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Der (fast) perfekte Kleinanzeigen-Betrug

Gepostet am 18.11.2013 von Watchlist Internet

Die Geschäfte auf Kleinanzeigenplattformen finden in der Regel zwischen Privatpersonen statt – vor Betrug schützt das aber nicht. Inzwischen sind die Tricks der Betrüger/innen so ausgefeilt, dass es schwierig ist, diese zu entlarven. Wir sagen Ihnen, worauf Sie bei einem Kauf besonders achten sollten.

Auf Kleinanzeigen- oder Auktionsplattformen finden sich Produktschnäppchen, die im regulären Handel nicht erhältlich sind. Beispielsweise wird ein vermeintlich brandneues „Apple iPhone 5s“, ein „Apple MD510FD/A iPad 4“ oder ein „Sony PlayStation 3 - GTA 5 Bundle“deutlich unter Marktpreis angeboten. Verkäufer/innen dieser Angebote sind Privatpersonen, die über ein österreichisches Bankkonto und eine österreichische Telefonnummer verfügen. Die Kontaktaufnahme zwischen den Vertragspartner/innen in spe erfolgt problemlos und das Gegenüber weiß auf der anderen Leitung mit seinem Auftreten zu überzeugen.


Eine betrügerische Verkaufsanzeige für ein iPad 4 – „nagelneu und ungeöffnet“ – auf einer Kleinanzeigenplattform.

Der Verdacht, dass es sich bei all dem um Betrug handeln könnte, liegt fern. Und dennoch kann es sein, dass nach durchgeführter Überweisung das Geld für immer verloren ist und die Ware niemals ankommt. Ist die Überweisung einmal getan, ist die Kontaktaufnahme mit den Verkäufer/innen nicht mehr möglich. In diesem Fall kann nur noch Anzeige bei der Polizei erstattet und das Betrugskonto bei der Bank gemeldet werden.

Die Betrugsmasche

Die Betrüger/innen schalten Verkaufsanzeigen, in denen sie Elektrogeräte, Haushaltsprodukte, Autoteile und Freizeitbedarf zu einem verhältnismäßig günstigen Preis anbieten. Dennoch ist die Summe immer noch so hoch angesetzt, dass mit dem vermeintlichen Verkauf eines Produktes 500 bis 1.000 Euro eingenommen werden. Als Zahlungsart wird ausnahmslos Vorauskassa akzeptiert. Um bei potenziellen Käufer/innen nicht aufzufallen, werden österreichische Bankdaten bekannt gegeben. Die Konten existieren tatsächlich und wurden mit gestohlenen oder gefälschten Personalausweisen eröffnet. Ist das Geld per Vorkasse bezahlt, wird es innerhalb kürzester Zeit vom Bankkonto abgehoben, sodass es für immer verloren ist.

Woran Sie Betrüger/innen erkennen können

Es ist nicht immer so einfach, die beschriebene Betrugsmasche als solche zu erkennen. Dennoch kann es Hinweise geben, die dafür sprechen, dass Kriminelle am Werk sind:

  • Der Preis für das angebliche Neuprodukt liegt deutlich unter dem aktuellen Marktpreis.
  • Auf Verkaufsplattformen finden sich zahlreiche Inserate mit dem gleichen Produkt, zu einem fast identen Preis, mit einer fast identen Anzeigengestaltung und dem gleichen Verkaufsort.
  • In den E-Mail-Adressen der unterschiedlichen Inserate werden zum Teil die gleichen Buchstabenfolgenverwendet. Beispiel: thomlier@ oder lier[email protected]
  • Die Verkäufer/innen bieten von sich aus einen Nachweis über ihre Bankkonten an.
  • Ausnahmslos wird nur eine Zahlung per Vorauskassa akzeptiert.

Am besten Ware persönlich übernehmen und bezahlen

Um nicht in die Falle zu tappen, ist es wichtig, nicht alles zu glauben, was im Internet steht: So sollte es bereits stutzig machen, wenn ein Neuprodukt, dass im regulären Handel 1.000 Euro kostet, im Internet um nur 500 Euro erhältlich ist. Darüber hinaus ist es zu empfehlen, bei unbekannten Unternehmen und Einzelpersonen Waren immer nur per Nachnahme oder – das ist überhaupt am Allerbesten – direkt bei der persönlichen Übernahme zu bezahlen.

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