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Anmeldung auf Probenheld.de ist nicht empfehlenswert

Gepostet am 25.07.2018 von Watchlist Internet

Gehäuft gehen Beschwerden zu probenheld.de bei uns ein. Die betroffenen Personen berichten von nicht bestellten Produktzusendungen und Rechnungen für Produktproben, die als gratis ausgewiesen waren. Wir empfehlen InteressentInnen sich nicht bei probenheld.de anzumelden, denn der Anbieter verstößt gegen gesetzliche Vorgaben und ist nicht als vertrauenswürdig einzustufen. Erhaltene Rechnungen, Mahnungen oder Inkassoschreiben sollten nicht bezahlt werden.

Die Premium Marketing Solutions S.A. betreibt die Website probenheld.de. Der Firmensitz liegt laut Impressumsangaben in Palma de Mallorca. Die Aufbereitung der Website lässt den Eindruck entstehen, dass vollkommen kostenfrei verschiedenste Produkte getestet werden können und diese anschließend bewertet werden sollen. So ist beispielsweise die Rede von Produktgruppen wie „Elektronik, Nahrungsergänzungsmittel oder Service Leistungen“ und immer wieder wird betont, dass es „keine Verpflichtungen“ gibt, man „kostenlos starten“ oder „gratis Probenheld“ werden kann.

Wer sich dazu entschließt, sich bei prduktheld.de anzumelden, folgt einem der vielen Anmeldebuttons und wird zur Dateneingabe aufgefordert. Anschließend muss ein Bestätigungslink in einer E-Mail angeklickt werden und schon ist die Anmeldung vollständig durchgeführt. Eine Möglichkeit zur Auswahl von Produktgruppen, an welchen man besonderes Interesse hat, besteht nicht.

Nach vollständiger Anmeldung erhält man Mails mit bestellbaren Produktproben. Bei unserem Test wurden beispielsweise SlimSticks zum Testen angeboten. Hier befinden sich allerdings erste Hinweise auf versteckte Kosten. Im Fließtext, der bei Klick gleichzeitig auf eine Bestellseite führt, sind beispielsweise folgende Formulierungen zu finden:

wir konnten bei SLIMSTICKS 500 Testpakete sichern im Wert von jeweils 59,95 €! Klicken Sie bitte auf folgenden Link um sich Ihr Testpaket zu sichern:

Ja! Ich möchte ein Paket SlimSticks gratis. Ich kann SlimSticks dann 14 Tage testen. Wenn ich zufrieden bin, brauche ich nichts weiter zu tun, ich beziehe dann SlimSticks zu anhängenden Konditonen im 90 Tage SlimSticks Programm für monatlich 49,90 € (insgesamt 149,70 €). Das SlimSticks Fitband Bluetooth und die SlimSticks erhalte ich mit der ersten Lieferung im SlimSticks 90 Tage Programm. Gratis für jeden SlimSticks Tester: Das FitBand Bluetooth im Wert von 79,90€ (Solange Vorrat reicht)

Es scheint also automatisch ein dreimonatiges Abo abgeschlossen zu werden, welches insgesamt 149,70 Euro kosten soll. Zusätzlich werden 9,95 Euro Logistikpauschale verrechnet, was zu Gesamtkosten von knapp 160 Euro führen würde. Wer auf einen der vielen Links in der Mail, zum Beispiel auf den Button „mehr Info oder jetzt testen“, klickt, wird auf eine Seite zur Adresseingabe weitergeleitet. Ein Klick auf den Button „Weiter“ beendet den Bestellvorgang. Eine Bestellbestätigung oder ähnliches gibt es nicht.

In weiterer Folge erhalten die betroffenen KonsumentInnen Erfahrungsberichten nach Produktproben mit Rechnungen zugesandt. Werden die Rechnungen nicht bezahlt, folgen Mahnungsschreiben und die Kosten steigen noch weiter an.

Versteckte Kosten!

Es ist gesetzlich geregelt, dass Preise und Kosten für Bestellungen im Internet klar und deutlich angegeben sein müssen. Im Fall von probenheld.de ist aber auf der Website nur von gratis Produktproben die Rede und in den versandten Mails ist nicht klar dargestellt welche Kosten entstehen. Man findet Kostenhinweise lediglich im Fließtext, an falscher oder versteckter Stelle oder in den unvollständigen AGB im Anhang der Mail. Auf der eigentlichen Bestellseite findet man weder eine Produktauflistung, noch irgendeine Preisangabe. In § 8 Abs 2 FAGG ist geregelt, dass unmittelbar beim Button, mit dem eine Bestellung abgeschlossen wird, eine Auflistung der Produkte, deren wesentlichen Eigenschaften und aller entstehenden Kosten zu finden sein muss. Ist dies nicht der Fall, entsteht kein gültiger Vertrag.

Bestellbutton falsch beschriftet

In § 8 Abs 2 FAGG ist außerdem geregelt, dass ein Button, der eine Bestellung abschließt, eindeutig und klar darauf hinweisen muss, dass für die Bestellung bezahlt werden muss. Der Button sollte also mit „Jetzt Kaufen“ oder „Zahlungspflichtig bestellen“ beschriftet sein. Im Fall von probenheld.de ist der Button lediglich mit „Weiter“ beschriftet. Auch das widerspricht einem gültigen Vertrag.

Zusätzlich wird im Checkout-Prozess kein Hinweis auf AGB oder Widerrufsrecht gemacht. Beides befindet sich lediglich im Anhang der ursprünglichen Mail. Dies ist aber nicht ausreichend.

Wir raten: Nicht bezahlen!

Wenn Sie sich bei probenheld.de angemeldet haben und nun Produkte mit Rechnungen oder bereits Mahnungen erhalten, raten wir Ihnen die Forderungen nicht zu bezahlen, denn die Betreiber verstoßen gegen zahlreiche gesetzliche Vorschriften und der Vertrag ist somit ungültig.

Inkassoschreiben

Wer nicht bezahlt, erhält eventuell nicht nur Mahnungen, sondern die Forderungen werden an ein Inkassobüro übergeben. Dieses sendet dementsprechend Inkassoschreiben an die Opfer von probenheld.de. Bezahlen Sie die Forderungen nicht. Teilen Sie dem Inkassobüro mit, dass die Forderungen eingestellt werden müssen, da Sie die Waren nie bestellt haben und kein gültiger Vertrag besteht. Fordern Sie gleichzeitig eine Löschung Ihrer Daten.

Die Watchlist Internet empfiehlt:

Sollten Sie Beratung oder Hilfe benötigen, wenden Sie sich an unsere Expert/innen vom Internet Ombudsmann. Die Beratung ist kostenlos. Das Anfrageformular ist der schnellste Weg, Ihre Fragen zu stellen:

(Die Watchlist Internet dankt zahlreichen LeserInnen für die Meldung von probenheld.de)

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