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Achtung: Diät-Fallen auf Facebook!

Gepostet am 20.08.2013 von Watchlist Internet

Aktuell laufen auf Facebook zahlreiche Werbeanzeigen für Diätprodukte. Sie richten sich gezielt an Frauen und versprechen Abnehmerfolge innerhalb kürzester Zeit. Es wird vorgegaukelt, dass die Zeitschriften „Women's Health“ bzw. „Women's Diet“ hinter der Bewerbung stünden. In Wirklichkeit wartet eine Abo-Falle.

Besonders Frauen werden auf Facebook derzeit massiv mit Werbung für  Diätprodukte konfrontiert – viele der Anzeigen führen jedoch in eine Abzocke-Falle! In den unseriösen Werbeanzeigen ist beispielsweise Folgendes zu lesen: Wunder Diät Verliert 7 k,g Diese erstaunlich neue Diät hilft 1000 von Frauen 35+ verbrennen Körperfett jeden Tag.“ Oder:
Austria Women's Health Geheimnis Gewichtsverlust Trick hilft Frauen dahinschmelzen Bauchfett jede Woche mit minimalem Aufwand.“


Diese und ähnliche Werbeanzeigen werden derzeit massiv an Facebook-Nutzerinnen ausgespielt und führen alle zur selben unseriöse Zieladresse. Die abgebildeten Anzeigen wurden an nur einem Tag (19.08.2013) mehrfach im Facebook-Profil nur einer (!) Nutzerin angezeigt.

„Women's Diet“ ... ?

Die sprachlichen Schwächen der Werbung zeigen bereits die mangelnde Seriosität der beworbenen Produkte auf. Klickt frau den Werbebanner an, gelangt sie auf die Website der vermeintlich existierenden Zeitschrift „Women’s Diet“ (http://www.nachrichten.com-21.tv/bericht/womensdiet-at-di-x1.php). Das Logo von „Women's Diet“ sieht dem Logo der real existierenden Frauenzeitschrift „Women's Health“ verblüffend ähnlich. Die echte Zeitschrift „Women's Health“ hat mit dieser Täuschung aber natürlich nichts zu tun!


Das gefälschte „Women's Diet“-Logo sieht dem Logo der echten Zeitschrift „Women's Health“ sehr ähnlich. Hier soll bewusst getäuscht werden. Das echte Magazin hat damit aber natürlich nichts zu tun!

Eine Fake-Seite auf Facebook gibt's auch noch

Über ein paar der Werbeanzeigen gelangt man zuerst auf die gefakte Facebook-Seite „Austria Women's Health“. Auch dort wird in schlechtem Deutsch Werbung für die vermeintliche Diätsensation gemacht. Die Userinnen sollen im Glauben gelassen werden, dass es sich um echte Beiträge der Zeitschrift „Women's Health“ handelt – der in den Postings häufig angeführte Link www.womanshealth8.com/at/ führt jedoch ebenso auf die betrügerische Website www.nachrichten.com-21.tv/bericht/womensdiet-at-di-x1.php. Davon abgesehen gibt es keine eigene Österreich-Ausgabe der Zeitschrift „Women's Health“. Über diesen Link gelangt man zur echten Facebook-Seite des Magazins.


Die gefälschte Facebook-Seite „Austria Women's Health“ möchte körperbewusste Nutzerinnen zum Kauf von vermeintlichen Diätprodukten animieren. Es wird vorgegkaukelt, dass hinter der Empfehlung die echte Zeitschrift „Women's Health“ stünde – diese führt aber gar keine Österreich-Ausgabe. Die angepriesenen Links führen zu betrügerischen Websites.

Reporterin Helen Hasman und Promis haben getestet ...

Die aufgerufene Internetseite ist optisch einem Zeitungsartikel nachempfunden. In einem „Sonderreport: Mit Promi-Entgiftungsdiät in einem Monat 14 kg Bauchfett abnehmen!“ stellt die vermeintliche Reporterin Helen Hasman (an anderer Stelle heißt sie Heike ...) zwei Wunderschlankenheitsmittel vor: Nuvagenic Acai und Solpria Cleanse Darmreinigung. Die angeblich so erfolgreiche „Kombinationsdiät“ hätte schon Promis wie Heidi Klum und Britney Spears zu Abnehmerfolgen verholfen, steht da weiter. Außerdem wären die Produkte aus „populären TV-Shows bekannt“, gezeigt werden die Logos von deutschen TV-Sendern wie ProSieben, Sat1, RTL und VOX.

