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online seit 15.09.2025

Einkäufe bei festberg.com können zu Problemen führen

Der Online-Shop festberg.com wirbt mit günstigen Preisen und einer großen Produktauswahl. Aufgrund der Aufmachung des Shops entsteht bei vielen Kund:innen der Eindruck, es handele sich um einen deutschen Anbieter. Die Ernüchterung folgt jedoch oft schnell: Die Qualität der Ware wird vielfach als minderwertig beschrieben und Rücksendungen müssen auf eigene Kosten nach Asien erfolgen.

Websitausschnitt von festberg.com

Von vermeintlichen High-Tech-Klimageräten über Akupressur-Schuhinlagen bis hin zu KI-basierten Übersetzungsgeräten – bei festberg.com gibt es alles Mögliche zu kaufen. Beim Aufruf der Website wird man scheinbar vom Team von festberg.com begrüßt, tatsächlich handelt es sich jedoch nur um ein generisches Stockfoto. Ein Blick ins Impressum verrät den wahren Hintergrund: Trotz der deutsch klingenden Webadresse sitzt das Unternehmen in China und betreibt offenbar Dropshipping.

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Info: Beim Dropshipping wird die bestellte Ware direkt vom Lager (bei problematischen Angeboten meist in China) an die Kund:innen geliefert. Das bedeutet, dass die Betreiber:innen des Online-Shops die angebotene Ware selbst nie zu Gesicht bekommen haben. Mehr zu problematischem Dropshipping lesen Sie beispielsweise hier.

Welche Probleme können für Kund:innen entstehen?

Für Kund:innen hat der oft unbewusste Kauf bei asiatischen Anbietern häufig unangenehme Folgen: Viele verbraucherschutzrechtliche Bestimmungen werden umgangen, Rücksendungen sind kompliziert und teuer und die Produkte werden mit großen Preisaufschlägen verkauft. So wird etwa eine Minikamera für rund 39 Euro angeboten, die auf Plattformen wie AliExpress für nur 4,59 Euro erhältlich ist.

Hinzu kommen höchstwahrscheinlich gefälschte Kundenbewertungen, die die Qualität der Produkte loben. In der Realität berichten jedoch viele Käufer:innen von minderwertiger Ware, mangelhafter Verarbeitung und dem bösen Erwachen, die Rücksendung nach China selbst bezahlen zu müssen.

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Am 30.09.2025 wurde uns außerdem eine weitere Variante mit dem Link forschwerk.com gemeldet. Der Websiteaufbau ist identisch. Es ist möglich, dass noch mehr dieser Online-Shops im Umlauf sind!

So erkennen Sie einen problematischen Online-Shop
  • Sitz außerhalb der EU: Vorsicht, wenn der Online-Shop seinen Sitz außerhalb der EU hat. Bei einer Bestellung oder Problemen ist es meist kaum möglich, Rechte wie Widerrufs- oder Gewährleistungsansprüche durchzusetzen. Defekte, beschädigte oder falsch gelieferte Produkte werden nur in Ausnahmefällen ersetzt oder zurückerstattet.

  • Rücksendung: Prüfen Sie auf der Webseite immer die Informationen zur Rücksendung. An welche Adresse müssen Sie die Ware zurückschicken und müssen Sie die Kosten selbst tragen? Nicht immer erfolgt eine Rücksendung an die im Impressum angegebene Adresse. Wenn Sie keine eindeutigen Angaben finden oder diese widersprüchlich sind, sollten Sie lieber nicht bestellen.

  • Lieferung aus Asien: Kommt die Ware aus Asien, müssen Sie mit sehr langen Lieferzeiten und manchmal sogar mit Zollgebühren rechnen. Auch eine Rücksendung nach Asien ist in der Regel sehr teuer.

  • Bewertungen: Recherchieren Sie vor Ihrer ersten Bestellung immer die Bewertungen anderer Kund:innen. Oftmals werden Sie bereits gewarnt.

  • Checken Sie unsere Listen: Neben unserer Liste betrügerischer Online-Shops, führen wir auch eine Liste problematischer Online-Shops. Nutzen Sie außerdem unseren Fake-Shop Detector, der Sie vor betrügerischen und problematischen Angeboten warnt.  

Ich bin unzufrieden mit meiner Bestellung! Was kann ich tun?
  • Retourenetikett anfordern: Teilen Sie dem Unternehmen mit, dass Sie vom Vertrag zurücktreten möchten, und fordern Sie ein Rücksendeetikett an.

  • Rücksendung überdenken: Wenn Ihnen das Unternehmen kein Retourenpaket-Label für die Rücksendung der Ware zukommen lässt, empfehlen wir Ihnen, die Ware nicht zurückzusenden. Es ist nämlich unklar, ob Ihnen das Unternehmen den Kaufpreis und die Portokosten ersetzen würde.

  • E-Mail-Verlauf speichern: Erfahrungsgemäß geht ein problematischer Shop nicht auf Ihre Forderungen ein. Um das Geld vom Zahlungsdienstleister zurückzufordern (siehe Schritt 2), ist es aber wichtig, Kontakt mit dem Shop aufzunehmen, da Sie meist nachweisen müssen, dass Sie den Shop kontaktiert haben.

  • Kreditkartenzahlung: Kontaktieren Sie Ihr Kreditkartenunternehmen und erklären Sie die Situation. Fragen Sie nach Möglichkeiten einer Rückbuchung. Nennen Sie als Grund „Es erfolgte keine Warenlieferung." oder „Es erfolgte die Lieferung von gefälschter bzw. falscher Ware.". Das Kreditkartenunternehmen nimmt aus Servicegründen in vielen Fällen eine Rückbuchung („Chargeback“) vor.

  • PayPal-Zahlung: Fordern Sie das Geld über den PayPal Käuferschutz zurück. Bevor Sie den Käuferschutz beantragen, müssen Sie in Ihrem PayPal-Konto einen Konflikt mit dem Unternehmen melden.

  • Klarna: Loggen Sie sich ins Kundenportal von Klarna ein. Pausieren Sie die Zahlung, falls Sie Rechnungskauf gewählt haben und melden das Problem. Bleiben Sie hartnäckig, wenn Klarna weiterhin Geld fordert. Falls Sie Mahnungen und Schreiben von einem Inkassobüro erhalten, sollten Sie einen Mahnstopp fordern und mitteilen, dass Sie der Zahlung widersprechen. Hier finden Sie weitere Tipps, was Sie bei Problemen mit Klarna tun können.

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