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Erpressung nach Sex-Skype: Fälle in Österreich häufen sich

Gepostet am 08.03.2014 von Watchlist Internet

Immer mehr österreichische Männer dürften Opfer von Sex-Erpressern im Internet werden. Ein weiblicher Lockvogel verleitet sie dazu, sich vor der Webcam zu befriedigen. Dann wird gedroht, die Videos auf Facebook oder YouTube hochzuladen, wenn die Opfer nicht sofort Geld überweisen.


Erpressungsfälle nach Sex-Skype nun auch vermehrt in Österreich: Ein attraktiver, weiblicher Lockvogel (Symbolfoto) verleitet Männer dazu, sich vor der Webcam auszuziehen und an sich herumzuspielen. Betrüger/innen schneiden das Video mit und fordern von den „Entblößten“ Geld. (c) Bild: Dmitriy Raykin- Shutterstock.com

Wie bereits berichtet, ist die Sex-Erpressungsmasche schon seit einigen Monaten in Deutschland bekannt. Nun dürfte sie auch in Österreich angekommen sein. Die Fälle dazu beim Internet Ombudsmann häufen sich. Und auch die Telefonhotline Rat auf Draht berichtet von zahlreichen Meldungen von betroffenen Burschen bzw. jungen Männern.

So gehen die Erpresser vor

Die Kontaktanbahnung beginnt mit harmlosen Flirts über Soziale Netzwerke wie Facebook. Schon nach kurzer Zeit wird die vermeintlich flirtwillige, junge Frau offensiver und fordert ihren männlichen Flirtpartner dazu auf, die Unterhaltung doch per Videochat (z.B. über Skype) weiterzuführen.

Prompt erscheint die mutmaßliche Flirtpartnerin nackt auf dem Bildschirm und präsentiert sich in erotischen Posen. Gleichzeitig verlangt sie von ihrem Gegenüber, sich auch zu entkleiden und sexuelle Handlungen an sich selbst vorzunehmen. Geht das Opfer darauf ein, schnappt die Sex-Falle zu. Die vermeintliche Flirtpartnerin vor der Kamera entpuppt sich als Lockvogel (teilweise werden die Damen einfach nur vom Band abgespielt) und die Fäden übernehmen nun skrupellose Erpresser, die das delikate Bildmaterial mitgespeichert haben.

„Computerstimme“ aus dem Hintergrund

Meist meldet sich eine gesichtslose „Computerstimme“, die das entblößte Opfer auffordert, 500 Euro über Western Union zu überweisen. Passiert das nicht, drohen die Erpresser/innen das Video an Facebook-Freund/innen weiterzuleiten oder bei YouTube online zu stellen.

Manchmal erhält das Opfer auch eine E-Mail mit einem Link zu einem noch nicht öffentlich gestelltem YouTube-Video. Das Opfer sieht darin das Video, das von ihm aufgezeichnet wurde. Damit soll der Druck auf das Opfer weiter erhöht werden.

In die Falle getappt – was tun?

Wenn Sie beim Sex-Chat mitgemacht haben und erpresst werden:

  • Brechen Sie den Kontakt sofort ab und gehen Sie keinesfalls auf die betrügerischen Forderungen ein. Das Bezahlen schützt nicht vor einer Veröffentlichung – ganz im Gegenteil, die Täter/innen werden immer mehr fordern und die Erpressung hört nie auf. 
  • Entdecken Sie die delikaten Inhalte tatsächlich auf Online-Portalen, wenden Sie sich umgehend an die Seitenbetreiber/innen. Plattformen wie Facebook löschen Videos und Fotos mit sexuellem Inhalt gewöhnlich sehr schnell. Auch der Internet Ombudsmann kann bei Löschungen helfen.
  • Bringen Sie die Erpressung in jedem Fall zur Anzeige (lesen Sie dazu: Wie mache ich eine Anzeige?) – nur so kann die Polizei aktiv werden und auch anderen (potenziellen) Opfern helfen.

So können Sie sich schützen

  • Seien Sie misstrauisch, wenn Sie unbekannte Personen sehr schnell zu einem Videochat einladen. Spätestens, wenn sich die Person auf der anderen Seite nach kurzer Zeit schon entkleidet, sollten die Alarmglocken läuten – brechen Sie den Chat sofort ab!

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Internet Ombudsmann