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Der Trick mit dem Branchenbuch

Gepostet am 08.07.2013 von Watchlist Internet

Immer wieder werden E-Mails mit der Aufforderung verschickt, Firmendaten in ein angeblich „internationales Verzeichnis“ einzutragen. Dabei wird der Anschein erweckt, dass es sich um einen offiziellen Vorgang handelt – mitnichten, wie das Kleingedruckte zeigt!

Wie mehrere User/innen-Meldungen an die „Watchlist Internet“ zeigen, sind auch (Klein-)Unternehmer/innen oft Opfer von dubiosen Schreiben: Sie erhalten E-Mails von unseriösen Firmen, die dazu auffordern, die Firmendaten z.B. in ein „Gelbes Branchenbuch“, in das „Trade Register of European Companies“, in ein „Branchenverzeichnis“, in eine „Branchensuche“ oder in ein „Branchen-Wiki“ einzutragen. In der E-Mail wird suggeriert, dass für diesen Eintrag keine Kosten anfallen. Es heißt dort zum Beispiel wortwörtlich „Updating is free of charge!“ oder „GRATIS Basiseintrag zu aktualisieren“. Die E-Mails werden wahllos verschickt und landen genauso auch in privaten E-Mail-Postfächern.

Der E-Mail ist ein Formular angehängt, das persönliche Daten, wie z.B. den Firmennamen, die Kontaktperson oder die Firmenbuchnummer, abfragt. Das Ganze erweckt den Anschein, seriös und von öffentlicher Stelle zu sein. Das Formular soll vollständig ausgefüllt an eine Postadresse gesendet werden (z.B. nach Holland).

Das tückische Kleingedruckte …

Wer unachtsam seine Daten preisgibt und nicht das Kleingedruckte in den Formularen beachtet, erfährt eine böse Überraschung: Bei genauem Durchlesen des gesamten Formulars (!) zeigt sich im Kleingedruckten versteckt, dass es sich bei dem „Branchenverzeichnis“ um ein privates Unternehmen handelt, das die so erhaltenen Daten bloß auf einer unbekannten Seite veröffentlicht. Dafür wird jedoch immerhin eine beachtliche Summe verlangt: Handelt es sich einmal um moderat anmutende 98 Euro im Jahr, können es ein anderes Mal bereits 990 Euro im Jahr sein, die bei unüberlegtem Ausfüllen und Unterzeichnen des Formulars anfallen.

Siehe dazu nachfolgendes Beispiel:


Kleingedruckt und schwer leserlich versteckt sich im Formular der Hinweis, das Kosten für den Eintrag in das Verzeichnis anfallen (im Beispiel stolze 990 Euro pro Jahr!), obwohl in der E-Mail angedeutet wird, dass es sich um ein kostenloses Angebot handelt.

Damit ist offensichtlich, dass es sich um einen Betrugsversuch handelt. Daher: Reagieren Sie nicht auf solche E-Mails und löschen Sie diese am besten sofort! Ist dieser Hinweis schon zu spät, bleibt nur noch der Weg einer irrtumrechtlichen Anfechtung offen, um vom Vertrag zurücktreten zu können.

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