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Abmahnung wegen angeblichem Urheberrechtsverstoß

Gepostet am 04.08.2014 von Watchlist Internet

Internetnutzer/innen erhalten Schreiben, in denen ihnen mitgeteilt wird, dass sie eine kriminelle Handlung begangen haben. Angeblich sollen sie einen Film illegal aus dem Internet heruntergeladen haben. Um keine Klage zu riskieren, sollen sie eine Rechnung bezahlen. Achtung, es handelt sich um einen Betrugsversuch!

Das Schreiben im Original:

Von: Ann-Birgit Weinhold <tether@zinserglas.de>
An: Empfänger
Datum: 4. August 2014 um 12:31
Betreff: [vorfall:829047964333]

Guten Tag,

Am 30-07-2014 wurde von Ihrem Computer mit der IP-Addresse XX.XXX.XX.XX um 03:50:23 der Film "The Dark Knight" geladen. Nach §19a UrhG ist dies eine kriminelle Handlung. Unsere Anwaltskanzlei muss dies ans zuständige Strafgericht eskalieren, außer Sie Zahlen ein außergerichtliches Bußgeld in Höhe von 221.50 Euro an uns.
Die Rechnung "4001.cab" entnehmen Sie dem Anhang.

Hochachtungsvoll,
Ann-Birgit Weinhold
+499415681797

Variante:

Guten Tag,

Am 02.08.2014 wurde von Ihrem Computer mit der IP-Addresse 27.69.37.32 um 03:19:53 der Film "2 Guns" gedownloadet. Nach §19a UrhG ist dies eine kriminelle Handlung. Unsere Anwaltskanzlei muss dies ans zuständige Gericht eskalieren, außer Sie Zahlen ein außergerichtliches Bußgeld in Höhe von 344.28 Euro an uns.
Die Rechnung "4274.cab" entnehmen Sie dem Anhang.

Hochachtungsvoll,
Amane Schnur
+4927711087156

Es ist davon auszugehen, dass zahlreiche weitere Varianten dieser betrügerischen Schreiben existieren.

Woran erkenne ich den Betrug?

  • Die in dem Schreiben aufgestellten Behauptungen entbehren jeglicher Grundlage. Sie sind frei erfunden und entsprechen nicht den Tatsachen.
  • Als Absender/in wird beispielsweise eine Frau „Anna-Birgit Weihold“ angeführt. Die E-Mail-Adresse stimmt damit jedoch nicht überein. Sie lautet in unserem Fall „tether@zinserglas.de“.
  • Abmahnungen wegen Urheberrechtsverletzungen werden nicht per E-Mail, sondern per eingeschriebenem Brief versendet.
  • Die Schreiben sind unpersönlich gehalten: Die Anrede lautet auf „Guten Tag“, anstatt den/die Empfänger/in persönlich zu benennen.
  • Die in den Schreiben angeführte IP-Adressestimmt nicht mit der tatsächlichen IP-Adresse der Empfängerin/des Empfängers überein.
  • Der Rechtsanwalt/die Rechtsanwältin ist nicht im Verzeichnis der zuständigen Rechtsanwaltskammer gelistet oder die Namen tatsächlich existierender Anwaltskanzleien werden fälschlicherweise verwendet.
  • Die Rechnung ist angeblich in einer „.cab-Datei“ enthalten. Das stimmt nicht, denn wird diese geöffnet, installiert sich Schadsoftware am Computer.

Was kann ich tun?

Die Watchlist Internet empfiehlt, die Schreiben zu löschen und nicht darauf zu reagieren. Es handelt sich um einen Betrugsversuch!

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