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online seit 27.05.2021

Achtung: Kriminelle fälschen „Grünen Pass“!

In Österreich wird bald der „Grüne Pass“ eingeführt, der den Zugang zu Gastronomie und körpernahen Dienstleistungen erleichtern soll. Dieser ist erst in der zweiten Juni-Woche verfügbar, doch Kriminelle verbreiten bereits jetzt eine „Variante“ des Grünen Passes. Wir gehen davon aus, dass dabei personenbezogene Daten abgegriffen werden. Wer die unseriöse App als gültigen Impf-, Test- oder Genesungsnachweis verwendet, könnte sich außerdem strafbar machen.

Mit dem Grünen Pass sollen Nachweise darüber, ob jemand gegen Corona geimpft ist, genesen oder getestet ist, einfach zugänglich gemacht werden. Das gleiche verspricht auch der „Corona Green Pass Austria“, der derzeit über Soziale Medien und WhatsApp verbreitet wird.

Was ist der „Corona Green Pass Austria“?

Der „Corona Green Pass Austria“ wird über verschiedene Messenger-Dienste und Soziale Medien mit Hilfe folgender Nachricht beworben:

Features:

* Share my Status (klick auf QR Code)

* Sprachen: de, en, fr, it, pt, es, el (Ελληνικά), hr

* Einstellung für Selbsttest, Antigen, PCR, Antikörper, geimpft, genesen

* gegen Manipulation geschützte Links

* minütlich wechselnder QR Code 

* alle Daten werden ausschließlich am Handy gespeichert

* funktioniert auch Offline

Bei der Abfrage des QR Codes wird die Sprache des Abfragenden ermittelt, damit im Urlaubsland auch die Daten lesbar sind.

App wurde auch schon offiziell getestet in Restaurants, Impfstrasse, ...

qr.trueaustrian.at/gp/index.html

Achtung: Dabei handelt es sich nicht um den offiziellen Grünen Pass. Dieser wird erst ab der zweiten Juni-Woche zur Verfügung stehen. Außerdem konnten wir in unserer Recherche nicht herausfinden, von wem diese unseriöse App betrieben wird.

Wie funktioniert die App?

Wenn Sie am Smartphone den Link öffnen, werden Sie auf einer unseriösen Webseite angewiesen, eine Software zu installieren. Dafür müssen Sie im Menü Ihres Browsers auf „zum Startbildschirm hinzufügen“ tippen. Tatsächlich findet sich anschließend eine App am Startbildschirm, die über den Browser geöffnet werden kann. Dort können Sie in einem nächsten Schritt Ihren Namen, Ihre Sozialversicherungsnummer sowie Angaben zu einer Impfung, zu einem Test oder zu einer Genesung machen. Anschließend erhalten Sie einen QR-Code, der Ihnen Zutritt zu Gastronomie, Freizeiteinrichtungen und körpernahen Dienstleistungen verschaffen soll.

Wir haben die App getestet und einen gültigen QR-Code erhalten, obwohl weder der eingegebene Name (X Y) noch die Sozialversicherungsnummer (1) Sinn machen. Trotzdem zeigt die App an, dass wir an Covid-19 erkrankten und nun genesen sind.

Achtung: Da die App nicht zu funktionieren scheint, gehen wir davon aus, dass personenbezogene Daten wie die Sozialversicherungsnummer gestohlen werden.

Urkundenfälschung bei Nutzung der App!

Wer die App trotzdem nutzt, um sich Zutritt zu Gastronomie- und Freizeiteinrichtungen zu verschaffen, macht sich strafbar. Bei Impf-, Test- oder Genesungsnachweisen handelt es sich um offizielle Bescheide, die nicht gefälscht werden dürfen (Urkundenfälschung). Urkundenfälschung ist mit Geldstrafen von mehreren Tausend Euro bzw. einer Haftstrafe von bis zu einem Jahr verbunden.

DienstleisterInnen aufgepasst: Wird der generierte QR-Code gescannt, ist auf den ersten Blick nicht erkennbar, dass es sich um Betrug handelt. Die App anonymisiert nämlich Vor- und Nachname, auch wenn die Daten richtig angegeben wurden, statt der Sozialversicherungsnummer wird außerdem nur ein Teil des Geburtsjahres angezeigt. So ähnlich ist es auch bei offiziellen Testbestätigungen. Offizielle Testbestätigungen werden aber auf einer Website mit einer gv.at-Adresse veröffentlicht (z.B. qr.gv.at). GastronomInnen und körpernahe DienstleisterInnen sollten daher einen genauen Blick auf die Nachweise werfen und Bestätigungen, die so oder so ähnlich aussehen nicht annehmen:

Beratung & Hilfe

Für konkrete Beratungsanfragen wenden Sie sich bitte an die entsprechenden Stellen, die wir auf der Seite Beratung & Hilfe für Sie aufgelistet haben.

(Wir bedanken uns bei einem Leser für die Meldung des „Corona Green Pass Austria“.)

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