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Krypto-Lovescam: Wenn Tinder-Matches Investment-Tipps geben

Gepostet am 28.06.2022 von Watchlist Internet

Betrügerische Internetbekanntschaften zielen nicht darauf ab, Sie näher kennenzulernen. Sie bauen Vertrauen auf, um Sie später auf gefälschte Investitionsplattformen zu locken. Gibt Ihr Tinder-Match Ihnen Tipps für lukrative Investitionen oder fügt Sie zu einer Gruppe hinzu, sollten die Alarmglocken schrillen. Brechen Sie den Kontakt ab und investieren Sie nicht!

Seit einigen Tagen schreibt Paul mit seiner neuen Tinder-Bekanntschaft Kim. Sie verstehen sich auf Anhieb, verfolgen ähnliche Hobbys und haben viele Gemeinsamkeiten. Es ist fast so, als würden sie sich schon ewig kennen. Irgendwann erzählt Kim von ihrem Bruder, der in der Investment-Branche tätig ist. Sie gibt Paul Geheimtipps und bietet ihm an, den Kontakt herzustellen.

Kriminelle bauen gezielt Vertrauen auf

Kriminelle legen auf Dating-Apps Fake-Profile an und befüllen diese mit gestohlenen Fotos von öffentlichen Instagram-Profilen. Bei den Fake-Profilen handelt es sich sowohl um Männer als auch um Frauen. Bei einem Match versuchen die Fake-Personen so viel wie möglich über ihr Gegenüber herauszufinden. Geteilte Infos auf Facebook, Instagram und Co sind dafür Goldwert. Selbst wenn es nur ein Buch ist, das Sie geliket haben, ein Konzertfoto, das Sie geposted haben oder ein Foto, das Sie beim Sport zeigt. Die Kriminellen nutzen diese Informationen und generieren daraus den vermeintlich perfekten Tinder-Match. Sie bekommen dadurch das Gefühl, dass die Internet-Bekanntschaft gut zu Ihnen passt. Durch die intensive und tiefgründige Kommunikation entsteht auch eine Vertrauensbasis.

Internet-Bekanntschaft rät zu Investitionsplattformen

Irgendwann spricht Ihre Internetbekanntschaft über das Thema Investment. Die Person hat z. B. Geschwister, Bekannte oder Verwandte, die sich gut auskennen. Sehr gerne kann sie den Kontakt herstellen.

Sie fügt Sie dann in eine Telegram-Gruppe hinzu, in der über Krypto-Investmentplattformen mit hohen Gewinnchancen geschrieben wird. Die empfohlenen Plattformen wirken meist seriös und locken vor allem mit automatisiertem Trading und individuellen Berater:innen. Zusätzlich motiviert die Internetbekanntschaft Sie zu einer Investition.

Betrügerische Investitionsplattform

Für die Registrierung bei der Plattform geben Sie Ihre Telefonnummer ein. Persönliche Berater:innen kontaktieren Sie dann und geben Ihnen genaue Anweisungen wie Sie investieren. In der Regel gewinnen Sie auch bald. Das motiviert Sie, höhere Beträge einzuzahlen. Die Berater:innen und Ihre Internetbekanntschaft bestärken Sie darin.

Der Betrug fällt meist erst auf, wenn Sie eine Auszahlung fordern. Das funktioniert nämlich nicht. Die Berater:innen erklären dann, dass eine Auszahlung technisch gerade nicht möglich sei. Oft wird auch einfach Ihr Profil gesperrt oder die Berater:innen sind einfach nicht mehr erreichbar. Das Geld ist verloren.

Sie haben investiert?

  • Zahlen Sie nichts mehr ein: Die Plattformbetreiber:innen behaupten wahrscheinlich, dass Ihre Gewinne erst ausbezahlt werden können, wenn Sie eine Kaution bzw. einen gewissen Geldbetrag hinterlegen. In Wahrheit wird Ihnen aber noch mehr Geld gestohlen!
  • Versuchen Sie Ihr Geld zurückzubekommen: Kontaktieren Sie Bank bzw. Kreditkarteninstitut und klären Sie die Möglichkeiten ab.
  • Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.
  • Melden Sie die Plattform der Finanzmarktaufsicht und der Watchlist Internet.

Beratung & Hilfe

Für konkrete Beratungsanfragen wenden Sie sich bitte an die entsprechenden Stellen, die wir auf der Seite "Beratung & Hilfe" für Sie aufgelistet haben: www.watchlist-internet.at/beratung-hilfe

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