Vorsicht, Fake-Gewinnspiel: Barilla verlost keine Nudel- und Saucenpakete!
Nudeln, Kochschürze, Pastalöffel – alles von Barilla und alles (fast) umsonst! Klingt zu gut, um wahr zu sein? Ist es auch! Das vermeintliche Gewinnspiel stellt lediglich eine weitere Variation der altbekannten Betrugsmasche dar. Die Kriminellen wollen an die Kreditkartendaten ihrer Opfer und ihnen gleichzeitig schwierig zu kündigende Abonnements unterjubeln.
Barilla-Gewinnspiel: So läuft der Betrug ab
Die Kriminellen schalten auf Social Media-Portalen gezielt Werbung. Dadurch können sie sich ihr Publikum sehr genau aussuchen. Sie erwischen in diesem Fall also vermehrt jene potenziellen Opfer, die gerne kochen. Ein Gewinnspiel lockt mit einem Nudel- und Saucenpaket der italienischen Traditionsmarke “Barilla”. Der Ablauf ist typisch für diese Art von Betrugsmasche und sieht folgendermaßen aus:
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Um eine Chance auf den Preis zu haben, müssen zunächst einige einfache Fragen beantwortet werden. Die stellen in der Regel keine Herausforderung dar, sondern bewegen sich auf dem Niveau von „Kennen Sie Barilla?“ oder „Haben Sie schon einmal Produkte von Barilla verwendet?“
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Ist das erledigt, geht es weiter mit dem eigentlichen „Gewinnspiel“. Meist handelt es sich dabei um ein Bild mit neun klickbaren Geschenkpaketen. Wer das richtige erwischt, hat gewonnen. Tatsächlich ist diese Seite so programmiert, dass niemand leer ausgeht. Alle gewinnen!
So weit, so gut. Allerdings folgt nun die Info, dass für die Zusendung der Gewinne eine Versandgebühr eingehoben werden muss. Allerdings beträgt diese „nur“ zwei Euro. Ein kleiner Betrag, den man angesichts des wartenden Barilla-Pakets doch sicherlich verschmerzen könne. Genau hier schnapp die Falle zu.
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Die Kriminellen bestehen auf der Zahlung via Kreditkarte. Eine Eingabemaske fragt Adresse, Telefonnummer, E-Mail-Adresse und eben Kreditkartendaten ab.
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Das allein wäre bereits unangenehm genug. Mit der Übermittlung dieser sensiblen Informationen schließen die Opfer aber auch noch kostenpflichtige Abonnements ab, von denen im bisherigen Verlauf des „Gewinnspiels“ keine Rede war.
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Die Kreditkarte wird also nicht nur mit der erwähnten Servicegebühr belastet, sondern gleichzeitig auch mit den nun monatlich anstehenden Abo-Beträgen.
Wer das Gewinnspiel abschließt, bekommt am Ende eine Teilnahmebestätigung, in der erstmals das abgeschlossene Abo erwähnt wird. Allerdings ist es dann bereits zu spät, die Kreditkarte wurde bereits belastet.
das Abo wurde abgeschlossen.
Barilla-Gewinnspiel: So erkennen Sie den Betrug
Die Kriminellen geben sich große Mühe, ihr Fake-Gewinnspiel möglichst seriös wirken zu lassen. Sie verwenden Produktfotos von Barilla, auf den ersten Blick wirkt dadurch alles legitim. Dennoch gibt es klare Hinweise auf die betrügerische Absicht:
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Website: Die Adresse der Website, auf der das vermeintliche Gewinnspiel wartet, hat mit Barilla nichts zu tun. An sich ist das nicht verboten, aber ein deutlicher Warnhinweis.
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Servicegebühr: Kein seriöses Unternehmen verlangt für die Zusendung von Gewinnspiel-Preisen eine Servicegebühr. Auch Portogebühren werden nicht eingehoben.
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Informationen: Läuft tatsächlich ein Gewinnspiel eines großen Unternehmens, sind dazu Informationen auf der jeweiligen Website zu finden. Wer unsicher ist, sollte also den jeweiligen Onlineauftritt unter die Lupe nehmen. Gibt es dort keine Hinweise auf ein Gewinnspiel, hat man es mit einem Fake zu tun.
Das Unternehmen „Barilla“ hat mit diesem Fake-Gewinnspiel natürlich nichts zu tun. Den versprochenen Gewinn sehen die Opfer entsprechend nie. Auch dann nicht, wenn sie die Gebühr bezahlt und den Abschluss der Abos akzeptiert haben.
In die Barilla-Falle getappt: Das können Sie tun!
Wer im Rahmen eines Fake-Gewinnspiels sensible Daten an Kriminelle weitergegeben hat, sollte rasch handeln. Das sind die Optionen:
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Kontaktieren Sie Ihren Kreditkartenanbieter und erklären Sie die Situation! Die Expert:innen wissen, ob die Sperrung der Karte notwendig ist.
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Bringen Sie in Erfahrung, wie Sie die abgeschlossenen Abonnements kündigen können und führen Sie die notwendigen Schritte sofort durch! Kündigen Sie zusätzlich noch schriftlich!
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Sollten Sie Zahlungsaufforderungen oder Mahnung bekommen, müssen Sie diese nicht bezahlen! Widersprechen Sie schriftlich und weisen Sie die Unternehmen darauf hin, dass über das Fake-Gewinnspiel kein rechtsgültiger Vertrag zustande gekommen ist.
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Bleiben Sie wachsam! Die Betrüger:innen haben nun Ihre Kontaktdaten und werden sehr wahrscheinlich versuchen, Sie mit einer anderen Masche zu ködern.