Zum Seiteninhalt
News

Betrug auf Discord: „Sorry, ich habe deinen Steam-Account gemeldet!“

Gepostet am 09.03.2022 von Watchlist Internet

Gamerinnen und Gamer aufgepasst: Auf Discord kommt es momentan zu Kontaktaufnahmen durch Kriminelle, die sich für das Melden des Steam-Accounts entschuldigen. Damit dieser nicht blockiert oder gelöscht wird, verweisen sie auf angebliche Steam-MitarbeiterInnen auf Discord. Zur Verifikation werden Gift-Cards verlangt. Achtung: Nichts bezahlen, denn auch die vermeintlichen Steam-MitarbeiterInnen sind Teil des Betrugs!

Haben Sie einen eigenen Steam- und Discord-Account? Dann nehmen Sie sich vor fremden Profilen in Acht, die Sie anschreiben, um sich zu entschuldigen und behaupten, dass sie Ihren Steam-Account gemeldet haben. Dahinter steckt eine ausgeklügelte Betrugsmasche, die zu Geldverlusten führt!

Wie läuft der Betrug ab?

In einem ersten Schritt erhalten Sie eine Nachricht von einer unbekannten Person auf Discord, die beispielsweise folgendermaßen klingt:

Hey User123, jemand hat dein Profil kopiert und mich damit abgezockt. Ich habe nicht erkannt, dass es nur eine Kopie war und habe jetzt dein Profil bei Steam gemeldet! Es tut mir wirklich leid!

Sämtliche Infos in der Nachricht sind frei erfunden. Weder liegt eine Kopie des eigenen Profils vor, noch wurde das Gegenüber abgezockt oder Ihr eigenes Profil gemeldet.

Damit Sie auf die Nachricht reagieren, macht das kriminelle Gegenüber auf die möglichen Konsequenzen der Meldung aufmerksam, präsentiert aber im nächsten Satz auch die vermeintliche Lösung des Problems:

Es tut mir echt leid, dass ich dein Profil gemeldet habe, weil wenn du jetzt gebannt oder blockiert wirst, verlierst du alle deine Spielfortschritte und Käufe auf Steam und du hast wirklich ein beeindruckendes Profil. Da steckt sicher viel Zeit und Geld drinnen!

Aber du kommst wieder aus der Sache raus, wenn du den Account XYZ_Admin123 kontaktierst! Er ist Steam-Admin hier auf Discord und kann dir helfen, wenn du seine Schritte befolgst.

Wenn Sie nun den angegeben User XYZ_Admin123 kontaktieren, damit er Ihnen hilft, müssen Sie wissen, dass Sie mit der gleichen Person schreiben, die sich nun aber als Steam-Mitarbeiter auf Discord ausgibt:

Hallo User123. Du hast mich kontaktiert, weil jemand dein Profil gemeldet hat. Wenn du all meine Schritte befolgst, die zur Verifizierung notwendig sind, dann können wir den permanenten Bann deines Profils noch vermeiden.

Nun folgt der Schritt, der zeigt, worum es den Kriminellen hier eigentlich geht, weil abgesehen davon, dass der Support auf Steam und Discord völlig anders abgewickelt wird, sollen zur Verifikation Steam-Gift-Cards gekauft und übermittelt werden:

OK User123. Damit wir prüfen können, dass wirklich du hinter dem Profil steckst, kaufe bitte hier einen Steam-Gutschein im Wert von 100 Euro und übermittle mir den Code. Aber keine Sorge: Wenn dein Profil wieder freigeschalten wird, erhältst du das Geld wieder direkt auf dein Konto zurück.

Wenn Sie hier Gutschein-Codes übermitteln, verlieren Sie Ihr Geld, denn abgesehen davon, dass gar kein Problem mit Ihrem Profil vorliegt, übermitteln Sie die Codes direkt an Kriminelle, die die Codes für sich selbst nutzen, oder sie weiterverkaufen. Eine Rückbuchung des Geldes oder der Gutscheine findet hingegen nie statt und Sie bleiben deshalb auf den Kosten sitzen.

Was können Opfer tun?

Leider gibt es bei dieser Betrugsmasche kaum Handlungsmöglichkeiten. Das für die Gutscheine bezahlte Geld kann in aller Regel nicht zurückgeholt werden und es bleibt lediglich der Gang zur Polizei, um Anzeige zu erstatten.

Darüber hinaus sollten die Profile, von denen Sie auf Discord angeschrieben wurden, jedenfalls melden, um eine Löschung zu erwirken.

Beratung & Hilfe

Für konkrete Beratungsanfragen wenden Sie sich bitte an die entsprechenden Stellen, die wir auf der Seite "Beratung & Hilfe" für Sie aufgelistet haben: www.watchlist-internet.at/beratung-hilfe

(Die Watchlist Internet bedankt sich bei ihren Leserinnen und Lesern für die Meldungen zum Betrug mit Steam-Gift-Cards über den Discord-Chat.)

Unterstützt von:

Ein Projekt der:

Internet Ombudsmann