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Aktion auf gutscheinsponsor.com führt zu Abovertrag

Gepostet am 28.12.2015 von Watchlist Internet

Die Website gutscheinsponsor.com verschenkt angeblich 50 Euro-Gutscheine für bekannte Unternehmen. Um diese zu erhalten, müssen Interessent/innen Credits erwerben. Das ist möglich, indem sie - auf den ersten Blick nicht ersichtlich - einen Abovertrag bei einem Drittanbieter abschließen. Den Gutschein gibt es dafür nicht.

Die Website gutscheinsponsor.com.

Die Website gutscheinsponsor.com behauptet,Gutscheine von diversen Anbietern vollkommen ohne versteckte Kosten präsentieren zu können“. Im Zusammenhang damit wirbt sie mit den Unternehmen STEAM, paysafe card, Amazon, iTunes, Google Play und SATURN. Um einen kostenlosen Gutschein zu erhalten, müssen Besucher/innen „nur einen Fragebogen aus (füllen), (…) an einem Gewinnspiel teil(nehmen) oder (…) sich kostenlose Software herunter(laden)“.

Unbekannte Betreiber/innen

Wer für die Aktion verantwortlich ist, ist unbekannt: Auf gutscheinsponsor.com findet sich zwar die Rubrik „Über uns“. Darin fehlen jedoch Angaben darüber, von wem der Internetauftritt stammt. Ebenso wenig ist einsehbar, wer über die Domain verfügt, denn diese wurde über einen Anonymisierungdienst aus Panama registriert. Das ist ein Hinweis auf die fehlende Seriosität der Website.

1000 Credits notwendig

Für den Erhalt eines Gutscheins müssen Interessent/innen sogenannte Credits erwerben: „Verdiene 1000 Credits um deinen 50€ Gutschein freizuschalten!“. Dieses Ziel können Sie erreichen, indem sie das „WhatsApp Fun Pack“ herunterladen:


Die Website gutscheinsponsor fordert auf, 1000 Credits zu verdienen.

Ungewollter Abovertrag, kein Gutschein

Bei Interesse an dem Download erfolgt eine Weiterleitung auf eine neue Website. Sie wirbt für „die aktuellsten Hintergründe für WhatsApp Für jedes Handy (sic!)“. Besucher/innen müssen dafür ihre Handynummer bekannt geben und die Schaltfläche „Weiter“ betätigen. Dazu heißt es: „Mit Klick auf “Weiter” stimme ich ausrücklich der sofortigen Leistungserbringung und dem Verlust des Rücktrittsrechts zi (sic!).“ Ergänzend findet sich im Kleingedruckten der Hinweis: „Funclix ist ein Abonnementdienst. Es fallen Kosten von EUR €15 pro Woche plus WAP/GPRS Kosten an, die über die Handy-Rechnung abgerechnet werden. (…)“:


Gutscheinsponsor.com führt auf eine Website, auf der Besucher/innen einen Abovertrag abschließen können.

Letzten Endes gibt es für den Abschluss des Abovertrags keinen 50 Euro-Gutschein von gutscheinsponsor.com.

Hinweis: Allein das Betätigen der Schaltfläche „Weiter“führt zu keinem entgeltlichen Vertragsabschluss zwischen Unternehmen und Konsument/innen. Damit das der Fall ist, muss der Bestellbutton mit den Worten „zahlungspflichtig bestellen“ oder einer gleichartigen, eindeutigen Formulierung gekennzeichnet sein. Andernfalls sind Käufer/innen nicht an den vermeintlichen Vertrag gebunden und müssen keine Zahlungen leisten.

Sie sind in die Abofalle getappt?

Sollten Sie einen kostenpflichtigen Abovertrag mit Funclix abgeschlossen haben, informiert Sie das Unternehmen darüber per SMS. Sie können den entgeltlichen Vertrag in Ihrem persönlichen Kund/innenbereich auf der Website Ihres Mobilfunkanbieters kündigen oder auf die SMS mit Stop oder Stopp antworten. Das muss Funclix akzeptieren: Das Unternehmen darf keine Abbuchungen vornehmen.

Unabhängig davon empfiehlt es sich, den Mobilfunkanbieter über den ungewollten Abovertrag zu informieren, ein Ende der Abbuchungen und die Rückerstattung der bereits abgebuchten Geldbeträge zu fordern.

Rechnungseinspruch erheben

Wenn Sie mit dem Mobilfunkanbieter keine zufriedenstellende Lösung erzielen können, beeinspruchen Sie die Rechnung innerhalb von drei Monaten ab Erhalt. Führen Sie dabei alle Abbuchungen von Funclix an und erklären Sie, dass es keinen Rechtsgrund dafür gibt. Verlangen Sie, dass Ihr Mobilfunkanbieter die zu Unrecht eingehaltenen Geldbeträge zurückerstattet. Melden Sie der Telekom-Regulierungsbehörde (RTR GmbH) den Rechnungseinspruch. Das hat aufschiebende Wirkung hinsichtlich der strittigen Forderungen. Wenn es Ihnen nicht gelingt, das Problem mittels Rechnungseinspruchs zu lösen, stellen Sie bei der RTR GmbH einen Streitschlichtungsantrag.

Die Watchlist Internet empfiehlt:

Um ungewollte Abos zu verhindern, beantragen Sie eine Sperre von WAP- bzw. Web-Billing sowie Mehrwert-Diensten bei Ihrem Mobilfunkanbieter. Das hat den Vorteil, dass Ihnen Leistungen nur gemäß Ihres Mobilfunktarifs verrechnet werden können.

(Die Watchlist Internet bedankt sich bei einem Leser für die Meldung von gutscheinsponsor.com.)

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