Zum Seiteninhalt
News

Bitcoin Erpressungs-E-Mail von mir selbst

Gepostet am 25.04.2019 von Watchlist Internet

Momentan versenden Kriminelle E-Mails, in denen sie behaupten Ihre Webcam gehackt und Sie beobachtet zu haben. Sie haben angeblich Videomaterial, das Sie beim Masturbieren zeigt. Ihnen droht eine Veröffentlichung des Films, wenn Sie nicht einen bestimmten Geldbetrag in Form von Bitcoins überweisen. Weiters scheint es so, als hätten die Kriminellen die E-Mail von Ihrem Account aus an Sie selbst versendet. Bleiben Sie ruhig, es handelt sich um einen Betrugsversuch!

„Sie haben die letzte Gelegenheit, Ihr soziales Leben zu retten - ich mache keine Witze!!“ lautet der erste Satz einer E-Mail, die angeblich von Ihrem Account aus an Sie selbst versendet wurde. Angeblich hätten Kriminelle sich in Ihren Computer gehackt, Sie nicht nur beim Surfen auf pornografischen Seiten, sondern auch beim Mastubieren erwischt und darüber intimes Videomaterial angefertigt. Damit dieses Video nicht an all Ihre Kontakte versendet wird, bleibt Ihnen nur die die Möglichkeit „Schweigegeld“ zu bezahlen. Gehen Sie nicht auf die Forderung ein, denn es handelt sich um eine Betrugsmasche!

Folgende oder ähnliche E-Mails finden momentan zahlreiche Internetnutzer/innen im Posteingang:

Hallo!
Wie Sie vielleicht bemerkt haben, habe ich Ihnen eine E-Mail von Ihrem Konto aus gesendet. Dies bedeutet, dass ich vollen Zugriff auf Ihr Konto habe.

Selbst wenn Sie es andern passwort, spielt es keine Rolle. Mein Trojaner wird und copien es abfangen. Ich habe dich jetzt seit ein paar Monaten beobachtet.

Tatsache ist, dass Sie uber eine von Ihnen besuchte Website fur Erwachsene mit Malware infiziert wurden. Wenn Sie damit nicht vertraut sind, erklare ich es Ihnen.

Der Trojaner-Virus ermoglicht mir den vollstandigen Zugriff und die Kontrolle uber einen Computer oder ein anderes Gerat. Das heiBt, ich kann alles auf Ihrem Bildschirm sehen, Kamera und Mikrofon einschalten, aber Sie wissen nichts davon. Ich habe auch Zugriff auf alle Ihre Kontakte und Ihre Korrespondenz.

Warum hat Ihr Antivirus keine Malware entdeckt?
Antwort: Meine Malware verwendet den Treiber.
Ich aktualisiere alle vier Stunden die Signaturen, damit Ihr Antivirus nicht verwendet wird.

Ich habe ein Video gemacht, das zeigt, wie du befriedigst dich... in der linken Halfte des Bildschirms zufriedenstellen, und in der rechten Halfte sehen Sie das Video, das Sie angesehen haben. Mit einem Mausklick kann ich dieses Video an alle Ihre E-Mails und Kontakte in sozialen Netzwerken senden.

Ich kann auch Zugriff auf alle Ihre E-Mail-Korrespondenz und Messenger, die Sie verwenden, posten. Wenn Sie dies verhindern mochten, ubertragen Sie den Betrag von 398€ an meine Bitcoin-Adresse (wenn Sie nicht wissen, wie Sie dies tun sollen, schreiben Sie an Google: "Buy Bitcoin").
Meine Bitcoin-Adresse (BTC Wallet) lautet: 17mbWtB3sU6VFYVrsmdBvkhhZytV52cQ6B
Nach Zahlungseingang losche ich das Video und Sie werden mich nie wieder horen.

Ich gebe dir 48 Stunden, um zu bezahlen.

Ich erhalte eine Benachrichtigung, dass Sie diesen Brief gelesen haben, und der Timer funktioniert, wenn Sie diesen Brief sehen. Eine Beschwerde irgendwo einzureichen ist nicht sinnvoll, da diese E-Mail nicht wie meine Bitcoin-Adresse verfolgt werden kann.
Ich mache keine Fehler.

Wenn ich es herausfinde, dass Sie diese Nachricht mit einer anderen Person geteilt haben, wird das Video sofort verteilt.

Schone GruBe!

Stimmen die Behauptungen?

Die Anschuldigungen sind definitiv frei erfunden. Es besteht kein Grund zur Sorge, niemand hat sich in Ihren Computer gehackt und Sie gefilmt. Diese und ähnliche E-Mails werden massenhaft versendet, um Geld in Form von Bitcoins zu erpressen. Reagieren Sie nicht, werden oftmals weitere E-Mails versendet, in den Ihnen nochmals eine letzte Zahlungsfrist eingeräumt wird. Auch diese können Sie getrost ignorieren und in den Spam-Ordner verschieben.

Tipp

Sollten Sie der Drohung Glauben schenken, überprüfen Sie Ihre gesendeten Nachrichten. Sie werden erkennen, dass niemand in Ihrem E-Mail-Account war! Hätte tatsächlich jemand von Ihrem Account aus eine Nachricht an Sie selbst versendet, würde diese E-Mail nämlich im „gesendete Nachrichten“-Ordner aufscheinen.

E-Mail an mich und von mir – wie ist das möglich?

Kriminelle schreiben, dass Sie die E-Mail von Ihrem Konto aus an Sie selbst gesendet haben. Auch das Ändern des Passworts sei unmöglich, da die Betrüger/innen angeblich ohnehin uneingeschränkten Zugriff auf Ihren Computer hätten. Alles frei erfunden!

Die E-Mail-Adresse, von der die Mail wirklich stammt, wurde verschleiert. Für Empfänger/innen sieht es nur so aus, als wären sie Absender/in und Empfänger/in zugleich. In Wahrheit haben Kriminelle die Kopfzeile der E-Mail manipuliert.

So erkennen Sie betrügerische E-Mails

  • Die E-Mail ist voller Rechtschreib-, Grammatik- und Tippfehler.
  • Sie werden nicht persönlich angeschrieben. Daran erkennen Sie, dass die E-Mail massenhaft versendet wird. Manchmal setzen Betrüger/innen statt Ihres Namens einfach Ihre E-Mail-Adresse ein!
  • Hinterfragen Sie den Inhalt der E-Mail. Haben Sie überhaupt eine Webcam? Von welcher Perspektive könnten Sie gefilmt werden? Ist die Anschuldigung überhaupt wahr? Ist es realistisch, dass Ihr Virenprogramm nicht anschlägt?
  • Gäbe es tatsächlich intimes Videomaterial von Ihnen, mit dem Sie erpressbar wären, würden die Kriminellen das Video als Beweis mitsenden.
  • Falls Sie noch Bedenken haben, starten Sie einen Virenscan.

Beratung & Hilfe:

Für konkrete Beratungsanfragen wenden Sie sich bitte an die entsprechenden Stellen, die wir auf der Seite "Beratung & Hilfe" für Sie aufgelistet haben: www.watchlist-internet.at/beratung-hilfe

(Die Watchlist Internet bedankt sich bei zahlreichen Leser/innen für die Meldung der Erpressungs-Mail.)

Unterstützt von:

Ein Projekt des:

Internet Ombudsmann