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Wenn Facebook-Freund/innen nach Geld fragen

Gepostet am 06.10.2017 um 16:36 Uhr von Watchlist Internet

Nachdem Facebook-Konten erfolgreich gehackt wurden, versuchen Betrüger daraus Kapital zu schlagen. Aus diesem Grund schreiben sie Kontakte an und erfinden Geschichten, um an schnelles Geld zu kommen. Um kein Opfer dieser Masche zu werden, sollte den Inhalten nicht leichtfertig geglaubt werden.

Am Anfang des Betrugsversuchs steht ein gekapertes Facebook-Konto. Es kann Kriminellen in die Hände gefallen sein, weil es mit einem leicht zu knackenden Passwort geschützt wurde oder dessen Inhaber/in auf eine Phishing-Attacke hereingefallen ist. Nachdem die Datendiebe Zugriff auf das Konto haben, versenden sie Nachrichten folgender Art:

:)...Muss etwas online kaufen. Kannst du mir online 5 Paysafekarten bestellen unter www.wertkartenverkauf.com, oder von einer Tankstelle kaufen und mir hier die Nummern der Karten schicken? Ich ueberweise dir morgen frueh bis 11.00 uhr morgens 550 statt 500 zurueck.Muss jetzt was online bestellen und habe die TAN Nummer fuer Sofortueberweisung nicht dabei.Bekommst versprochen morgen frueh bis 11.00 dein Geld und nen kleinen Aufschlag dazu:/ Wenn es geht ,kannst mir die Nummern zur sicherheit hier senden

Die Betrugsmasche

Die Verbrecher/innen spielen vor, einen Online-Einkauf tätigen zu wollen, haben zurzeit aber angeblich keine TAN-Codes zur Hand. Aus diesem Grund sollen die angeschriebenen Kontakte die Nummerncodes von „5 Paysafekarten“ übermitteln. Diese sollen einen Wert von 500 Euro haben. Als Gegenleistung wird eine Rückzahlung von 550 Euro versprochen. Wer dem tatsächlich Glauben schenkt, erleidet einen hohen finanziellen Verlust, denn die Kriminellen erhalten in diesem Fall 500 Euro, werden das Geld entgegen der Behauptung aber nie zurückzahlen.

Wie erkennen Sie die Falle?

  • Das in der Nachricht Behauptete ist falsch. Die Besitzer/innen der gekaperten Facebook-Konten stecken nicht dahinter und wissen nicht, dass betrügerische Texte in ihrem Namen versendet werden.
  • Im Falle einer dringend benötigten finanziellen Hilfe ist davon auszugehen, dass die Kontaktaufnahme nicht über Facebook, sondern telefonisch erfolgt, um persönlich und  rasch alles Wichtige zu klären.
  • Die Nachricht ist anonym gehalten: Der/die Empfänger/in wird nicht beim Namen angesprochen.
  • In der Benachrichtigung finden sich Hinweise darauf, dass die Urheber/innen derselben nicht aus Österreich kommen. Dafür spricht, dass im Text keine Umlautzeichen zu finden sind. Beispielsweise ist von „Ich ueberweise“ anstatt von „Ich überweise“ die Rede. Diese Schreibweise ist typisch für Computer-Tastaturen, die keine Umlautzeichen kennen.

Wie können Sie sich schützen?

  • Wenn Sie eine vergleichbare Nachricht erhalten, löschen Sie diese und informieren den/die vermeintliche/n Absender/in (telefonisch) darüber, dass in seinem/ihrem Namen betrügerische Mitteilungen versendet werden.
  • Verwenden Sie ein sicheres Passwwort für ihr Facebook-Konto. Neben der Verwendung eines sicheren Passworts bietet die Nutzung der Zwei-Faktor-Authentifizierung zusätzlichen Schutz. Dabei muss zusätzlich zum Passwort ein PIN-Code eingegeben werden, der von Facebook jedes Mal aufs Neue erstellt und zum Beispiel per SMS auf das eigene Handy gesendet wird. Selbst wenn das Passwort geknackt wird, verhindert dieser zusätzliche Schritt den unbefugten Zugriff auf das E-Mail-Konto.

(Die Watchlist Internet bedankt sich bei einem Leser für die Meldung dieses Fallbeispiels.)

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