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Betrug mit begehrten Champions League Tickets auf Facebook

Gepostet am 04.12.2019 von Watchlist Internet

Die Lieblings-Band einmal live zu erleben oder den favorisierten Fußballklub in der UEFA Champions League live im Stadion anzufeuern, ist ein einmaliges Erlebnis. In Facebook-Gruppen ausverkaufter Events versuchen verzweifelte Fans, die letzten Tickets zu ergattern. In Privatnachrichten werden ihnen diese Karten auf Facebook gegen Überweisung oder PayPal-Zahlung versprochen. Vorsicht: Dahinter können Kriminelle stecken!

Aktuell erreichen uns Meldungen bitter enttäuschter Fußballfans. Der Frust ist nicht etwa durch ein unschönes Ergebnis bedingt, sondern durch betrügerische Ticket-Angebote. Mit dem Match des FC Red Bull Salzburg gegen den Liverpool FC am 10. Dezember, steht wieder ein spannendes Match in Österreich am Champions League Plan. Tickets für das Aufeinandertreffen stehen hoch im Kurs. Wie bei Großveranstaltungen üblich, gibt es für dieses Match entsprechende Facebook-Veranstaltungsgruppen. Auf der dortigen Pinnwand können sich Ticket-Suchende und AnbieterInnen von Last-Minute-Tickets austauschen.

Die Angebote im Sozialen Netzwerk können durchaus seriös sein, da es vorkommt, dass Ticket-BesitzerInnen krank werden oder anderweitig verhindert sind und ihre Karten weiterverkaufen möchten. Viele der Angebote in Sozialen Netzwerken kommen jedoch von Kriminellen, welche die Vertrauensseligkeit der Fußballfans ausnutzen. Sie kontaktieren ihre Opfer direkt per Facebook-Nachricht/Chat und bieten ihnen die gesuchten Tickets an. Sie verlangen von ihren Opfern, den Ticketpreis via PayPal Friends also mit der Funktion „Geld an Freunde oder Familie senden“ an eine nichtssagende E-Mail-Adresse zu überweisen. Auch eine direkte Banküberweisung wird mitunter verlangt. Danach bricht der Kontakt meist ab. Das dahinterstehende Facebook-Profil ist fake – die Angaben über die Person sind frei erfunden oder gestohlen. Überwiesenes Geld ist in aller Regel verloren. Die bezahlten Tickets gibt es nicht. Auch der Käuferschutz gilt bei dieser Art der PayPal-Zahlung nicht.

Der Bezahlvorgang

Die Zahlung kann, wie erwähnt, per Banküberweisung oder PayPal erfolgen. Eine Banküberweisung bietet Ihnen keinerlei Sicherheit und überwiesenes Geld ist verloren. Zusätzlich fällt auf, dass die Überweisungen immer auf fremde Konten erfolgen sollen, die nicht zu den Facebook-Profilen passen. Begründet wird dies mit der Sperre eigener Konten oder einer leichteren Abwicklung wegen eines „internationalen Kontos“. Derartige Behauptungen sind frei erfunden.

PayPal hingegen bietet einen Käuferschutz an, der vor Betrug schützen soll. Achtung: Dieser gilt nicht bei Nutzung der Funktion „Überweisung an Freunde oder Familie“! Da dies einigen KonsumentInnen nicht bewusst ist, soll durch das Angebot der PayPal-Zahlung über die genannte Funktion Vertrauen geschaffen werden. Kommen Sie den Aufforderungen nach, verlieren Sie das bezahlte Geld.

Tickets sicher kaufen

Bei ausverkauften Veranstaltungen floriert der Kartenverkauf auf Kleinanzeigen-Plattformen oder in Sozialen Netzwerken. Hier ist es immer schwierig zu erkennen, ob das Gegenüber seriös ist und Ihnen tatsächlich Tickets verkaufen möchte.

Schützen Sie sich daher vor betrügerischen Angeboten, indem Sie Ihre Tickets soweit möglich direkt beim Veranstalter oder bei autorisierten Vertragspartnern erwerben. Handelt es sich um ausverkaufte Veranstaltungen, achten Sie genau auf den Preis. Ein Kauf auf offiziellen Fan-Plattformen kann ein sicherer Weg zu den letzten Tickets sein – erkundigen Sie sich jedoch, ob es über den konkreten Verkäufer bereits positive Bewertungen gibt und dieser vertrauenswürdig ist. Wenn die einzige Chance zu Tickets über Soziale Netzwerke besteht, warten Sie auf Angebote in Ihrer Nähe und bestehen Sie auf eine persönliche Übergabe gegen Barzahlung.

Sie sind Opfer geworden?

Haben Sie via PayPal-Funktion „Geld an Freunde oder Familie senden“ das Geld überwiesen, wenden Sie sich an PayPal und teilen Sie Ihrem Gegenüber mit, dass Sie einem Betrug aufgesessen sind. Womöglich kann PayPal so das betrügerische Konto deaktivieren und es kann nicht für weitere kriminelle Aktivitäten genutzt werden. Der Käuferschutz besteht bei dieser Zahlungsmethode leider nicht. Für Banküberweisungen gilt: Wurde diese erst kürzlich vorgenommen, kann die eigene Bank kontaktiert werden und um eine Rückbuchung angesucht werden. Die Erfolgschancen sind dabei allerdings gering. Erstatten Sie außerdem polizeiliche Anzeige.

Beratung & Hilfe:

Für konkrete Beratungsanfragen wenden Sie sich bitte an die entsprechenden Stellen, die wir auf der Seite "Beratung & Hilfe" für Sie aufgelistet haben: www.watchlist-internet.at/beratung-hilfe

(Die Watchlist Internet bedankt sich bei zahlreichen LeserInnen für die Meldung der Ticket-Verkauf-Betrugsmasche.)

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