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online seit 20.11.2025

Zu gut, um wahr zu sein? Vorsicht vor betrügerischen Kredit-Angeboten!

Kein Einkommensnachweis nötig? Die Zinsen weit unter dem üblichen Niveau? Maximale Flexibilität? Kriminelle locken ihre Opfer mit unrealistischen Kredit-Versprechen in die Falle. Sie drängen sie zur Überweisung verschiedenster Steuern, Gebühren etc. – zu einer Auszahlung kommt es allerdings nie.

Auf der Suche nach einem schnellen Kredit sehen sich viele gerne abseits der großen Banken um. Kleinere Anbieter locken mit Versprechen von wenig Bürokratie und rascher Auszahlung. Natürlich gibt es in diesem Bereich zahlreiche seriöse Anbieter, aber auch hier sind Kriminelle oft nicht weit. Woran Sie betrügerische Anbieter erkennen können, erklärt dieser Artikel.

Betrügerische Kreditangebote: Der typische Ablauf

Bevor wir uns näher mit den Anzeichen für einen Kreditbetrug befassen können, muss zunächst die theoretische Grundlage umrissen werden. Oder kurz gesagt: Worum geht’s eigentlich?

  • Jemand ist auf der Suche nach einem schnellen Kredit, erfüllt die Kriterien der Hausbank nicht. Also verlagert sich die Suche ins Internet.

  • Das Opfer wird rasch fündig, seriös wirkende Webseiten versprechen niedrige Zinsen und flexible Rückzahlungsmodalitäten. Ein Einkommensnachweis ist nicht nötig. Schnell, einfach, unkompliziert.

  • Nach der ersten Kontaktaufnahme meldet sich ein persönlicher Berater bzw. eine Beraterin via Messenger-Chat, z.B. WhatsApp. Schnell wird ein Vertrauensverhältnis aufgebaut.

  • Das Opfer stimmt den angebotenen – sehr günstigen – Konditionen zu und unterzeichnet den Kreditvertrag. Alles sieht gut aus.

  • Aber: Bevor die Summe tatsächlich ausbezahlt werden kann, müssen noch Bearbeitungsgebühren, Versicherungskosten oder ähnliche erfundene Beiträge bezahlt werden. Manchmal halten angeblich Institutionen wie die Europäische Zentralbank den Kredit zurück. Eine Bestätigungszahlung für eine Sicherheitsüberprüfung sei notwendig. Erst wenn das erledigt ist, gibt es das Geld.

  • Tatsächlich brechen die Kriminelle nach Überweisung dieser „Gebühren“ den Kontakt ab. Sie tauchen unter. Der angeblich genehmigte Kredit wird nie ausbezahlt.

Manchmal finden potenzielle Opfer auch E-Mails zu Finanzierungsmöglichkeiten in ihrem Mail-Postfach, ohne aktiv nach Krediten gesucht zu haben. Diese stammen angeblich von internationalen Institutionen wie der Europäischen Zentralbank oder dem Internationalen Währungsfonds. Oder aber, sie werden ungefragt zu einer WhatsApp-/Telegram-etc. Gruppe hinzugefügt, in der die Fake-Kredite beworben werden. An den zentralen Elementen der Masche ändert sich aber nichts. Für die Auszahlung müssen immer zuerst Einzahlungen vorgenommen werden.

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Gefälschte Legitimation. Um das Opfer von ihrer Existenz zu überzeugen, setzen die Betrüger:innen Ausweis- und Reisepasskopien ein, die sie mit anderen Betrugsmaschen erbeutet haben. Oder aber sie nutzen ganz einfach Fälschungen.

Betrügerische Kreditangebote: Daran erkennen Sie die Falle

Der oben beschriebene Ablauf ist typisch für die Betrugsmasche rund um Fake-Kredite. Die Falle zu erkennen, ist deshalb nicht sonderlich schwierig. Man muss nur wissen, worauf man achten sollte. Die wichtigsten Indizien:

  • Kein seriöses Finanzinstitut versendet Kreditverträge via E-Mail, WhatsApp oder anderen Messengerdiensten.

  • Die Kontaktaufnahme nach der ersten Anfrage findet über Messenger-Dienste statt. Die Kriminellen versuchen, rasch ein Vertrauensverhältnis aufzubauen. Dazu antworten sie innerhalb weniger Minuten und auch weit außerhalb normaler Bürozeiten (z.B. spätabends oder in der Nacht).

  • Die Kreditverträge wirken sehr „bunt“, weisen zahlreiche vermeintliche Stempel und Signaturen auf. Seriöse Kreditverträge kommen ohne derlei „Verschönerungen“ aus.

  • Die Kreditgeber:innen verlangen Bearbeitungsgebühren. Derartige Forderungen sind unzulässig – ganz egal, wie die Bezeichnung lautet. Ist eine Vorauszahlung nötig, handelt es sich um Betrug.

  • Die Website des angeblichen Kreditinstituts wurde erst vor Kurzem registriert, das Impressum ist fehlerhaft oder existiert nicht. Die verwendeten Grafiken sind verzerrt oder verschwommen.

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Vom Kreditnehmer zum Money Mule! In vielen Fällen drängen die Kriminellen ihre Opfer zur Eröffnung eines neuen Bankkontos und zur Übermittlung der Zugangsdaten für dieses Konto – Personalausweis oder Reisepass inklusive. Angeblich sei das alles aus Sicherheitsgründen notwendig. Tatsächlich nutzen die Betrüger:innen das so eröffneten Konto zu Geldwäschezwecken.

In die Kredit-Falle getappt? Das können Sie jetzt tun!

Wer sich auf ein betrügerisches Kreditangebot eingelassen hat, kann im Grunde nur noch Schadensbegrenzung betreiben. Das Geld ist und bleibt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit weg. Dennoch sollten Betroffene rasch handeln!

  • Kontaktieren Sie umgehend Ihre Bank und schildern Sie die Situation! Die Berater:innen wissen, was zu tun ist.

  • Sichern Sie Beweise (z.B. durch Screenshots) und erstatten Sie Anzeige bei der Polizei!

  • Wurden Ausweisdaten übermittelt und/oder ein neues Konto eröffnet, ist die Meldung bei der Polizei besonders wichtig! Die Kriminellen werden die Informationen für andere Betrugsmaschen nutzen. Um nicht ins Visier der Behörden zu geraten, sollten Betroffene deshalb umgehend Anzeige erstatten!

  • Behalten Sie Ihr Konto besonders gut im Auge und achten Sie auf ungewöhnliche Bewegungen!

  • Bleiben Sie wachsam! Die Kriminellen verfügen über Ihre Daten und werden versuchen, Sie mit einer anderen Betrugsmasche zu ködern.

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