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Betrugsgefahren beim Privateinkauf

Gepostet am 03.01.2019 von Watchlist Internet

Personen, die von Privatpersonen Produkte kaufen, können an Kriminelle geraten. Sie verlangen eine Bezahlung der Ware im Voraus oder einen Identitätsnachweis zu ihrer Sicherheit. Die Ware liefern sie jedoch nicht, weshalb Opfer ihr Geld und ihre Identität an die Betrüger/innen verlieren. Die Watchlist Internet zeigt Ihnen bekannte Betrugsformen beim Privateinkauf, damit Sie sicher auf Kleinanzeigen-Plattformen einkaufen können.

Personen, die auf Kleinanzeigen-Plattformen einkaufen, können an Betrüger/innen geraten. Diese bieten beispielsweise teure Waren zu günstigen Preisen an. Die Kontaktaufnahme mit den Verkäufer/innen soll über externe Kanäle, wie zum Beispiel die private E-Mailadresse oder einen Messenger-Dienst, erfolgen. Das verhindert, dass die Sicherheitsinfrastruktur der Kleinanzeigen-Plattformen den Betrugsversuch rechtzeitig erkennen und verhindern kann. Sobald sie die Infrastruktur der Kleinanzeigen-Plattform verlassen haben, schlagen die Kriminellen die Kaufabwicklung über ein Treuhandunternehmen, eine Bezahlung der Ware im Voraus oder die Übermittlung eines Personalausweises zu ihrer Sicherheit vor. Käufer/innen, die sich auf die Forderungen einlassen, verlieren ihr Geld oder ihre Identität an Unbekannte. Damit Ihnen das nicht passiert, zeigen wir Ihnen im Nachfolgenden häufige Betrugsformen beim Privateinkauf.

Bezahlung im Voraus

Auf Kleinanzeigen-Plattformen inserieren Kriminelle Produkte zum Verkauf. Der Preis dafür kann, muss aber nicht verhältnismäßig günstig sein. Ebenfalls liegen Fälle vor, in denen Verkäufer/innen für ihre Waren kein Geld, sondern lediglich die Bezahlung der Versandkosten verlangen. Nach einer Kontaktaufnahme mit den Anbieter/innen erfahren Käufer/innen, dass sie den vereinbarten Preis vorab mittels Bargeldtransferdiensten, wie zum Beispiel Western Union oder MoneyGram, oder mittels Überweisung ins Ausland transferieren sollen.

- Wie zahle ich?
- Hallo – per Überweisung auf ATxxxxxxxxxxxxxxxxxx

Weitere erwünschte Zahlungsmethoden der Kriminellen sind die Bezahlung der Ware mit paysafecards, Amazon-Gutscheinen oder Bitcoins. Käufer/innen, die der Aufforderung nachkommen, den Kaufpreis vorab zu bezahlen, verlieren ihr Geld, denn nach Zahlungseingang sind die vermeintlichen Verkäufer/innen für sie nicht mehr erreichbar. Zu einer Warenlieferung kommt es nicht.

Die Betrugsform mit der Bezahlung im Voraus ist grundsätzlich schwer zu erkennen, wenn Sie das Geld innerhalb Österreichs überweisen sollen. Im Zweifel ist es meist am besten, wenn Sie mit den Verkäufer/innen die persönliche Warenübergabe vereinbaren. Ist diese aufgrund der räumlichen Distanz nicht möglich, können Sie zu Ihrer Sicherheit die Bezahlung per Nachnahme vorschlagen. Dadurch bezahlen Sie das Produkt erst, wenn Sie es tatsächlich erhalten. Behaupten Verkäufer/innen bereits zu Beginn der Kaufabwicklung, dass sie aus dem Ausland sind und fordern sie eine Geldüberweisung in einen Drittstaat, brechen Sie den Einkauf ab, denn in diesem Fall sind Sie eindeutig an Kriminelle geraten. Das Gleiche gilt in jenen Fällen, in denen Sie die Ware mit unüblichen Zahlungsmethoden, wie zum Beispiel paysafecards, Amazon-Gutscheinen oder Bitcoins bezahlen sollen.

Betrug mit erfundenem Treuhandunternehmen

Auf Kleinanzeigen-Plattformen finden sich normalerweise teure Produkte, wie zum Beispiel Autos, zu verhältnismäßig günstigen Preisen. Käufer/innen, die sich dafür interessieren, erfahren, dass die Verkäufer/innen im Ausland sind. Aus diesem Grund soll der Verkauf mithilfe eines Treuhandunternehmens erfolgen. Die Kriminellen erklären den Vorteil dieser Vorgehensweise damit, dass sie für Sicherheit sorgt: Einerseits liefern sie die Ware an das Treuhandunternehmen, andererseits überweisen die Käufer/innen den Produktpreis an die Spedition. Sobald diese beide Leistungen erhalten hat, sendet es das Produkt an die Käufer/innen. Diese haben einige Tage Zeit, um eine Entscheidung darüber treffen, ob sie die Ware behalten wollen. Nur wenn das der Fall ist überweist das Treuhandunternehmen den Kaufpreis an die Verkäufer/innen. Andernfalls kommt es zu einer Kaufpreisrückerstattung.

