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Betrug mit Mehrwert-SMS über gestohlene Facebook-Konten

Gepostet am 17.12.2013 von Watchlist Internet

Um Facebook-Nutzer/innen finanziell zu schädigen, werden Identitäten gestohlen und Aufforderungen an „Freund/innen“ versandt, die eigene Handynummer bekannt zu geben. Ist das geschehen, soll auf eingehende SMS mit „JA“ geantwortet werden. Unerwünschte SMS-Abos sind die Folge.

Wie uns Watchlist Internet-Leser/innen berichten, werden über Facebook Freundschaftsanfragen von ihnen tatsächlich bekannten und real existierenden Personen gestellt. Sobald die Facebook-Anfrage bestätigt wird, nimmt der/die vermeintliche Freund/in Kontakt auf und erkundigt sich nach Neuigkeiten. Dabei wird unter anderem nach der aktuellen Handynummer gefragt.


Vorsicht vor SMS-Betrug auf Facebook: Betrüger/innen kopieren echte Profile und
erfragen bei vermeintlichen „Freund/innen“ aktuelle Handynummern. Ein schnell
getipptes „JA“ auf eine SMS und schon schnappt die Abo-Falle zu.
(cc) F. Gopp - pixelio.de

Die Betrugsmasche

Ist die Handynummer bekannt gegeben, fordert der/die „Freund/in“ dazu auf, die nächste SMS mit „JA“ zu beantworten. Die Frage, warum das getan werden soll, wird ausweichend beantwortet. Wie von der LPD Salzburg berichtet, kann der Inhalt der eintreffenden SMS unter anderem wie folgt lauten:

ZONG: Bestätigen Sie EUR 100,00 Antworten Sie mit JA

Unmittelbar nachdem die eingehende SMS mit „JA“ beantwortet wurde, folgt eine weitere SMS, in der zu lesen ist, dass ein Guthaben von EUR 100,- auf Facebook erfolgreich verbucht wurde. Danach kommen weitere SMS mit der Aufforderung, diese mit „JA“ zu beantworten.

Gefahr für alle Freund/innen

Die Betrüger/innen begnügen sich nicht nur damit, einzelne Personen zu kontaktieren,sondern nutzen den gesamten Freundeskreis der gestohlenen Identitäten aus, um ihre Betrugsmasche durchzuziehen.

Werden die tatsächlich bekannten Personen telefonisch unter ihrer korrekten Rufnummer kontaktiert, stellt sich sehr schnell heraus, dass hier nicht alles mit rechten Dingen zugeht. Die echten Freund/innen berichten, dass sie niemals diese Nachrichten versendet haben und/oder gar nicht auf Facebook registriert sind.

Variante 1

Es kommt vor, dass tatsächlich existierende Facebook-Profile eins zu eins kopiert werden. In weiterer Folge wird über diese Fake-Profile die Aufforderung an „Freund/innen“ versendet, die eigene Handynummer bekannt zu geben und auf eintreffende SMS mit „JA“ zu antworten. Ironischerweise erhalten Personen, deren Konten kopiert werden, kurze Zeit später von wildfremden Menschen auf Facebook die Drohung, dass eine Anzeige bei der Polizei erstattet wird, wenn deren (rechtmäßige) Konten nicht unverzüglich gelöscht werden.

Variante 2

Es wird berichtet, dass tatsächlich existierende Facebook-Konten gehackt werden.

Die Folgen: unerwünschte SMS-Abos

Antwortet der/die ahnungslose Facebook-Nutzer/in auf die SMS mit „JA“, geht er/sie unwissend ein SMS-Abo ein. Das SMS-Abo ist dafür verantwortlich, dass die eigene Handyrechnung mit EUR 100,- pro beantworteter SMS belastet wird. Aus diesem Grund ist Vorsicht geboten und dringend davon abzuraten, auf solche SMS zu antworten!

Unsere Tipps

Um sich vor dieser Betrugsfalle zu schützen, empfiehlt die Watchlist Internet:

  • Nehmen Sie keine Freundschaftsanfragen von Personen an, die Sie bereits in Ihren Facebook-Kontakten haben. Im Zweifel kontaktieren Sie die Personen z.B. telefonisch und fragen nach.
  • Antworten Sie generell nicht auf unbekannte Nummern.
  • Lesen Sie immer genau, WAS sie mit der Eingabe von „JA“ o.ä. eigentlich bestätigen würden.
  • Melden Sie gestohlene Identitäten und Fake-Profile an Facebook und beantragen Sie eine Löschung.
  • Vertrauen Sie auf Ihr Bauchgefühl: Wenn Ihnen etwas komisch vorkommt, brechen Sie den Kontakt ab bzw. lassen Sie sich nicht zu Handlungen überreden, die Sie nicht tun möchten.
  • Beachten Sie die Einstellungen zum Schutz der Privatsphäre auf Facebook. Tipps und Leitfäden dazu finden Sie bei Saferinternet.at.
  • Sie können die eigene Handynummer für Mehrwert-SMS-Dienste und/oder WAP-/WEB-Billing bei IhremMobilfunkbetreiber sperren lassen.
  • Sollten Sie Opfer dieser Betrugsmasche geworden sein, erstatten Sie eine Anzeigebei der Polizei.

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