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Fallbeispiel: Betrug mit gefälschten PayPal-Nachrichten

Gepostet am 30.09.2015 von Watchlist Internet

Kriminelle nutzen Wareninserate aus, um sich an Verkäufer/innen zu bereichern. Dazu senden sie ihnen gefälschte PayPal-Nachrichten, in denen die Zahlung des vereinbarten Kaufpreises bestätigt wird. Die überwiesene Summe ist jedoch wesentlich höher als vorgesehen. Mit der Differenz sollen die Verkäufer/innen ein Transportunternehmen bezahlen. Dieses gibt es in Wahrheit nicht, weshalb ein finanzieller Verlust droht.

Am Anfang des PayPal-Tricks steht ein Inserat von Verkäufer/innen. Auf dieseshin melden sich Kriminelle, die vorgeben, das angebotene Produkt erwerben zu wollen:

Thanks for your response, I am really interested in the immediate purchase , what's your Best Price for it and if you have more, what is the price you want for everything ,so that we can make a fast business.

Bezahlung mit PayPal

Sobald Verkäufer/innen ihre Preisvorstellung nennen, zeigt sich das Gegenüber damit einverstanden und erklärt, dass es die Ware mit PayPal bezahlen wolle. Für den Warentransport sieht es ein privates Speditionsunternehmen vor:

I'm satisfied with the condition and Agree with the price, I need to let you know that my shipping agent will be coming for the pick up as soon as the payment has been complete and approved by PayPal and the shipping agent will be the ones to help me handle all other necessary details to complete the deal when they get to your home address for the pick up. (…) I need you to provide the following details so that i can proceed with the Payment...

Your PayPal e-Mail Address :
Your Full Name:
Your Mobile Number :
Price:
Address:

Kaufinteressent/innen aus dem Ausland

Auf Anfrage der Verkäufer/innen, weshalb ein privates Speditionsunternehmen den Transport übernehmen solle, führendie Kriminellen einen Auslandsaufenthalt ins Treffen:

I'm from Bermuda.Everything will be done by the pick up agent so you don't have to worry about that and my shipper will take care of everything and do all the necessary thing.

Hohe Geldüberweisung

Nach einiger Zeit melden sich die Kriminellen und erklären, das Geld an PayPal überwiesen zu haben. Sie führen aus, dass die zu hoch erscheinende Summe dazu dient, den Verkäufer/innen die Transport- und Überweisungskosten bereits im Vorhinein zu erstatten:

The transfer has been completed.(…). I am sure you must have see the email from PayPal with the confirmation email that the payment has been made,a total of €1,100.00 EURR was sent €650.00 EUR for the Item Purchased and the extra €400.00 EUR for the shipping charges and am sure you notice that,which you will be sending €400.00 EUR to the address below via western union also while the remain €50.00 EUR is for the western union transfer Fee.

First Name: R.
Last Name: A.
City : Dallas
State : Texas
Zip code: 75201
Country: USA

You will go ahead now ad send the agent money as soon as possible and send the western union receipt or the information you got from the Western Union to paypal by replying to the message you received from them and as soon as they verify the western union details valid, all your funds will clear and activated into your account Immediately.

Gefälschte PayPal-Zahlungsbestätigung

Es folgt ein gefälschtes PayPal-Schreiben, in dem die von den Kriminellen gemachten Angaben bestätigt werden:

This email confirms that you received an instant payment of €1,100.00 EUR from C. S. via PayPal MERCHANDISE Payment Service.

Reversals: This method of payment can not be reversed.

Pick Up Agent Address:

First Name: R.
Last Name: A.
City : Dallas
State : Texas
Zip code: 75201
Country: USA


Ein gefälschtes PayPal-Schreiben.

Drohender Geldverlust

Wer sich von der gefältschen Benachrichtigung täuschen lässt und die 450 Euro mit Western Union an den Pick Up Agent überweist, erleidet einen finanziellen Verlust, denn hinter diesem verbergen sich in Wahrheit Verbrecher/innen.

Wichtiger Hinweis: Wenn Sie eine Bezahlung mit Western Union getätigt haben und erkennen müssen, dass Sie Opfer eines Betrugs geworden sind, nehmen Sie umgehend Kontakt mit der Western Union-Betrugshotline unter 00800 264 38750 (für Österreich) auf. Unter Umständen kann sie Ihnen helfen, den Schaden abzuwenden.

Woran erkennen Sie den Betrugsversuch?

  • Die Kriminellen versuchen per SMS oder E-Mail die Korrespondenz über private E-Mailanbieter zu führen. Damit wollen sie die von den Kleinanzeigenplattformen bereitgestellte Infrastruktur umgehen, die bei verdächtigen Kontakten anschlägt und Verkäufer/innen schützt.

Wichtiger Hinweis: Wenn Sie auf Kleinanzeigenplattformen inserieren, nützen Sie dafür ausschließlich die von den Unternehmen bereitgestellte Infrastruktur. Damit schützt Sie sich vor Verbrechensversuchen..

  • Das Gegenüber gibt an, im Ausland zu sein. Aus diesem Grund schlägt es vor, die Bezahlung über PayPal abzuwickeln. Ein privates Speditionsunternehmen soll den Warentransport durchführen. Der Kaufinteressent überweist mehr Geld, als ursprünglich vorgesehen. Das alles ist ein Hinweis auf den PayPal-Trick.
  • Im Verlauf der Konversation kommt es zu widersprüchlichen Aussagen: Einmal ist davon die Rede, dass der/die Käuferin auf den Bermudas ist. Das Opfer soll das Geld jedoch an einen Pick Up Agent in Texas, USA überweisen. Das ist nicht kongruent.
  • Die angebliche PayPal-Nachricht ist eine Fälschung. Das ist an der E-Mailadresse des Absenders zu erkennen: paypal@musteradresse.com. Sie gehört offensichtlich nicht dem Unternehmen.
  • Die Zahlung soll über Western Union erfolgen. Das hat für Kriminelle den Vorteil, dass sie bereits unmittelbar nach der Überweisung das Geld entgegen nehmen können.

Die Watchlist Internet empfiehlt:

Sollten Sie auf einer Kleinanzeigenplattform Produkte verkaufen und sich Interessent/innen aus dem Ausland melden, die vorschlagen, den Kauf über PayPal und mithilfe eines Transportunternehmens abzuwickeln, reagieren Sie nicht darauf. Es handelt sich um einen Betrugsversuch!

(Die Watchlist Internet bedankt sich bei einem Leser für die Meldung dieses Fallbeispiels.)

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