Und dann kommt auch eine vermeintlich erfolgreiche Testperson „von nebenan“ zu Wort – Jennifer Hagen aus Potsdam. Sie berichtet, mit den beworbenen Diätprodukten „gesunde“ 18kg in nur 5 Wochen verloren zu haben, Fotobeweis inklusive natürlich. (Vor zwei Wochen hieß die Dame im gleichen Artikel übrigens noch Jennifer Müller aus Berlin ...) Wie praktisch, dass man die Produkte gleich am Ende des Artikels bestellen kann, sogar mit Rabatt-Coupon! Alles Quatsch natürlich.


Auf der vermeintlichen Website der Zeitschrift „Women's Diet“ berichtet Reporterin Helen Hasman von zwei angeblich sensationellen Diätprodukten. Als Referenzen werden Promis, deutsche TV-Shows und Kundinnen „von nebenan“ genannt und zitiert. Fotobeweise inklusive natürlich (siehe Bild oben). Alles Fake!

Klickt die Leserin auf die Bestell-Links, wird Sie über die ohne jeglichen Inhalt verfügende Seite healthlifestyle9.com auf die Seite www.thefamilybuy.com und von dort wiederum auf verschiedene weitere Seiten weitergeleitet, die Schönheits- und/oder Diätprodukte bewerben (z.B. at.nuvagenic.com oder at.solpria.com. Durch dieses „Tracking“ verdient der Anbieter bereits Geld! Da sich die Weiterleitungen innerhalb weniger Sekunden abspielen, bekommen die meisten Internetnutzer/innen gar nichts davon mit.

Wer steckt dahinter?

Die Trackingfunktion geht in aller Regel mit Provisionszahlungen einher, die umso höher ausfallen, je mehr Nutzer/innen sich dazu entscheiden, auf der  Produktseite persönliche Daten bekannt zu geben und das Produkt zu bestellen. Es zeugt von der mangelnden Seriosität der hinter dieser Werbung steckenden Firma, dass sie sich hinter Anonymisierungsdiensten versteckt und keine Rückschlüsse darauf zulässt, wer von dieser Werbung finanziell profitiert.

Skurriles im Kleingedruckten

Liest frau sich in die Produktseite ein – und hier insbesondere in das Kleingedruckte –, erfährt sie Skurilles: einerseits wird ihr mitgeteilt, dass die vermeintliche Wirkunge der Produkte (wortwörtliches Zitat aus einer der Seiten) „nicht bestätigt (wurde) durch internationale verantwortliche Institutionen, darunter die Lebens- und Arzneimittelbehörde der Vereinigte Staaten (Food and Drug Administration)“, andererseits werden bekannte Zusender/innen von unerwünschten Werbemails als Referenz herangezogen: Wortwörtliches Zitat: „(Das Produkt XY) wird bestätigt oder verbunden mit grossen Firmennamen, Dr. Oz TM (...)“. „Dr. Oz“ ist der Watchlist Internet bereits bekannt, siehe dazu auch den Artikel Warum Sie auf Spam nicht reagieren sollten!


Im Kleingedruckten der Produktseite finden sich skurille Hinweise, die weitere Indizien für die Unseriosität des Anbieters liefern.

Achtung: Abo-Falle!

Gibt frau auf der Seite schließlich leichtfertig ihre Daten bekannt, geht Sie erfahrungsgemäß ein kostenpflichtiges Abo ein. Das ursprünglich gewünschte (und vom Anbieter versprochene) „Testprodukt“ entpuppt sich schnell als Kostenfalle. Siehe dazu die Artikel Vorsicht: Gratisproben als Kostenfalle! und Gratisproben als Kostenfalle, Teil 2.

Unsere Empfehlung:

Ignorieren Sie Werbung für entsprechende Diätprodukte und tätigen Sie erst Recht keine Bestellungen für vermeintliche Gratisproben! Unseriöse Facebook-Werbung und -Seiten können Sie auch per Klick an die Betreiber melden – so können Sie mithelfen, dass diese Angebote rasch entfernt werden. Sind Sie bereits in die Falle getappt, hilft Ihnen der Internet Ombudsmann weiter.

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