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Abgezockt von den eigenen Freunden?!

Gepostet am 26.07.2013 von Watchlist Internet

Per E-Mail, Facebook etc. werden momentan besonders dreiste Betrugsversuche unternommen: Scheinbar tatsächliche Freunde oder Bekannte behaupten, dass sie Gepäck und Zahlungsmittel auf Reisen verloren hätten und nun rasch finanzielle Hilfe benötigen würden.

Die Empfänger/innen dieser Nachrichten sind berechtigt irritiert, denn als Absender treten die echten Freund/innen auf. Der perfide Trick dahinter: Betrüger/innen hacken z.B. E-Mail-Konten oder Facebook-Accounts und schicken ihre Bitte um Geld an alle privat gespeicherten E-Mail-Adressen bzw. Facebook-Freund/innen. Die Empfänger/innen erhalten somit scheinbar eine Nachricht von einer Person, die sie tatsächlich kennen bzw. mit der sie schon einmal Kontakt hatten. Auch die Absender-E-Mail-Adresse ist in so einem Fall korrekt. Bei einer anderen Variante werden Absender-Daten verwendet, die den echten E-Mail-Adressen von Bekannten täuschend ähnlich sind.

Dieser Betrug ist zusätzlich schwerer erkennbar als andere Scams, weil am Ende der E-Mail in der Grußformel oft der richtige Name der Person, die man kennt, genannt ist. Außerdem ist gerade in der Urlaubszeit die Behauptung verreist zu sein durchaus glaubwürdig.

Der typische Inhalt dieser E-Mails:

From: E-Mail-Adresse des Freundes/der Freundin
Subject: Hallo

lch hoffe du hast dies schnell erhalten. Ich bin nach Bristol, England verreist und habe meine Tasche verloren samt Reispass und kreditkarte. Die botschaft ist bereit, mich ohne meinen Pass fliegen zu lassen. Ich muss nur noch für mein ticket und die hotelrechnungen zahlen. Leider habe ich kein Geld dabei, meine kredit karte könnte helfen aber die ist auch in der Tasche. Ich habe schon kontakt mit meiner Bank aufgenommen, aber sie brauchen mehr zeit, um mir eine neue zu schicken. Ich muss unbedingt den nächsten Flug bekommen.

Ich wollte dich fragen ob Du mir 1100€ so schnell wie möglich leihen kannst. Ich gebe es dir zurück sobald ich da bin. Das Geld durch Western Union ist die beste möglichkeit. Ich warte auf deine Antwort.

Gruß,
Name des Freunden/der Freundin

Wie kann ich mich schützen?

Wenn Sie so eine E-Mail erhalten, löschen Sie diese am besten gleich und informieren Sie den/die vermeintliche/n Absender/in darüber, dass in ihrem/seinem Namen betrügerische Nachrichten verschickt werden.

Generell ist allergrößte Vorsicht geboten, wenn Sie in E-Mails zu Zahlungen mittels Western Union oder anderen Geldtransfer-Diensten aufgefordert werden. Diese Zahlungsart wird besonders gerne von Betrüger/innen missbraucht. Auch eine „eigenartige“ Anrede oder Rechtsschreib- bzw. Grammatikfehler in der Nachricht können Anzeichen für einen Betrugsversuch sein. Auffällig in dem konkreten Szenario ist auch, dass im Falle eines echten Geldverlusts die Kontaktaufnahme wohl per Telefon erfolgen würde, umgekehrt von Handyverlust in dieser Nachricht aber keine Rede ist.

Darüber hinaus gilt: Verwenden Sie sichere Passwörter für E-Mail-Dienste, Soziale Netzwerke etc. und ein sich automatisch aktualisierendes Virenschutz-Programm!

Falls Ihr E-Mail- oder Facebook-Konto gehackt wurde:

Das Wichtigste ist, sofort das Passwort zu ändern (sofern das noch möglich ist) und ggf. die eigenen Kontakte zu informieren, dass man Opfer eines Betrugsversuchs geworden ist. Ändern Sie das gehackte Passwort auch bei anderen Konten, wie z.B. von Online-Shops, Zahlungsmitteln, Sozialen Netzwerken, Google-Accounts etc.

Folgen Sie außerdem den entsprechenden Anweisungen von kostenlosen E-Mail-Anbietern, z.B.:

Sollten Sie nicht mehr auf Ihr Konto zugreifen können, wenden Sie sich an den Seitenbetreiber. Bei Problemen kann Ihnen unter Umständen auch der Internet Ombudsmann weiterhelfen.

Sollten Sie bereits Geld überwiesen haben, bleibt Ihnen nur eine Betrugsanzeige bei der Polizei (lesen Sie dazu: Wie mache ich eine Anzeige?).

Wie kommen die Betrüger an die Zugangsdaten zu den Accounts?

Häufige Varianten sind Phishing, Schadprogramme, die sich auf dem eigenen Computer eingeschlichen haben und unbemerkt persönliche Daten ausspionieren, Datenlecks (z.B. wenn über offene WLANs gesurft wird) etc.

Unterstützt von:

Ein Projekt des:

Internet Ombudsmann