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Gratisproben als Kostenfalle, Teil 2

Gepostet am 01.08.2013 von Internet Ombudsmann

Auf zahlreichen Websites werden vermeintliche Gratis-Produktproben angeboten. Wer diese Angebote annimmt, findet sich häufig in einer kostenpflichtigen Abo-Falle wieder. Welche Hürden zu meistern sind, um von den angeblich abgeschlossenen Verträgen zurückzutreten, lesen Sie hier.

Wie kürzlich in diesem Artikel berichtet, gibt es zahlreiche Websites, die Kund/innen mit vermeintlichen Gratis-Testprodukten von z.B. Kosmetika oder Diätprodukten locken. In Wahrheit wird mit Bekanntgabe der persönlichen Daten und dem Absenden der Bestellung ein kostenpflichtiges Abo eingegangen, das zu ungewollten und hohen monatlichen Kosten führt. Ein Rücktritt vom vermeintlich abgeschlossenen Vertrag ist nicht so einfach möglich, wie uns eine Watchlist Internet-Leserin als Reaktion auf unseren Artikel berichtete.

Aller Anfang war Facebook

Über Facebook wurde Frau Z. (Anm.: Name von der Redaktion geändert) auf einen vermeintlich redaktionellen Zeitungsartikel aufmerksam, in dem von einem „Diätwunder“ die Rede war. Bei diesem Artikel handelte es sich in Wahrheit um versteckte Werbung:


Eine Werbung für ein Diätprodukt, die als Zeitungsartikel getarnt ist.

Schon die Bestellung machte stutzig

Über den Artikel gelangte Frau Z. auf die Website advgarcinia.com, wo sie eine angebliche Gratisprobe für das Wundermittel bestellte.


Die Website advgarcinia.com, die mit einer Gratis-Produktprobe für das Diätprodukt „Garcinia Cambogia Extract“ wirbt und zu einem Abo-Vertrag führt.

Nach Erhalt der Bestätigungs-E-Mail wurde Frau Z. skeptisch, weshalb sie eine Internetrecherche über das Produkt durchführte. Schnell wurde ihr klar, dass Sie in eine Abo-Falle getappt war.

Der Rücktrittsversuch – oder: Die Geister, die ich rief ...

Mit dem Wissen um die eingegangene Abo-Falle machte sich Frau Z. daran, vom Vertrag zurückzutreten. Sie fand dafür auch die E-Mail-Adresse[email protected],diein ihrer Bestellbestätigung zur Kontaktaufnahme mit dem Unternehmen angeführt war. Das Problem jedoch: diese E-Mail-Adresse existierte nicht!

Über die Domainendungder nicht funktionierenden E-Mail-Adresse myaccountsupport.net konnte Frau Z. schließlich Telefonnummern in Erfahrung bringen, über die das Unternehmen erreichbar sein sollte. Aber auch die angegebenen Telefonnummern funktionierten fast alle nicht.


myaccountsupport.net nannte zwar zahlreiche Telefonnummern, die zum Unternehmen führen sollten, davon funtkionierte aber fast keine.

Durch Glück fand Frau Z. dann doch noch eine funktionierende Telefonnummer. Obwohl die Vorwahl auf +43 lautete, wurde jedoch kein Deutsch gesprochen. Mehrere Kontaktaufnahmen mit angeblich anwesenden, deutschprachigen Mitarbeiter/innen scheiterten, weshalb Frau Z. auf Englisch erklärte, vom Vertrag zurückzutreten. Als Antwort bekam sie zu hören, dass das nicht möglichsei, da die Ware bereits an sie versendet wurde.

Daraufhin spielte Frau Z. mit dem Gedanken, die Ware nicht anzunehmen, sondern das Paket ungeöffnet zurück an den/die Absender/in zu senden, um auf diese Art und Weise ihren Rücktritt zu erklären. Im Internet fand sie jedoch heraus, dass „ein Produkt, das mit dem Vermerk ‚Zurück zum Absender‘ versehen ist, (…) nicht (als Zurückgegeben) akzeptiert“ werden kann. Vielmehr muss eine Warenrücksendegenehmigung eingefordert werden, die nur sieben Tage ab eingelangter Bestellung gültig ist. Tatsache ist jedoch, dass die nur sieben Tage gültige Warenrücksendegenehmigung nie rechtzeitig bei dem/der Konsument/in eintreffen und mit den Produkten zurück an das ausländische Unternehmen gesendet werden kann. Daraus folgt, dass ein Rücktritt vom Vertrag vom Unternehmen unmöglich gemacht wird.

Hilfe durch den Internet Ombudsmann

Überflüssig zu erwähnen, dass dieses Verhalten seitens der Diätprodukt-Firma nicht rechtens ist! Weitere zugeschickte, unbestellte Waren könnte Frau Z. nun ohne Bezahlung behalten. Da dies jedoch stark vom Einzelfall abhängig ist, empfehlen wir anderen Betroffenen, sich (so wie Frau Z.) an den Internet Ombudsmann zu wenden.

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