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Bewerbung als Kinderbetreuer/in führt zu Erpressung

Gepostet am 20.04.2015 von Watchlist Internet

In einem Inserat werden Kinderbetreuer/innen gesucht. Wer sich für die Stelle interessiert, soll ein Foto des Reisepasses an die darin genannte Kontaktperson übermitteln. Nachdem das getan wurde, fordert diese eine Geldzahlung, andernfalls wird der Ausweis für Verbrechen genutzt.


Übermitteln Sie keine Reisepasskopien über das Internet. (cc)Justus Blümer - flickr.com

Auf einer Kleinanzeigenplattform findet sich ein Inserat, mit dem die Akademikerin Mag. Maximila Musterfrau nach Babysitter/innen für ihr Kind sucht. Wer sich für die Stelle interessiert, soll der Inserentin ein Foto des Reisepasses zukommen lassen, sodass diese sich davon überzeugen kann, dass die zukünftigen Kinderbetreuer/innen österreichische Staatsbürger/innen und vertrauensvoll sind.

Keine Stelle zu vergeben

Wer im guten Glauben, die Stelle zu bekommen, der Aufforderung nachkommt, erleidet eine böse Überraschung, denn schlagartig schlägt die Stellenausschreiberin einen anderen Ton an:

Um es kurz zu machen es gibt keine Babysitterstelle zu vergeben. Hat es auch nie!
Doch vielen dank für deine persönlichen dokumente.

diese hab ich jetzt online gestellt in einen dark-web schwarzmarkt zum verkauf. keine panik du kannst deine dokumente frei kaufen. wenn du mir nicht glaubst siehe den anhandg
 
kostet dich 200 euro, zuerst 100 euro dann bekommst den link, dann  nochmals 100 euro und ich entferne sie und du kannst dann selber nachschauen und wirst sehen ich hab sie tatsächlich entfernt.

mit solchen dokumenten kann man viel scheiße bauen ich sag nur identitätsdiebstahl, dank deiner unterlagen und den bild plus das foto wo du dein dokument in händen hällst ist das ganz ganz leicht. und dann hast du die probleme am hals mit inkasso, anwälten, kredithaien, polizei usw.
 
wenn du jetzt meinst du musst zur polizei laufen weil di dir helfen könnten. fehlanzeige!
die können dir nicht helfen. ich benutze einen von server im ausland der nicht logt, habe internet über wertkarte und gebe mich von anfang an aus als jemand der ich nicht bin. finden werden die mich nie!

also zahl lieber das kleine geld, ich lösche alles was ich von dir habe und fertig

In weiterer Folge erklären die sich nunmehr als solche demaskierenden Kriminellen, wie der Geldbetrag an sie überwiesen werden soll:

eines solltest du wissen, das ist nichts persönliches. mir geht es nicht darum dir zu schaden oder dass du probleme bekommst alles was ich will ist nur etwas geld und fertig. gib mir das geld und ich dir deine ruhe zurück!

zwecks zahlung, keiine überweisung nein...

1. geh auf: bitcoinbon.at/outlets/
2. finde eine verkaufsstelle in deiner nähe
3. geh hin und kaufe bitcoinbons in höhe von €200
4. sollte in deiner nähe keine sein, geh in eine trafik, libro, post.. und kaufe
paysafecard für €250 (50€ mehr weil es mit den PSC umständlicher ist und mehr gebührer anfallen)

du bekommst dann zwei bons die ausschauen wie handyladebons, dann machst du ein bild schickst es mir, wartest bis ich ok sage, und dann kannst die bons wegschmeißen. ab dann sind deine dokumente gelöscht.

Ich wurde Opfer – was soll ich tun?

  • Gehen Sie nicht auf die Forderungen der Erpresser/innen ein, denn eine Geldzahlung bewirkt, dass weitere verlangt werden. Das wird solange fortgesetzt, bis das Opfer die Aussichtslosigkeit der Lage erkennt und diesem Begehren nicht mehr nachkommt. Am Ende gibt es einen hohen finanziellen Verlust. Unabhängig davon ist eine einmal im Internet veröffentlichte Bilddatei für immer online, denn sie kann nicht dauerhaft entfernt werden.
  • Brechen Sie sofort jeden Kontakt mit den Erpresser/innen ab und erstatten umgehend Anzeige bei der Polizei.
  • Um zu verhindern, dass ihre echten und aktuellen Ausweisdaten für Verbrechen genutzt werden, ist es empfehlenswert, sich ein neues Dokument ausstellen zu lassen.

Die Watchlist Internet empfiehlt:

Versenden Sie niemals Ausweiskopien über das Internet! Das Risiko, Opfer eines Datendiebstahls zu werden, ist viel zu hoch. Selbst im realen Berufsleben ist es außergewöhnlich, eine Kopie des Reisepasses an den/die Arbeitgeber/in zu übermitteln.

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