen
Ihre A1 Telekom

Grafisch sieht die Nachricht aus, wie folgt:

Die gefälschte A1-Nachricht.

Was steckt dahinter?

Wer die Schaltfläche „Weiter zum Update“ anklickt, gelangt auf eine Website, die nicht zur A1 Telekom Austria AG gehört. Sie fordert Besucher/innen auf, eine Datei zu installieren. Diese soll – angeblich - das eigene Endgerät aktualisieren und Störungen verhindern. In Wahrheit verbirgt sie Schadsoftware, die das Smartphone infiziert. Schadsoftware, die Smartphones infiziert, verfolgt sehr oft die Absicht,

  • Passwörter von befallenen Endgeräten zu stehlen,
  • persönliche Daten zu kopieren,
  • Mehrwert-SMS zu versenden oder kostenpflichtige Nummern anzurufen,
  • das infizierte Gerät zu verschlüsseln und gegen Bezahlung eines hohen Geldbetrags an Kriminelle wiederherzustellen.

Woran erkennen Sie das gefälschte Schreiben?

  • Der Inhalt der Nachricht ist erfunden, denn die A1 Telekom Austria AG versendet keine E-Mails, in denen sie Kund/innen auffordert, ein Update zu installieren.
  • Die Grußformel des Schreibens ist unpersönlich gehalten: „Sehr geehrte Kunden“. Das ist ein Hinweis darauf, dass sie von Kriminelle stammt, denn Unternehmen sprechen Kund/innen immer direkt an: „Sehr geehrter Herr XY“ oder „Sehr geehrte Frau XY“.
  • Die E-Mail ist fehlerhaft: „in den nächsten Wochen einge Änderungen“.
  • Die Nachricht ist allgemein gehalten. Beispielsweise findet sich kein Hinweis darauf, welche konkreten Smartphones Kund/innen angeblich aktualisieren sollen: „notwendig das Sie das Update auf Ihrem mobilen Endgerät installieren.“
  • Der Link „Weiter zum Update“ führt auf eine Website, die nicht von der A1 Telekom Austria AG stammt.
  • Benutzer/innen sollen eine APK-Datei installieren, die Änderungen am Betriebssystem Android vornimmt und Geräte mit Schadsoftware infiziert.

Sie wurden Opfer?

Sollten Sie Ihr Smartphone mit der Schadsoftware infiziert haben, ist es am besten, wenn Sie ein Antivirenprogramm installieren. Aktualisieren Sie es und untersuchen damit Ihr mobiles Endgerät. Im besten Fall gelingt es, den Trojaner zu entdecken und zu entfernen. Ist das nicht möglich, setzen Sie Ihr Smartphone auf die Werkseinstellungen zurück. Bitte beachten Sie im Zusammenhang damit, dass es zu einem unwiderruflichen Datenverlust kommt und Sie sämtliche Fotos, Kurzmitteilungen etc verlieren! Wenn keine Möglichkeit mehr besteht, diesen Schritt zu setzen, müssen Sie den sogenannten „Recovery Mode“ starten und Ihr Gerät formatieren. Wie das geht, entnehmen Sie einer Internetrecherche. Nachdem Sie die Schadsoftware von Ihrem Endgerät entfernt haben, ändern Sie sämtliche Zugangsdaten, um zu verhindern, dass Kriminelle Ihre Konten für Verbrechen nützen können oder in Ihrem Namen Einkäufe tätigen.

Die Watchlist Internet empfiehlt:

Nehmen Sie auf Ihrem Smartphone die Einstellung vor, dass es Anwendungenausschließlich über offizielle Stores herunterladen darf, andernfalls besteht die Gefahr, dass Sie Schadsoftware installieren.

 

(Die Watchlist Internet bedankt sich bei einer Leserin für die Meldung dieser Nachricht.)

Unterstützt von:

Ein Projekt des:

Internet Ombudsmann