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E-Mails mit Anschuldigungen der Polizei sind Fake!

Gepostet am 25.03.2022 von Watchlist Internet

Auch Sie haben ein E-Mail von der Polizei oder dem Bundeskriminalamt erhalten, das Sie der Kinderpornografie, Pädophilie und des Exhibitionismus beschuldigt? Das E-Mail ist fake, die Anschuldigungen frei erfunden. Antworten Sie nicht und löschen Sie die Nachricht am besten.

Schon vor einigen Wochen berichtete die Watchlist Internet von dem fake E-Mail vom Bundeskriminalamt mit Betreff „BUNDESKRIMINALAMT VORLADUNG“. Noch immer erreichen uns zahlreiche Meldungen zu diesem Betrugsversuch, bei dem die EmpfängerInnen der Nachricht diverser Straftaten beschuldigt werden. Besonders gefinkelt: Die Kriminellen verschicken diese Nachrichten von offiziell lautenden Mail-Adressen wie beatrice.beorchia@polizei.gv.at.

Die Nachricht beginnt mit Variationen eines kurzen Textes und tritt auch mit unterschiedlichen Betreffzeilen auf. Hier zwei Beispiele:

Von: office.gouv.andreas.holzer@gmail.com
Bitte nehmen Sie die beigefügte Einladung zur Kenntnis
in der Anlage.
Mit freundlichen Grüßen
Bundesamt für Polizei

Oder auch

Von: beatrice.beorchia@polizei.gv.at
Betreff: Beschwerde
Hallo,
Aufgrund der eingetretenen Tatsachen Ihres schuldhaften Verhaltens.
(siehe beigefügtes Dokument).
Herzlich,
Beatrice Beorchia
Verantwortlich Systeme und Identifizierung
Bundespolizei

Alle diese Betrugsversuche haben jedoch etwas gemein: Die E-Mails enthalten eine PDF-Datei, in der die EmpfängerInnen beschuldigt werden, angeblich „Bilder und Videos mit exhibitionistischem oder kinderpornografischem Charakter“ zu besitzen sowie „erotische Nachrichten und Szenen der Zurschaustellung und Masturbation über Webcam und Instant-Chat-Sitzungen“ praktiziert zu haben. Diese Anschuldigungen sind frei erfunden.

EmpfängerInnen der Nachricht werden dazu aufgefordert an office.andreas.holzer@gmail.com , office.gouv.andreas.holzer@gmail.com oder an bundeskriminalamt@exekutivdirektion.email zu antworten. Bei diesen E-Mail-Adressen handelt es sich jedoch nicht um offizielle E-Mail-Adressen der Polizei! Behörden und offizielle Stellen versenden Nachrichten nie von Adressen die mit gmail.com enden.

Vorsicht

Antworten Sie nicht auf die Nachricht und gehen Sie nicht auf die Forderungen der Kriminellen ein!

Ich habe geantwortet – was ist zu tun?

Haben Sie auf das erste E-Mail geantwortet besteht noch kein Grund zur Sorge. In einem weiteren E-Mail versuchen die Kriminellen ihre Opfer weiter zu verunsichern. Die BetrügerInnen versuchen Ihre Opfer dazu zu bringen, hohe Summen an Geld zu überweisen. Ihre Antwort lautete wie folgt:

Dies ist die Antwort auf die Mitteilung, die Sie erhalten haben.
Bitte lesen Sie den Anhang der E-Mail (Gerichtsverfahren) und antworten Sie uns dann so schnell wie möglich.
Nach Ablauf der 48-Stunden-Frist werden wir ein formelles Verfahren einleiten, d. h. einen Haftbefehl ausstellen.
Ihre Kontaktdaten und Ihr Porträtfoto werden an die Kinderschutzorganisationen weitergeleitet.
sowie an die Massenmedien weitergeleitet, um Ihre Taten weithin bekannt zu machen.

Mit freundlichen Grüßen

Auch diese Nachricht enthält wieder eine PDF-Datei in der die Kriminellen 28.950€ von ihren Opfern verlangen. In dem Dokument findet sich außerdem der Hinweis, dass ein Schreiben verfasst werden muss, in dem die Zahlung mit der Unterschrift bestätigt wird. Ebenfalls verlangt werden Name, Vorname und volle Anschrift, doch Vorsicht! Geben Sie diese persönlichen Daten keinesfalls an die BetrügerInnen weiter! Sie könnten in weiterer Folge von Identitätsdiebstahl betroffen sein.

Wir raten Ihnen, antworten Sie nicht auf das E-Mail! Die Anschuldigungen sind frei erfunden. Verschieben Sie die Nachricht in Ihren Spam Ordner.

So schützen Sie sich

Mit den folgenden Tipps, können Sie sich vor ähnlichen betrügerischen Nachrichten schützen :

  • Empfangen Sie Anhänge von unbekannten E-Mail-Adressen, sollten Sie diese nicht öffnen. Denn die Anhänge könnten Schadsoftware enthalten. Im Zweifelsfall lieber anrufen und nachfragen, ob das E-Mail tatsächlich von dieser Behörde stammt.
  • Prüfen Sie Anhänge von unbekannten Absendern vor dem Öffnen mit VirustotalHier finden Sie eine Anleitung, wie Sie Virustotal sicher nutzen!
  • Haben Sie geantwortet und Daten, Ausweiskopien oder Geld übermittelt, sollten Sie unbedingt die Polizei informieren und eine kostenlose Strafanzeige erstatten.

Beratung & Hilfe:

Für konkrete Beratungsanfragen wenden Sie sich bitte an die entsprechenden Stellen, die wir auf der Seite "Beratung & Hilfe" für Sie aufgelistet haben: www.watchlist-internet.at/beratung-hilfe

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