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News

Betrug mit Hundewelpen

Gepostet am 22.12.2013 von AKNÖ, Konsumentenschutz

„Hundewelpen zu verschenken!“ – oft entpuppen sich Anzeigen wie diese auf Kleinanzeigen-Plattformen als wahre Kostenfallen. Eine Konsumentin aus Niederösterreich wurde Opfer eines Vorauszahlungsbetrugs, nachdem sie zwei inserierte Hundebabys übernehmen wollte. Der Schaden: knapp € 3.000,-!

Der Kontakt zur vermeintlichen Verkäuferin wurde über Facebook und E-Mail gehalten. Schnell stellte sich heraus, dass die Hundebabys derzeit angeblich im Ausland sind, aber eine Überstellung nach Österreich überhaupt kein Problem darstellt – die Kosten für den Transport sollte jedoch die Käuferin zahlen.


Eine Anzeige, die die Herzen von Tierfreund/innen dahin schmelzen lässt ... Doch den versprochenen Hundewelpen gibt es nicht, die Betrüger/innen haben es nur auf das schnelle Geld abgesehen. (Beispielanzeige, Screenshot: 20.12.2013)

Angeblich immer weitere Zahlungen notwendig

Für die ursprünglich als „gratis“ ausgewiesenen Hundewelpen, summierten sich die Kosten. Unter anderem wurden Zahlungen via Western Union für den Transport verlangt, dann für Versicherungskosten und schließlich für eine klimatisierte Transportbox. Wegen plötzlicher Erkrankung auf dem Transportweg mussten zusätzlich Tierarztkosten bezahlt werden. Schlussendlich fiel der – von Beginn an sowieso nicht beabsichtigte – Transport der Hundebabys gänzlich aus, da die Hunde angeblich plötzlich verstorben waren. Die Konsumentin weigerte sich weitere anfallende Versicherungskosten von € 2.500,- zu bezahlen und wurde deshalb sogar massiv unter Druck gesetzt.

AKNÖ „testete“ die vermeintliche Verkäuferin

Die AKNÖ hat sich bei der vermeintlichen Verkäuferin gemeldet und als Interessent ausgegeben und siehe da: die Hunde waren wieder am Leben! Nach Kontaktherstellung wurde unter anderem diese Nachricht übermittelt:

Von: bankslove32@yahoo.co.uk

Beide Welpen wird kommen mit ihren ersten Schüsse, einen europäischen Pass, Mikrochip Identifikation und eine schriftliche Garantie für sauberes Leben genehmigt durch die tierärztliche Überwachung

zwei verfügbaren, einem männlichen und einem weiblichen Welpen stehen
zur Adoption
Wollen Sie männlich oder weiblich?
von ihnen oder beide?
Wo wohnen Sie?

Erzähl mir mehr über sich selbst und Haustiere?
Sie können auch mailen Sie mir in Englisch, wenn du kannst
Sie können auch add me on facebook auf den untenstehenden Link

facebook.com/banks.faith

Dank und in Kontakt bleibe

Das Geld ist weg

Der Betroffenen blieb letztlich nur, Anzeige bei der Polizei zu erstatten. Insgesamt wurden knapp € 3.000,- an die Betrüger/innen bezahlt. Die Verfolgung der Betrüger/innen, die im Regelfall aus dem Ausland agieren, gestaltet sich aber erfahrungsgemäß äußerst schwierig.

Hinweis: Das österreichische Tierschutzgesetz verbietet Privatpersonen und nicht eingetragenen Hobbyzüchtern das öffentliche Feilbieten von Tieren – auch im Internet!


Auch diesen süßen Chihuahua gibt es in Wirklichkeit nicht zu kaufen, das Inserat ist Betrug. (Beispielanzeige, Screenshot: 03.10.2013)

Tipps:

  • Kaufen Sie Tiere nur, wenn Sie die Möglichkeit haben, diese vorab persönlich kennenzulernen bzw. selbst abzuholen.
  • Meiden Sie generell Käufe im Internet, bei denen Bargeldtransfer verlangt wird. Lesen Sie dazu auch: Was Sie bei Zahlungen mit Western Union, MoneyGram & Co. beachten müssen
  • Wenn Sie bereits in die Falle getappt sind: Sichern Sie alle Beweise und brechen Sie danach den Kontakt zu den Betrüger/innen ab. Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei und machen Sie eine Meldung an die Plattform, auf der das Inserat geschalten wurde. Hilfe zu Ihrem konkreten Fall können Sie sich auch beim Internet Ombudsmann holen.

Unterstützt von:

Ein Projekt der:

Internet Ombudsmann