Ich erklärte Ihnen die Schritte! Das Unternehmen bietet eine Bankbürgschaft über Ihr Geld! Das Auto kommt innerhalb von 3 Tagen, nachdem Sie den Transfer gemacht haben! Sie haben 5 Tage Zeit das Auto zu testen und zu Überprüfen!

Wenn Sie das Auto nicht kaufen möchten, wird das Unternehmen Ihnen das Geld zurückgeben und das Auto zurücknehmen. Dies ist die Politik des Unternehmens, das Geld wird zu mir kommen, nachdem die Transaktion beendet wurde.

In Wahrheit gibt es das neutrale Unternehmen jedoch nicht. Es sind Kriminelle, die gefälschte Nachrichten an Käufer/innen senden. Erhalten sie das Geld, geht es verloren, denn eine Gegenleistung dafür gibt es nicht.

Den Betrug mit dem erfundenen Treuhandunternehmen erkennen Sie daran, dass die kriminellen Verkäufer/innen behaupten, im Ausland zu sein. Bereits das ist für Sie ein Grund dafür, jeden Kontakt mit den Vertragspartner/innen abzubrechen und keine weiteren Schritte zu setzen. Weitere Anhaltspunkte für den Treuhandbetrug sind der Vorschlag, ein vermeintlich neutrales Unternehmen mit der Kaufabwicklung zu betreuen und die Aufforderung an Sie, Geld ins Ausland zu überweisen.

PayPal-Überweisung an Freunde oder Familie

Verkäufer/innen schlagen Interessent/innen vor, dass sie ihre Ware mit PayPal bezahlen. Damit für die Überweisung keine Gebühren anfallen, sollen Käufer/innen die Option „Geld an Freunde oder Familie senden“ auswählen.

Können sie den Betrag unter Freunde und Familie überweisen. Da Paypal mir einen deftigen Betrag von fast 30€ abzieht das sie mir Geld überweisen.

Nach der Bezahlung der Ware bleibt eine Lieferung aus und eine Kontaktaufnahme mit den Verkäufer/innen ist nicht mehr möglich. Das überwiesene Geld ist verloren, denn das Senden des Kaufpreises an Freunde oder Familie führt dazu, dass der PayPal Käuferschutz im Fall einer ausbleibenden Lieferung nicht greift: Es kommt zu keiner Kostenrückerstattung durch PayPal. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Sie jeden Kontakt mit Verkäufer/innen abbrechen, die Ihnen die PayPal-Bezahlung „Geld an Freunde oder Familie senden“ vorschlagen. Das ist für Sie ein Hinweis darauf, dass Sie an Kriminelle geraten sind.

Identitätsdiebstahl beim Privateinkauf

Nach Besprechung der genauen Kaufabwicklung verlangen Verkäufer/innen von ihren Vertragspartner/innen zu ihrer Sicherheit die Übermittlung einer Ausweiskopie. 

Um die Transaktion zu beginnen benötige ich:

- Ihren Namen, Nachnamen und Anschrift
- Ihre Telefonnummer
- Kopie Ihres Personalausweises

Den Wunsch nach der Ausweiskopie begründen die Betrüger/innen beispielsweise damit, dass sie beim Verkauf von Waren bereits schlechte Erfahrungen gemacht haben und sich vor weiteren kriminellen Käufer/innen schützen wollen. Sobald die Verbrecher/innen über die Ausweiskopie ihrer Opfer verfügen, ist keine Kontaktaufnahme mit ihnen mehr möglich. Die Ausweiskopie kann von den Täter/innen beispielsweise für Verbrechen unter dem Namen ihrer Opfer, eine Erpressung oder für betrügerischen Ein- und Verkäufe genutzt werden. Am sichersten ist es für Sie daher, wenn Sie unter keinen Umständen Ausweiskopien an Privatpersonen senden, denn dafür gibt es keinen nachvollziehbaren Grund.

Betrügerischer Nachweis der Zahlungsfähigkeit

Bevor Verkäufer/innen ihr Produkt an Käufer/innen senden, verlangen sie von diesen einen Nachweis über ihre Zahlungsfähigkeit. Dazu fordern sie diese auf, an Familienmitglieder oder an sich selbst Geld mittels Western Union oder MoneyGram zu überweisen. Den Nachweis über die erfolgreiche Transaktion sollen Interessent/innen an die Verkäufer/innen übermitteln. Damit ist es diesen mit gefälschter Identität möglich, den Geldbetrag entgegenzunehmen. Die Ware gibt es dafür nicht. Nachdem es absolut ungewöhnlich ist, dass Sie Verkäufer/innen gegenüber ihre Zahlungsfähigkeit nachweisen sollen, brechen Sie bei diesen Forderungen am einfachsten jeden Kontakt mit den Verkäufer/innen ab, denn andernfalls werden Sie Opfer dieses Betrugs.

Erklärvideo zum Thema Kleinanzeigenbetrug

Alternativ können Sie das Video auch auf unserem Vimeo-Kanal anschauen.

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