Betrügerische TikTok-Profile bewerben Immo-Schnäppchen
Günstige Traumimmobilien zum Greifen nah? Mit solchen Angeboten werben Profile wie „frank_immobilie“ auf TikTok. Doch bevor es überhaupt zu einer Besichtigung kommt, soll eine Bearbeitungsgebühr bezahlt werden. Der Haken: Die Wohnung existiert gar nicht.
Wer ein besonders leistbares Angebot für eine schöne Wohnung findet, sollte genau hinschauen. Kriminelle nutzen den angespannten Wohnungsmarkt aus und platzieren Fake-Inserate. Auch aktuell kursieren Videos auf dem sozialen Netzwerk TikTok, in denen scheinbar Luxuswohnungen zu Schnäppchenpreisen angeboten werden.
Wie läuft die Masche ab?
1. Vorgeschlagene Videos: Viele Immobilienmakler zeigen Wohnungen auf TikTok, um Reichweite zu bekommen. Daher wirkt es zunächst nicht ungewöhnlich, wenn Profile wie frank_immobilien entsprechende Videos posten. Auffällig sind jedoch die extrem niedrigen Preise: Ein Haus mit Pool und Spa im 14. Bezirk soll nur 860 Euro kosten. Andere Angebote sind ähnlich billig, etwa eine voll möblierte 75-m²-Wohnung um 790 Euro. Solche Preise liegen deutlich unter dem Marktwert und sind zu gut, um wahr zu sein.
2. Kontaktaufnahme: Die Kommunikation soll über WhatsApp erfolgen. Interessenten müssen ein Datenblatt mit persönlichen Informationen, Ausweiskopie und Einkommensnachweis schicken. Anschließend wird eine Bearbeitungsgebühr verlangt, angeblich um die Wohnung zu reservieren. Diese soll rückerstattet werden, falls man sich gegen die Wohnung entscheidet. Tatsächlich verschwindet das Geld jedoch, und eine echte Besichtigung findet nie statt.
3. Druck zur Überweisung: Wer seine privaten Daten nicht senden möchte, bekommt stattdessen ein ausländisches Bankkonto genannt, auf das die Gebühr überwiesen werden soll. Zu einer Besichtigung kommt es trotzdem nie. In manchen Fällen werden Interessenten hingehalten und später zur Zahlung einer Kaution in Höhe mehrerer Monatsmieten gedrängt.
Wichtig: Selbst wenn ein österreichisches Bankkonto angegeben wird, kann es sich um Betrug handeln. Überweisen Sie niemals Geld vor einer Besichtigung.
Vier Anzeichen für Immobilienbetrug:
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Unrealistisch günstige Preise: Vergleichen Sie Angebote am Markt. Besonders billige Schnäppchen sollten misstrauisch machen – genau damit locken Betrüger:innen.
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Anbieter prüfen: Recherchieren Sie das Unternehmen. Gibt es keine Website oder keinen Eintrag im Firmenverzeichnis, sollten Sie Abstand nehmen.
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Kontakt per WhatsApp: Fehlen offizielle Kontaktdaten wie Adresse, Telefonnummer oder E-Mail, ist Vorsicht geboten.
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Gebühr vor Besichtigung: Spätestens wenn vor einer Besichtigung Geld verlangt wird, handelt es sich sehr wahrscheinlich um einen Betrugsversuch.
Sie sind in die Falle getappt?
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Setzen Sie sich umgehend mit Ihrer Bank in Verbindung und fragen Sie nach, ob eine Rückholung des Geldes noch möglich ist. Die Chancen dafür sind allerdings sehr gering.
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Erstatten Sie Strafanzeige bei der Polizei und informieren Sie sich, welche weiteren Sicherheitsvorkehrungen sie Ihnen empfiehlt.