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Achtung! Vermeintliche Gutschein-Codes führen in Abo-Falle

Gepostet am 30.09.2020 von Watchlist Internet

Derzeit tauchen vermehrt gefälschte Gutschein-Codes für verschiedene Anbieter wie Netflix, Steam, Playstation, Google Play oder Amazon auf. Zu finden sind diese Codes in Kommentaren unter verschiedensten YouTube-Videos. Doch anstatt den versprochenen 50 Euro, tappen die Opfer in die Abo-Falle.

„Unglaublich googelt dieses YT4FA2020 im Moment geht es noch“, schreibt zum Beispiel eine Milaaa. Geben Sie den Code tatsächlich in eine Suchmasche ein, landen Sie auf der Webseite ytkarten.com, gebene.com oder ehrenabstauber.com, auf denen Ihnen 50 Euro Gutscheine versprochen werden.

Fake-Kommentare unter beliebten YouTube-Videos

Die Watchlist Internet wollte genauer wissen, wie einfach es ist an einen Gutschein-Code zu kommen und wohin dieser letztendlich führt. Daher haben wir uns die Kommentare unter einigen YouTube-Videos angesehen, die gerade im Trend sind.

Das Ergebnis: Unter vielen dieser deutschsprachigen „Trend-Videos“ wurden wir rasch fündig. „Schnell da YT4LA2020 googeln sonst ist gleich alles weg, das ist kein Witz und echt krass“, heißt es dort zum Beispiel. In manchen Kommentaren wird auch direkt auf eine der unseriösen Webseiten verwiesen „Schließe mich dem an müsst auf ehrenstauber.com gehen“ zum Beispiel.

In all diesen Kommentaren wird verschleiert, um was es geht. Stattdessen heißt es nur, dass etwas „unglaublich“ oder „krass“ sei. Die Fake-Accounts fordern außerdem zum raschen Handeln auf.

Gutschein-Code führt zu unseriösen Webseiten

Wir haben nach den angegebenen Codes gesucht. Google hat uns ein einziges Suchergebnis angezeigt. Dieses verlinkt entweder auf die Webseite ytkarten.com oder ehrenabstauber.com. Und auch hier werden wir wieder zum raschen Handeln aufgefordert: „Ab dem Zeitpunkt wo du das liest hast du 60 Minuten diesen Code auch einzulösen, bist du dabei?“

Vom vermeintlichen Gutschein zur Abo-Falle

Egal, ob das Sucherergebnis zu ytkarten.com oder ehrenabstauber.com führt, beide Seiten sind gleich aufgebaut und preisen einen 50 Euro Gutschein für verschiedene Anbieter an.

Wir wollen den Code für einen Netflix-Gutschein einlösen. Doch anstatt eines Gutscheines, öffnet sich ein Video. Dieses müssen wir bis zum Ende ansehen, nur so erhalten wir auch den vermeintlichen Gutschein. Im Video wird erklärt, wie das Ganze abläuft: Man müsse die Handynummer angeben, da an diese Nummer ein weiterer Code verschickt wird. Durch die Eingabe dieses Codes würde man schließlich den Gutschein erhalten.

Tatsächlich wird die Handynummer nirgendwo abgefragt. Stattdessen gelangen wir auf eine weitere Webseite. Dort werden wir aufgefordert persönliche Daten einzugeben – unter anderem die Kreditkartennummer.

Wieso die Kreditkartendaten benötigt werden, wird dabei folgendermaßen erklärt:

Wozu benötigen wir Ihre Rechnungsdaten?

Wir dürfen unsere Medien nur in bestimmten Ländern bereitstellen.
Um Ihre Wohnanschrift zu überprüfen, bitten wir Sie um die Angabe einer gültigen Kreditkartennummer. Wir garantieren Ihnen, dass KEINERLEI GEBÜHREN für die Validierung Ihres Kontos anfallen. Wir belasten Ihre Kreditkarte erst, wenn Sie Ihre Mitgliedschaft auf ein Premium-Abonnement aufwerten oder eine Bestellung tätigen.

Direkt unter dem Formular findet sich jedoch folgender Kostenhinweis:

Mit dem Abschluss dieser Transaktion bestätigen Sie, dass Sie mit den AGB einverstanden sind und unsere Datenschutzerklärung gelesen haben. Dieses Angebot enthält ein 7-Tage-Probeabo für mediafuz.com. Nach 7 Tagen wird die mediafuz.com-Mitgliedschaft automatisch monatlich für €57,95 verlängert, bis Sie diese kündigen. KÜNDIGEN SIE IHRE MITGLIEDSCHAFT EINFACH VOR ABLAUF DES PROBEABOS, UM KOSTEN ZU VERMEIDEN.

Obwohl zuvor behauptet wird, dass „KEINERLEI GEBÜHREN“ anfallen, zeigt ein genauerer Blick, dass wir bei einer Anmeldung auf dieser Seite in ein teures Abonnement landen würden. Uns würde dabei 57,95 Euro monatlich von der Kreditkarte abgebucht werden.

Sie sind in die Falle getappt?

Sind Ihnen Kontaktdaten zu dem unseriösen Anbieter bekannt, teilen Sie diesem mit, dass Sie eine sofortige Kündigung des unrechtmäßig abgeschlossenen Abos sowie eine Rückbuchung aller Zahlungen verlangen. Kontaktdaten finden sich womöglich auf Ihrer Kreditkartenabrechnung.

Sollte dies erfolglos bleiben, empfehlen wir Ihnen, Kontakt zu Ihrem Kreditkartenanbieter aufzunehmen und diesem mitzuteilen, dass Sie die Abbuchungen nicht autorisiert haben. Beträge, die ohne Ihre Zustimmung abgebucht wurden (z.B. Beträge, auf die beim Kauf nicht hingewiesen wurde), sind gemäß § 67 Zahlungsdienstegesetz 2018 von Ihrem Zahlungsdienstleister (Kreditkartenunternehmen) zurückzuerstatten.

Damit es zu keinen weiteren unrechtmäßigen Abbuchungen kommen kann, ist womöglich auch eine Sperre der Kreditkarte ratsam.

Beratung & Hilfe:

Für konkrete Beratungsanfragen wenden Sie sich bitte an die entsprechenden Stellen, die wir auf der Seite "Beratung & Hilfe" für Sie aufgelistet haben: www.watchlist-internet.at/beratung-hilfe

(Die Watchlist Internet bedankt sich bei einem Leser für die Meldung zu den betrügerischen Gutschein-Codes.)

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